Bericht über eine Exkursion der Geschichts- und Französischkurse des Eduard-Mörike-Gymnasiums Neuenstadt a.K. zum Hartmannsweilerkopf

Wie aus erbitterten Gegnern Freunde werden

Diese Frage stellt sich dem Besucher unweigerlich, wenn er die Kriegsschauplätze des Ersten Weltkriegs besucht. So beispielsweise den Hartmannsweilerkopf, einen Gipfel auf knapp 1000m Höhe an den Südausläufern der Vogesen, etwa 40 Kilometer westlich von Mulhouse. Hier bekämpftem sich im Winter 1914 /1915 Franzosen und Deutsche erbittert, mit hohen Verlusten, oft nur wenige Meter Gelände gewinnend.
Der Berg, „Menschenfresser“ genannt, ist bis heute ein Beispiel für die Sinnlosigkeit eines Krieges. Der Hartmannsweilerkopf, durchlöchert von mehr als 600 Stollen, überzogen von mehr als 60km Schützengräben, war „Todesberg“ für mehr als 30000 Soldaten, vor allem Pioniere und Jäger aus den Pyrenäen und dem Schwarzwald. Nach Verdun gilt dieser Ort als ein Beispiel für den Irrsinn des Stellungskriegs, er ist bis heute ein riesiger Friedhof.
Die Geschichts- und Französischkurse der Jahrgangsstufe I des Eduard-Mörike-Gymnasiums Neuenstadt am Kocher, begleitet von ihren Fachlehrerinnen Frau Strütt-Siewert und Frau Eichhorn sowie dem Schulleiter Herrn Götzinger, besuchten den Hartmannsweilerkopf am 5. Juni 2018 im Rahmen einer Exkursion.
Dabei begann unser Rundgang zunächst im neu eröffneten „historial“, der ersten und bislang einzigen deutsch-französischen Gedenkstätte, einem gemeinsam konzipierten Museum, das im November letzten Jahres von den Präsidenten Macron und Steinmeier eröffnet worden war.
Hier liegt der Fokus auf den Menschen im Krieg, den Soldaten, ihrem Alltag und dem erlebten Grauen. Im Anschluss erkundeten wir das Gelände. Hier führte der Weg zunächst durch die erste französische Gedenkstätte aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Im Zentrum, ein Altar für die geopferten Söhne Frankreichs. Durch einen Soldatenfriedhof zog sich dann der Weg ins Gelände, wo wir vor Ort noch die Narben des Krieges in der Natur erkennen konnten: Granattrichter, Schützengräben, Unterstände, Stollen, Stacheldraht, alles noch sehr gut erhalten und deswegen sehr eindrucksvoll. Vor Ort wird so das Geschehen greifbar.
Der „Große Krieg“, wie der Erste Weltkrieg in Frankreich heißt, war der erste moderne Krieg, bei dem das Vernichten des Gegners mit der neuesten Technik erfolgte. Lange brauchte es, um aus dem getrennten Gedenken an die Toten ein gemeinsames Erinnern zu machen. Diese deutsch-französische Gedenkstätte ist ein weiterer Schritt in der Fortentwicklung der deutsch-französischen Beziehungen. Uns hat dieses gemeinsame Gedenken beeindruckt. Ein Exkursionsziel mit einer langen Anfahrt, aber eindrucksvollen Bildern.
Tine Strütt-Siewert, OSTR`
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