„Die Naturfreunde - Ortsgruppe Neckarsulm“ Bericht über den Jahresausflug 2017

Urzeit-Tamariske im Tal des Halblech von Naturfreunde Neckarsulm

Burgen, Schlösser und Seen im Allgäu
Jahresausflug der Neckarsulmer Naturfreunde

Mit einer Stadtführung in Kempten begann der diesjährige Jahresausflug ins Allgäu. Kempten ist eine der ältesten Städte in Deutschland. Die Römer waren es, die dieses schöne Fleckchen Erde als eine gute Lage für eine ihrer ersten Siedlungen nördlich der Alpen entdeckten. Die Bedeutung der Stadt überdauerte aber auch die nachfolgenden Jahrhunderte. Bischofssitz und freie Reichstadt dicht an dicht, schon daraus wird klar, dass hier im Mittelalter die große Rivalität zwischen religiöser und bürgerlicher Macht zu tage kam und damit auch die Streitigkeiten zwischen Katholiken und Protestanten. Der eine gönnte dem anderen nichts und bei katholischen Prozessionen wurde schon mal ein Nachttopf auf der Straße entleert oder am Karfreitag Wäsche aufgehängt. Irgendwie erinnerte uns dies an daheim, oder?

Unser erster Wandertag führte uns vorbei am Alatsee (Achtung: Kommissar Kluftinger!) über den Lechfall und am Schwanensee vorbei zu den Königsschlös-sern Hohenschwangau und Neuschwanstein, der Stein gewordenen Ansichtskarte. Hier trafen wir zum ersten Mal auf den Märchenkönig bzw. seinem Erbe.

Bereits am nächsten Tag auf dem Falkenstein, der höchsten Burgruine Deutschlands war der „Kini“ Ludwig II von Bayern wieder allgegenwärtig. Nach Neuschwanstein wäre der Falkenstein sein nächstes Bauprojekt geworden, leider ging dem Bauherrn zuvor das Geld aus, auch dies hat man zuhause schon mal erlebt!

Weitere Burgbesteigungen und die große Rundfahrt auf dem Forggensee rundeten den Ausflug ab. Der Höhepunkt kam dann fast am Schluss. Unterstützt von einem Vertreter des bayerischen Bundes für Naturschutz konnten wir den größten Wildbach im schwäbischen Teil der Bayerischen Alpen, den Halblech, einige Meter in seinem Flussbett begleiten. In dieser Flusslandschaft, die in das europäische Schutzgebiet Natura 2000 (FFH) aufgenommen ist, konnten wir die deutsche Tamariske finden. Eine Pflanze, die bei uns seit der letzten Eiszeit überlebt hat und sonst nur im Mittelmeerraum zu finden ist. Sie hat mehrere 10.000 Jahre überlebt, da sie stets mit den Kiesbänken im Fluss, die bei jedem Hochwasser neu umgelagert werden, gewandert ist.

Mit diesem Blick in die frühe Geschichte der Allgäuer Landschaft und ihrer Vegetati-on ging unsere Jahresausflug 2017 zu Ende.
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