Exkursion: Waldenserort Nordhausen

Wann? 04.05.2018 16:00 Uhr

Wo? Waldensermuseum - Nordhausen, Weststraße 5, 74226 Nordheim DE
Nordheim: Waldensermuseum - Nordhausen | Zur Vertiefung des Vortrags vom Februar bietet der Verein für Genealogie eine Exkursion in den von Waldensern gegründeten Ort Nordhausen an.
Treffpunkt ist am 4. Mai um 16:00 Uhr im Dorfmuseum, daran schließt sich der Rundgang durch den Ort an.
Kosten: 4,00 €
Adresse
Dorfmuseum Nordhausen, Weststraße 5/1 (Nordhausen)
74226 Nordheim
Anmeldung bis 29. April: baerbelbiel@gmx.de oder 07136-3988

Dorfmuseum Nordhausen
Das Museum wurde im Jahr 2002 vom Verein "Waldenserort Nordhausen" eingerichtet und im Jahre 2012 umfangreich renoviert und ausgebaut. Es ist im letzten im Stil der Ortsgründungszeit erbauten Haus in Nordhausen untergebracht. Es befindet sich in direkter Nachbarschaft zum "Waldenserzeichen“ – dem 2002 errichteten Denkmal zur Erinnerung an die Ortsgründer
Im ehemaligen Wohnraum des Hauses, das möglichst ursprünglich restauriert wurde, wird der Besucher empfangen. Die Sammlung ist in drei Räumen ausgestellt. In der ehemaligen Küche des Hauses dokumentieren mehrere Schautafeln die Geschichte der Waldenserbewegung ausgehend von ihren Anfängen bis zur Entstehung der heutigen Waldenserkirche in Italien. Im Obergeschoss des Hauses dokumentieren die Räumlichkeiten die Entwicklung der Waldenserkirche in Italien sowie die Geschichte der Waldenserkolonie Nordhausen. Zudem sind auch einige kleinere Exponate ausgestellt, die zusätzliche Akzente setzen. Die Ausstellung ist interaktiv gestaltet und stellt dem Besucher weitergehende Informationen in Wort und Bild zur Verfügung. Zu den Höhepunkten gehören sicherlich eine Originalbibel aus dem 18. Jahrhundert, die noch in Französisch, der Schriftsprache der Waldenser, verfasst ist, sowie eine Waldensertracht und ein Spaten aus der Zeit um 1700, der bei der Gründung von Nordhausen eingesetzt wurde.

Waldenser-Promenade
18 Schautafeln entlang eines Rundweges durch den Ortskern Nordhausens erzählen Geschichte und Geschichten rund um die historischen Stätten und Gebäude des Dorfes. Mit der Umgestaltung des Pfarr- und Schulgartens entstand gleichzeitig eine ansprechende Grünfläche mitten im Ort. Geleitet von einer gelben Waldenserkerze als Wegmarkierung kann jeder die Vergangenheit des Ortes und die Geschichte der Menschen und Gebäude auf den Spuren der Waldenser erwandern.
Die Waldenserpromenade wurde in Kooperation mit der Gemeinde Nordheim konzipiert und anlässlich des 10jährigen Vereinsjubiläums des Vereins "Waldenserort Nordhausen" am 12. September 2010 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung offiziell eingeweiht.

Waldenserkirche
Um 1705 wird in Nordhausen ein erstes Kirchengebäude (Tempel) erwähnt. Vermutlich handelte es sich bei diesem ersten Gebäude um eine Baracke, da erst nachträglich (1708) Fenster eingesetzt wurden. Mehrere Bitten um Zuschüsse für einen Kirchenneubau wurden zwar abgelehnt, dennoch entschloss sich die Gemeinde 1720 zu einem Neubau, der am 25. Mai 1721 eingeweiht wurde. Aber die waldensische Frömmigkeit war ja auch keine Kirchengebäude gewohnt: Oft genug hatten sie sich in ihrer Heimat treffen müssen zum Gottesdienst in Privathäusern, im Freien an versteckten Orten, in Höhlen. Doch nun, in der Zuflucht der neuen Heimat, bauten sie sich ein bescheidenes Gotteshaus, fast eine größere Hütte nur.
Im Jahr 1820 wurde das baufällig gewordene Hüttenkirchlein abgerissen und ein neuer Tempel gebaut. Die Inschrift sollte bis heute bleiben. "Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen“. Der Tempel wurde am 18. November 1821 von Pfarrer Mulot geweiht.
Erst 1823 wurde mit der Eingliederung der württembergischen Waldenser in die evangelisch-lutherische Landeskirche aus dem Tempel die heutige Waldenserkirche.
Sehenswert ist der schlichte Innenraum mit der dominierenden Kanzel, die in reformierter Tradition die Predigt als zentraler Bestandteil des Gottesdienstes symbolisiert. Im Juni feiert die Kirchengemeinde den "Waldensersonntag", der an die Ortsgründung erinnert. Zu diesem Anlass ist auch die große französischsprachige Altarbibel zu sehen.
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