Blasorchester der Musikvereinigung Leingarten entführt das Publikum in die Welt der Filmmusik

Die Gäste des Filmkonzerts konnten sich überzeugen: Dirigent Michael Gräsle hat das Blasorchster der Musikvereinigung Leingarten zu einer brillant spielenden Einheit geformt. (Foto: Josef Staudinger)
 

Bericht von Josef Staudinger (Heilbronner Stimme).

Wenn Melodien noch lange nachhallen, spricht das für sich. Mit einem imponierenden Filmmusikkonzert hat das Blasorchester der Musikvereinigung Leingarten (MVGL) unter der präzisen Leitung von Michael Gräsle monumentale Klangbilder ins Kulturgebäude gezaubert. Nicht nur die musikalische Brillanz hat die rund 200 Zuhörer fasziniert, sondern auch die gelungene Auswahl des zweistündigen Programms. Die überzeugende Gesamtleistung des Orchester wird am Ende mit lang anhaltendem Applaus und Zugaberufen honoriert.

„Unser Blasorchester führt Sie heute durch die Filmgeschichte, von schwarz-weiß bis Full-HD“, sagt der zweite Vorsitzende Wolfgang Neureuther einleitend: „Genießen Sie den Sound of Hollywood.“ Mit dem Star Wars Saga-Medley startet das Ensemble aus 36 schwarz-weiß gekleideten Musikerinnen und Musiker im „Filmpalast“ in eine fulminante Vorführung, die von Stefanie Walter eloquent und umfassend kommentiert wird. Schon in diesem, auf Oberstufen-Niveau angesiedelten Stück, wie auch in den nachfolgenden qualitativ hochwertigen Vorträgen, spielt das Waldhorn-Trio eine dominierende Rolle. „Es ist ein Gedicht diesem Orchester zuzuhören“, findet Bürgermeister Ralf Steinbrenner: „Das ist ganz großes Kino.“
Es gibt wohl keinen Saalgast, der von der Spielstärke des sehr gut harmonierenden Klangkörpers nicht überzeugt ist. Neben den Hörnern sticht der Holzsatz mit den Klarinetten und Querflöten besonders heraus.
Ein 1,63 Meter großer Italiener, der Großmeister der Soundtrackmusik für Italowestern, Ennio Morricone, habe die beiden folgenden Titel komponiert, informiert die Moderatorin. Dann lehnen sich die Zuhörer zurück und lassen sich von der Musik zu „Zwei glorreiche Halunken“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“ berieseln. Eine weitere Steigerung gibt es mit dem Titel „Das Boot“. Das Orchester schafft es, mit Maschinen- und Echolotgeräuschen, sphärischen Klarinetten- und Querflötenklängen, aber auch mit lautstarken Fanfaren, Hörnersignalen und den wirbelnden Schlagzeugern, die Zuhörer eindrucksvoll in die Welt an Bord hineinzuversetzen. Mit „The Great Escape“ aus dem Film „Gesprengte Ketten“ werden die Zuhörer in die Pause verabschiedet. Im mit Spannung erwarteten zweiten Konzertteil sind in einem James-Bond-Medley zunächst so bekannte Titel wie „Goldfinger“,
„Nobody Does It Better“, „Skyfall“ und „Live and Let Die“ zu hören, ehe die Musiker in der Miklós-Rózsa-Komposition „Ben Hur“ die Gäste am Lebensweg des Judah Ben Hur als Galeerensklave und an den verwegenen Wagenrennen teilnehmen lassen. Nach der musikalischen Beschreibung der herzzerreißenden Liebesgeschichte aus dem Kinobestseller „Titanic“ unter anderem mit „Take Her To Sea“ und „My Heart Will Go On“ schließt das Orchester den offiziellen Programmteil mit dem glänzend interpretierten Soundtrack „The Magnificent Seven“ („Die glorreichen Sieben“). Dem Wunsch der begeisterten Besucher entsprechend, greifen die Akteure auf der Bühne erneut in die Tasten und lassen mit „The Muppet Show Theme“ heiter und beschwingt die Puppen tanzen.
„Das war einfach Spitze“, bewertet die Filmmusik-Liebhaberin Sandra Usinger die phantastische Vorstellung des Orchesters. Die Musik habe bei ihr teilweise Gänsehautfeeling ausgelöst, verrät ihre Schwester Ines Müller.
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