Meine Schulzeit in den Sechziger Jahren: Erinnerungen von Sylvia Bendel

Da hat uns unser Papa vor dem Haus geknipst, denke ich war vielleicht in der ersten oder zweiten Klasse, Reinhold war noch nicht in der Schule... und meine Puppe Gretel durfte natürlich mit aufs Bild.
 
Das war unsere Kommunion. Mein Bruder Reinhold hatte ein Jahr zu früh und ich ein Jahr zu spät, denn meine Eltern konnten nicht jedes Jahr ein Fest feiern, dazu fehlte das Geld. Zum Kommunionsunterricht mussten wir über den Berg hoch nach Amrichshausen laufen. Ich hatte Angst vor einem tollwütigen Fuchs, da meinte Mama: Nimm immer einen Prügel mit und wenn einer kommt, schlag zu. 😏😬

Interview mit Sylvia Bendel

1. Welche Erinnerungen hast du an deine Schulzeit in Kocherstetten?

Ich erinnere mich gerne an meine Schulzeit, sie war irgendwie so unbeschwert. Und das Lernen machte auch Spaß, außer Geschichte 😬

2. Woran denkst du gern zurück, woran denkst du nicht so gern zurück?

Ich denke gerne an die Handarbeitsstunden mit Frau Leicht oder Frau Bosch zurück.

Nicht so gern, da fällt mir grad nix ein

3. Erinnerst du dich noch an deinen ersten Schultag?

Leider nein 😢 Die Einschulung war ... 1958

4. Wie war der Schulweg?

Nun wir wohnten im Ort neben Egners, also hatten wir nicht weit zur Schule.

5. Wie viele Autos gab es in deinem Ort?

Da müsste ich lügen, denn ich weiß es nicht genau... Vielleicht 10 oder 15 oder doch mehr????

6. Wo fand der Sportunterricht statt?

Der Sportunterricht war oft im Schulhof oder im Ausweichraum oder im Sommer draußen auf dem Badeplatz.

7. Hattest du viel Zeit zum Spielen? Was für Spiele hast du gern gespielt?
Hattest du viel Spielzeug? Welches Spielzeug war dir das liebste?

Ja, ich denke wir hatten viel Zeit zum Spielen, wir gingen gerne auf die Wiese, nahmen unsere Puppen mit und spielten im Gras, oder im Ort dann Verstecken, oder Hochzeit. Wir spielten ja meistens alle zusammen, das untere Ort war eine Clique... Oder ich machte auch gerne Hula-Hoop. Mit dem Reifen konnte ich stundenlang auf der Straße stehen und üben. Wir machten auch Fangspiele, oder auch faules Ei. Und Spielzeug??? Nun eine Puppe, einen Bär, und sonst???? Wir gingen auch gerne den Schneckenberg hoch, das war früher alles Wiese und heute ist es ein Wald.
Mein liebstes war später, wenn ich Bücher erwischte, oder aus der Schulbücherei zum Lesen bekam.

8. Welche Pflichten hattest du in der Familie?

Nun wir mussten mit zum Holz holen, Ähren lesen, Himbeeren und Erbel holen, Äpfel zusammen lesen, wenn Papa ein Los ersteigerte aber sonst???

9. Was war in deiner Kindheit ganz anders als heute?

Wir hatten weder CD Player, noch Laptop, noch Handy, nicht mal 'ne Uhr. Waren nach den Schularbeiten auf der Gass, bis das Betläuten erklang, dann mussten wir heim.

10. Welche besonderen Ereignisse oder Bedingungen gab es in deiner Schulzeit,
zum Beispiel Nachkriegszeit, Mondlandung, ... ?

Die Königin von England kam nach Langenburg und wir standen da am Wegrand mit Fähnchen und warteten geduldig, bis sie vorbei fuhr... Sie hatte ein dunkles Kleid mit weißen Punkten an und einen Hut auf und winkte ganz majestätisch. Das war einmalig.

11. Gibt es noch etwas, woran du dich besonders gern oder ungern erinnerst?

Ja, besonders gerne erinnere ich mich, als wir das eigene Lied dichteten und sangen,
Lasst uns in die Schule gehen... Da nahm Herr Ziegler eine Kassette auf und schickte es ans Radio, das war irgendwie ein Wettbewerb. Viele Jahre später, bei der Einschulungsfeier für Eric, hatten die Zweitklässler dieses Lied für die neuen Erstklässler einstudiert und gesungen.

Weitere Erinnerungen:

Ich erinnere mich, dass die Klasse 1-4 im hinteren Anbau (der 1952 eingeweiht wurde) war mit dem Ausweichraum, wo wir Sport hatten, wenn wir an den Geräten turnen, ansonsten natürlich auf dem Schulhof. Im Ausweichraum hatten wir auch Singen und die evangelischen Schüler den Religionsunterricht. Die Geräte waren in einer der beiden Garagen untergebracht und in der anderen Garage hatten die Buben Werken, später war es, glaube ich, im Schulhauskeller.

Dann gab es ein Wannenbad unterhalb vom Anbau, das Herr Gottfried betreute, er war auch so eine Art Hausmeister und wohnte im Schulhaus mit seiner Frau unterm Dach im Schulhaus. In dem Wannenbad gab es auch ganz große Duschen, wo wir eine Zeit lang nach dem Turnen duschen durften, das war so schön!!!, denn zu der Zeit gab es noch bei den wenigsten ein Bad. Da wurde 1x die Woche die Zinkwanne in die Küche gestellt, Wasser abgekocht und nacheinander alle gebadet bzw. von Kopf bis Fuß gewaschen. War meistens samstags.

Die 5.-8. Klasse war im alten Schulhaus, wenn man reinkommt links. Der rechte Raum war für Handarbeit und Bücherei. Ich weiß heute noch nicht, wie das funktionierte, da ja alle in einem Raum saßen, dass wir entsprechend unserem Schuljahr das Richtige lernten 🤔🤔🤔🤔🤔 aber es funktionierte...

Im Sommer war es das schönste, wir durften statt Turnen zum Schwimmen lernen in den Kocher. Für den Freischwimmer mussten wir eine Viertelstunde schwimmen und für den Fahrtenschwimmer dann noch vom Sprungbrett springen und tauchen und 'ne halbe Stunde schwimmen. 🤔 Da es kein Sprungbrett am Badeplatz gab, wurde immer die große Bockleiter mit rausgenommen, die ganzen Jungs haben diese getragen und beim Tauchen holten wir Steine vom Boden rauf.

Ach es war eine schöne unbeschwerte Zeit, schade, dass die Jugend von heute ganz anders lebt.... 😢


Lesen Sie mehr über die Sechziger Jahre in Kocherstetten: 


https://meine.stimme.de/kuenzelsau/kultur-freizeit...

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Anneliese Herold aus Oedheim | 28.01.2021 | 16:41  
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Gudrun Vogelmann aus Bad Friedrichshall | 28.01.2021 | 17:25  
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Moni Bordt aus Weinsberg | 28.01.2021 | 18:17  
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