Herbstgedicht

Bei einer kurzen Stippvisite in Bad Kissingen stolperte ich mehr oder weniger über ein Gedicht von Robert Walser. Im Garten vor dem Arkadenbau stand eine Tafel mit diesem wunderschönen Herbstgedicht. Es hat mich sehr berührt und deshalb möchte ich es euch heute gerne vorstellen.
Robert Walser ist in Biel, im Kanton Bern am 15. April 1878 geboren und verstarb am 25. Dezember nahe Herisau im Kanton Appenzell. Es arbeitete auch ein knappes Jahr (1895 - 1896) in Stuttgart bei der Union Deutsche Verlagsgesellschaft. Allerdings nicht im Feuilleton, sondern, lt. Wikipedia, als Schreiber in der Inseratenabteilung.





Wie ich ein Blatt fallen sah
„Hätte ich mich nicht nach
den zum Teil bereits nackten
Zweigen umgedreht, so würde mir
der Anblick des langsam -
goldig zu Boden fallenden,
aus üppigem
Sommer stammenden Blattes
entgangen sein. Ich hätte etwas
Schönes nicht gesehen und etwas Liebes,
Beruhigendes und Entzückendes,
Seelenfestigendes nicht empfunden. Schaue öfters
zurück, wenn es dir
dran liegt, dich zu bewahren.
Mit Gradausschauen ist`s nicht getan.
Die sahen nicht alles, die nicht rund um sich sah`n.“
Robert Walser
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