Gemeinde Oberstenfeld erhält Bundesförderung zur Archivsicherung

Bürgermeister Markus Kleemann mit Akten aus dem Archiv Gronau
 
Bürgermeister Markus Kleemann überreicht dem Geschäftsführer der Firma Schempp Bestandserhaltung GmbH, Herrn Dieter Hebig, eines der bedeutendsten Dokumente aus Gronau: Eine von Hand gezeichnete, kolorierte und gebundene Planmappe aus dem Jahr 1791.
Vor wenigen Tagen konnte die Gemeinde Oberstenfeld der Firma Schempp Bestandserhaltung GmbH in Kornwestheim das historische Archiv der ehemaligen selbstständigen Gemeinde Gronau zur Reinigung und Verpackung in Archivkartons übergeben. Dazu war es der Gemeindeverwaltung im Vorfeld gelungen, eine finanzielle Förderung für diese dringend notwendigen Bestanderhaltungsmaßnahmen zu bekommen. Die Gemeinde Oberstenfeld erhält von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aus Sondermitteln des Bundes für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts 6.050 Euro an Fördermitteln für die Archivsicherungsmaßnahmen. Dies hat Kulturstaatsministerin Prof. Dr. Monika Grütters Bürgermeister Markus Kleemann vor wenigen Tagen schriftlich zugesichert. Vor dem Hintergrund dieser Förderzusage wurde nun das historische Archiv der Gemeinde Gronau an die Firma Schempp übergeben.

Die historischen Dokumente Gronaus und Prevorsts reichen teilweise bis in das 16. Jahrhundert zurück und bestehen vor allem aus Akten und Amtsbüchern. Ein Teil des Archivbestandes wurde zunächst durch Dr. Paulus, Kreisarchivpfleger des Landkreises Heilbronn, erschlossen. Es oblag schließlich dem Ludwigsburger Kreisarchivpfleger Theodor Bolay das noch heute gültige Archivverzeichnis des historischen Bestandes bis zum Jahr 1977 zu erstellen. In den letzten Jahrzehnten lagerte das Archivgut auf dem Dachboden des alten Rathauses in Gronau unter sehr schlechten klimatischen Bedingungen bei stark schwankenden Temperaturen und Luftfeuchtigkeit. Beides schädigte das ansonsten gut erhaltene aber stark verschmutzte Archivgut. Auf Grund der bislang nicht vorhandenen Verpackung der historischen Dokumente hat sich über die Jahrzehnte eine Schmutzschicht aus Dreck und Staub und in einigen Fällen auch Taubenkot abgelagert. Zudem ist an manchen Dokumenten ein alter Schimmelbefall erkennbar.
Die Gemeindeverwaltung hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese untragbaren Zustände zu beseitigen. Um eine zukünftige Erhaltung und Nutzung des Archivguts zu gewährleisten, ist eine Reinigung dringend erforderlich. Zur Erhaltung trägt auch die anschließende Verpackung in Archivkartons, welche säurefrei sind und somit das Archivgut platzsparend und dauerhaft lagern können, bei. Außerdem schützt die Verpackung zukünftig vor Verschmutzung und anderen schädlichen Umwelteinflüssen. Die entsprechenden Archivsignaturen können für die Benutzung deutlich sichtbarer und nutzerfreundlicher auf die Kartons aufgetragen werden. Bislang standen die Archivsignaturen auf verdreckten und vom Licht ausgebleichten säurehaltigen Aktenumschlägen, welche bei der konservatorischen Bearbeitung entfernt werden.

Bürgermeister Markus Kleemann überreichte im Anschluss an die Archivabholung dem Geschäftsführer der Firma Schempp Bestandserhaltung GmbH, Herrn Dieter Hebig, eines der bedeutendsten Dokumente aus Gronau: Eine von Hand gezeichnete, kolorierte und gebundene Planmappe aus dem Jahr 1791, in der einzelne Haus- und Grundstücksbesitzer eingetragen wurden. Dabei handelt es sich um eine bedeutende Quelle zur Orts- und Sozialgeschichtsforschung sowie zur Familienforschung. Dieser historische Band ist wie der ganze Bestand verschmutzt und weist einen Schimmelbefall auf. Durch eine maßangefertigte Schutzverpackung wird gewährleistet, dass die historische Planmappe auch von nachkommenden Generationen bewundert und genutzt werden kann. Bürgermeister Markus Kleemann ist sehr erfreut, dass die Maßnahmen von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) gefördert werden: „Es ist der Gemeindeverwaltung ein großes Anliegen die historisch bedeutsame Überlieferung dauerhaft zu sichern und zu erhalten und sie den Mitbürgerinnen und Mitbürgern zugänglich zu machen. Es freut uns, dass die Bundesregierung hierzu einen finanziellen Beitrag leistet.“
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