Tagesfahrt zur „Letzten Fuhre“ ins Frankenland

Vor der Führung im Kirchenburgmuseum
Künzelsau: Wertwiesen | Es passte wie immer: Bei herrlichstem Sonnenschein führte die Tagesfahrt des Vereins StadtGeschichte Künzelsau über fünfzig geschichtsinteressierte Mitglieder dieses Jahr etwas nach Norden ins Frankenland. Erste Station war das Kirchenburgmuseum Mönchsondheim. Dieses ist ein besonderes Freilandmuseum: Alle Museumsgebäude stehen an ihrem ursprünglichen Platz mitten im Dorf. Im Mittelpunkt eine Kirche, umringt von wehrhaften Gebäuden, den Kirchgaden. In diesen wurden früher die Ernteschätze des Herbstes aufbewahrt, heute werden das dörfliche Handwerk und der Weinbau in Franken eindrucksvoll präsentiert. Entdeckt wurden bei einer Führung aber auch weitere Gebäude: das historische Gasthaus „Zum Schwarzen Adler“, das Rathaus mit Bäckerei, ein Krämerladen und ein kleines Schulmuseum. Anschaulicher kann man nicht in das „Leben auf dem Lande anno dazumal“ in einem mainfränkischen Dorf eintauchen.
Mit dem Bus ging es weiter nach Iphofen, Frankens Weinstadt mit Kultur. Musik und quirliges Leben empfing die Gruppe am Marktplatz: Das Winzerfest „Letzte Fuhre“ wurde mit einem kleinen Festzug zum Marktplatz gefeiert. Mit Dankbarkeit und Fröhlichkeit wird der Abschluss der Weinlese, wenn die letzte Fuhre eingefahren wird, begangen. An den Ständen rundherum gab es kleine fränkische Köstlichkeiten und den „Bremser“, aber auch Wein, zu genießen. Ein prächtiger Platz für die Mittagspause.
Auf eine abwechslungsreiche Entdeckungsreise ging es am Nachmittag mit äußerst kompetenten Gästeführern durch das einzigartige Städtchen. Frankens alte Herrschaftsstrukturen schufen Iphofens historisches Stadtbild: Eine noch komplett erhaltene Stadtmauer mit Wassergraben und Türmen umschließt den Ort. Das bekannte Rödelseer Tor aus dem 15. Jhdt. ist das Wahrzeichen der Stadt. Die Stadtpfarrkirche St. Veit mit der Riemenschneiderfigur Johannes zählt mit ihrem großartigen Innenraum zu den schönsten in Franken. Durch verwinkelte Gassen mit Fachwerkbauten und stolzen Bürgerhäusern erschloss sich der Gruppe der besondere Flair dieses Städtchens. An vielen Stellen zeigte sich auch, wie sich moderner Baustil harmonisch gut mit bestehender Substanz verbinden lässt. Iphofen ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Städte sich mit gelungener Architektur stadtgestalterisch im Altstadtbereich entwickeln können. Auf eigene Faust konnte danach das Knauf-Museum mit Gipsrepliken von Exponaten großer Museen oder auch die Geschichtsscheune mit dem sprechenden Stadtmodell besucht werden.
Der erlebnisreiche Tag klang dieses Mal in der Krone in Eschental aus. Der stellvertretende Vorsitzende Reinhardt Frense dankte dem Organisationsteam Margarete Biehal und Klaus Ottenbacher für die perfekte Planung und die ausgewählten Highlights dieses Tagesausfluges, natürlich mit einer ausgesuchten Flasche fränkischem „Bocksbeutel“-Wein.
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