Gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus)

Die Pflanze auf dem Foto, die Wegwarte, hat berühmte Verwandte, die fast jeder schon mal auf dem Teller hatte. Eine davon ist der Chicoree, den die Wegwarte sogar in ihrem botanischen Namen trägt: Cichorium. 
Überall sieht man die großen hellblauen Sterne mit den gezackten Blütenblatträdern.
Sie stehen sogar direkt neben Straßen.  Große Ansprüche hat die Wewarte nicht und sie mag Wegränder.

Die Wegwarte, die zu den Korbblütlern gehört, steht auf Äckern und an Wegrändern.

Ich habe gelesen, dass viele Menschen die Pflanze in ihre Blumenbeete gepflanzt haben und im nächsten Jahr staunten sie, dass sich die Pflanze am Gartenweg einen neuen Standort gesucht hat. Daher vermutlich ihr Name "Wegwarte".

Sie blüht nur ein paar Stunden lang und liebt trockene Böden und sie ist ein Pioniergewächs, das schnell auf Brachen auftaucht und sich tief im Boden verwurzelt.
Mit der Blütezeit hält es die Wegwarte ähnlich wie der Wiesen-Bocksbart: Die einzelne Blüte ist nur einen Vormittag lang geöffnet. Sobald sie wieder geschlossen ist, wird die ganze Pflanze praktisch unsichtbar, trotz der dicken Stängel und ihrer Höhe von bis zu 1,30 Metern. Bestäuber sind Bienen und Schwebfliegen.

Übrigens ist die Wegwarte nicht nur mit dem Chicorée verwandt, sondern auch mit der Endivie und dem Radicchio. Und es steckt noch mehr in dem Gewächs: Schon im Mittelalter wusste man seine Heilkräfte zu schätzen. Berühmte Mediziner wie Paracelsus und Sebastian Kneipp empfahlen es als schweißtreibendes Mittel, das gegen Magen-Darm-Probleme hilft, Erkrankungen der Milz und der Leber heilen kann und auch gut für die Haut ist. Und die Pflanzenfamilie kann noch einiges mehr: Aus den getrockneten und gerösteten Wurzeln kann man Zichorienkaffee herstellen, dessen Geschmack dem „richtigen“ Kaffee sogar ein bisschen ähnelt. Im Krieg dienten sie tatsächlich als Kaffee-Ersatz.

Gelesen habe ich, dass der Wegwarte auch Zauberkräfte nachgesagt werden.
Sie soll der Liebe auf die Sprünge helfen. Deshalb auch die Geschichte:

Kurz gefasst:
Eine reiches Mädchen mochte einen armen Jungen Hans mit Namen. Leider war diese Verbindung der Unterschiede wegen nicht möglich.
Aus Kummer verwandelte sich das Mädchen in das "Gretchen im Busch" oder auch "Jungfer im Grünen", und Hans verwandelte sich in die "Wegwarte", auch
"Hans am Wege" genannt.

Ich finde es ist eine wundervolle Blume, nur für die Vase ist sie nix.
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