"Das sefardische Judentum" - Vortrag von Michael Studemund-Halévy (Hamburg) am 18.02.20 im Museum Synagoge Affaltrach

Sprachwissenschaftler Michael Studemund-Halévy erläutert sehr anschaulich... (Bild: Ute Wichmann)
Obersulm: Museum Synagoge - Affaltrach |

Die Sprachen und Kulturen der Sefarden sind seit 30 Jahren das Arbeitsgebiet von Michael Halévy. Doch wie soll er eine Welt beschreiben, die nicht mehr existiert?

Das sefardische Judentum, oft als Gegensatz zum in Deutschland und Osteuropa angesiedelten aschkenasischen Judentum genannt, ist eine verschwundene Kultur. 95% aller Sefarden sind Opfer des Holocaust geworden. Ihre Tradition, Sprache, Kultur wurde mit den Menschen zerstört. Das Sefardentum existiert nur als Erinnerung. Michael Halévy definiert Sefarden als "aus Spanien kommend". Als Sefardim bezeichnet man die Nachkommen der Juden aus Spanien und Portugal, die 1492 von der Iberischen Halbinsel vertrieben wurden. Während die spanischen Juden nach Nordafrika und ins Osmanische Reich emigrierten und ihre iberische Kultur behielten, ließen sich die aus Portugal kommenden zwangsgetauften Juden in Seehandelsstädten wie Amsterdam und Hamburg nieder. Halévy erzählt von sefardischen Räumen, Bauwerken und Persönlichkeiten. Bei der Frage, ob es Sefarden heute noch gäbe, wird er nachdenklich. Spuren ihrer Kultur seien in Büchern und auf Friedhöfen erhalten, aber Menschen? Eine Wiederbelebung der sefardischen Kultur sei durch die Wiederbelebung ihrer Sprache möglich, lautet der Ansatz von Halévy. Und schon ist er in seinem Element.
CK
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