Chinesisches Rotholz (Metasequoia glyptostroboides)

Es ist eine Schande, jahrelang gehe ich wieder mal an diesem Baum vorbei, ohne zu wissen, was hier wächst.
Aber ich denke, die vielen Menschen, die täglich hier vorbeigehen, wissen auch nicht, was sie hier haben, geschweige denn, interessieren sich dafür.
Man kann den Baum aber auch nur von der Brücke oder vom Land aus fotografieren. Da er direkt auf einer Landzunge der Enz in Bietigheim-Bissingen steht, ist es unmöglich direkt dorthin zu kommen, es sei denn man schwimmt dorthin oder aber man hüpft von der Brücke hinunter. Zu beiden Dingen hatte ich an diesem Tag keine Lust :-)))))
Es handelt sich hier um einen Urweltmammutbaum.
Ein wenig in die Irre führt der Name Urweltmammutbaum, denn, es handelt sich nun mal auch botanisch gesehen, nicht um einen echten Mammutbaum, sondern um ein Sumpfzypressengewächs (Taxodium distichum).

Für einen echten Mammutbaum ist er auch mit rund
35 Metern Wuchshöhe auch eher ein Zwerg.
Der Name Chinesisches Rotholz ist einfach treffender, allerdings nicht weit verbreitet. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet wird er von den Einheimischen "Shuisa" - das heißt "Wasserlärche", genannt.
Es gibt sowohl weibliche, als auch männliche Bäume und was du hier siehst, das ist ein männlicher Baum.
Erkennbar an in bis zu 10 cm langen Rispen.

Wer einen großen Garten hat, kann ihn auch pflanzen, er wächst recht schnell und ist sehr dekorativ.
Die Kurztriebe fallen zusammen mit den Nadeln im Herbst ab. Freistehende Bäume sind bis zum Boden beastet und weisen markante, tiefe Stammkehlungen auf. Das Höchstalter wird mit 420 Jahren angegeben und er gilt als lebendes Fossil.
Der Urweltmammutbaum wurde erstmals 1940 in Form fossiler Pflanzenreste aus dem Tertiär entdeckt. Wenige Jahre später stieß man in China zufällig auf noch lebende Bestände der bis dahin unbekannten Art. In seiner Heimat wächst das Chinesische Rotholz, vergesellschaftet mit Laub- und Nadelgehölzen in Höhenlagen von 700-1350 m.
Er ist doch noch recht jung, er wurde erst im Jahr 1941 in einer unzugänglichen Bergregion in China entdeckt. Genau in den Regionen Sichuan und Hubei in der Volksrepublik China.
Vorher war er nur durch Fossilienfunde bekannt und er ist die einzige reszente Art der Gattung Metasequoia.

Ein sommergrüner Urweltmammutbaum, ich bin überzeugt, dass ich ihn noch ein paar Male zeigen werde.
Die Kurztriebe fallen zusammen mit den Nadeln im Herbst ab und er bekommt seine Rotbraune Farbe, die du jetzt auf den Bildern siehst.
Auch, wenn er seine grünen Nadeln verloren hat, so ist es doch ein wunderschöner rostroter Baum.
Ich bin begeistert.
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