Gemeinde Oberstenfeld auch online präsent – Kinderschutzveranstaltung online erfolgreich durchgeführt

Bürgermeister Markus Kleemann und Philip Tiefenbach
Der Gemeindeverwaltung Oberstenfeld ist es ein großes Anliegen die örtliche Vielfalt an Vereinen, Organisationen und Institutionen aufrechtzuerhalten und zu fördern. Daher wurde im Zuge der Ehrenamtsförderung eine im zweijährigen Turnus stattfindende Informationsveranstaltung initiiert. Dabei sollen aktuelle und wichtige Themen, mit denen die vielen Ehrenamtlichen in unseren Vereinen, Organisationen und Institutionen im Rahmen ihres besonderen Engagements konfrontiert sind, behandelt werden.

In diesem Jahr stand das Thema Kinderschutz in der Kinder- und Jugendarbeit im Vordergrund. Ein sehr sensibles Thema, dass immer wieder innerhalb interner Strukturen überprüft werden muss. Aufgrund der aktuellen Corona-Vorschriften war die Ausrichtung der Informationsveranstaltung für Oberstenfelder, Gronauer und Prevorster Vereine, Organisationen und Institutionen nicht wie geplant im Stiftskeller in Präsenz möglich. Nach reifer Überlegung und der Überzeugung, die Veranstaltung weder absagen noch verschieben zu wollen, entschied sich die Gemeindeverwaltung dazu, die Veranstaltung online abzuhalten. Mit 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich dafür letzten Mittwoch auf der eingerichteten Webex-Plattform versammelten, war die Umsetzung in der Form erfolgreicher als gedacht.

Als Referent durfte der im Landratsamt Ludwigsburg tätige Philip Tiefenbach begrüßt werden. Er ist im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie für die Koordination Kinderschutz und Frühe Hilfen zuständig. Nach einer kurzen Begrüßung und einer thematischen Einführung durch Bürgermeister Markus Kleemann startete Herr Tiefenbach mit seinem Impulsvortrag zum Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung in der Jugendarbeit. Im Zuge dessen erläuterte er die gesetzlichen Rahmenbedingungen und klärte über die Umsetzung des Kinderschutzauftrages im Landkreis Ludwigsburg auf. Stichwort dabei ist das Qualitätsmerkmal, basierend auf einer gemeinsamen Erklärung zum Kinderschutz in der Kinder- und Jugendarbeit. Indem Vereine, Organisationen und Institutionen die Erklärung unterschreiben, verpflichten Sie sich die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen getreu der Leitlinien verantwortungsvoll und pflichtbewusst in ihre Obhut zu nehmen.

Außerdem berichtete Herr Tiefenbach über Anlaufstellen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung, unter anderem die sogenannten zugelassenen „insoweit erfahrenen Fachkräfte“ (IEF) im Landkreis Ludwigsburg. Weitere Anlaufstellen sind die Fachstelle gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen Silberdistel und das Referat Prävention im Polizeipräsidium Ludwigsburg.

Zudem erfolgte eine Frage- und Diskussionsrunde, bei der sich die Teilnehmenden vor allem für Merkmale und Handlungsempfehlungen bei Fällen der Kindeswohlgefährdung interessierten. „Den Fall“ gäbe es nicht, konstatierte Philip Tiefenbach, es müsse immer das Gesamte betrachtet werden. Das Allerwichtigste sei es in jedem Fall hinzusehen, statt wegzuschauen. Viel sei auch von der fachlichen Erfahrung abhängig und wichtig sei es immer, sich fachlich und präventiv mit der Thematik auseinanderzusetzen, weil Kindeswohlgefährdung nicht immer offensichtlich und auch unabhängig von sozialen Schichten auftrete.

Bürgermeister Markus Kleemann betonte das Glück, innerhalb der Gemeinde Oberstenfeld keinen bekannten Fall der Kindeswohlgefährdung in Vereinen, Organisationen und Institutionen zu haben und äußerte seine Dankbarkeit über die qualitativ hochwertige Arbeit unserer ehrenamtlich Tätigen in Bezug auf dieses Thema und darüber hinaus.

Wir freuen uns, dass die online Premiere so gut funktionierte. Danke an alle ehrenamtlich Engagierten in unserer Gemeinde, die sich auch an einem Mittwochabend Zeit für dieses wichtige Thema genommen haben!
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