Denkmalschutz

Seit ich denken kann, war das Fachwerk des Rathauses in Schluchtern graublau gestrichen. Vor der letztjährigen Renovierung, musste aber das Landesdenkmal-Amt eingeschaltet werden. Dieses schickte einen Sachverständigen, der die Anstriche der letzten drei Jahrhunderte frei kratzte.
Als erster Anstrich der dann gefunden wurde, kam angeblich ein Ochsenblut-Rot zum Vorschein. Damit war klar, dass das Gebälk in dieser Farbe gestrichen werden muss. Aber ist das jetzt schöner?

Dazu fällt mir eine andere Geschichte über das Landesdenkmal-Amt ein. Ein Kumpel aus dem hohenlohischen, erzählte mir mal, dass in seiner Gemeinde ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus stand. Ein Bekannter von ihm wollte es kaufen und privat renovieren. Da er mehr Licht im Haus haben wollte, sollten die Fensterflächen vergrößert werden. Er wollte die Glasflächen aber so ins Fachwerk integrieren, dass dieses nicht verändert wird. Das Landesdenkmal-Amt untersagt das aber, also trat er vom Kauf zurück. Mittlerweile ist das Haus eine Ruine und der nächste der die Fläche kauft, kann den Schutt mit der Planierraupe abräumen und nun bauen, wie er will. Ich frage mich, ist das der bessere Denkmalschutz?
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Gudrun Vogelmann aus Bad Friedrichshall | 22.03.2022 | 18:10  
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