Spannender Ausflug der Seniorensportler der SG Garnberg

Posieren vor dem Garnberger Schloß: die rüstige Seniorensportgruppe der SG.
Eine Ortsbegehung der besonderen Art organisierte Werner Fischer am 27. April für die Seniorensportler und deren Gattinen. Als geborener Garnberger und an der Ortsgeschichte Interessierter führte er durch den ehemals kleinen Ortskern. Auf dem zweistündigen Spaziergang erfuhren die Teilnehmer viel über Gebäude und deren Nutzung in früherer Zeit. Start war vor dem Bürgerhaus Garnberg. Dieses geht aus der früheren Wirtschaft "Zum Hirschen" hervor und wurde vor 40 Jahren zum großen Teil in Eigenleistung Garnberger Bürger umgebaut. Im wohlhabenden Bauernhaus Breuninger gab es bis in die 90er Jahre eine Schnapsbrennerei, in der die Dorfbewohner ihr Obst veredeln konnten. Das heute noch ortsbildprägende Schlössle wurde 1688 von der Familie von Stetten erbaut und ging 1790 in den Besitz des Ökonomen Ferdinand Forstner über, nach dem heute noch eine Strasse im Ort benannt ist. Dieser ließ große Waldflächen für die landwirtschaftliche Nutzung roden und brauchte Arbeitskräfte. Er ließ 15 kleine, einstöckige Gebäude ohne Stall errichten. Diese überließ er den Neubürgern samt Garten für 5 Gulden Jahresabgabe. Das letzte dieser Fünfguldenhäusle steht gegenüber dem Gasthof Adler und ist noch mehr oder weniger im Originalzustand.

Jahrhundertelang wurde der Lehm aus der Lehmgrube zum Brennen von Ziegeln genutzt. Von der alten Ziegelei mit ihrem markanten Kamin sind keine Spuren übrig geblieben. Schon 1835 gab es eine Schule im Ort, das heutige "Schulgebäude" mit seinem Glockentürmchen wurde allerdings erst 1939 errichtet. Auch Kurioses wusste Werner Fischer zu berichten. So gab es früher nicht nur eine Gemeindewaschküche im Ort, sondern auch ein öffentliches Wannenbad und später sogar eine gemeinschaftliche Gefrieranlage und eine Federputzmaschine. Im Milchhäusle musste die Bauern ihre Milch abliefern und nebenan in einem kleinen Raum ihre Post abholen. Der pferdegezogene Leichenwagen war zusammen mit dem Löschmaterial der Ortsfeuerwehr untergebracht und gleich nebenan war eine öffentliche Viehwaage. Von den früher bis zu fünf Gastwirtschaften ist nur der Landgasthof Adler übrig geblieben. Hier ließen die Teilnehmer den interessanten Nachmittag bei gutem Essen und angeregten Gespächen ausklingen.
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