„Endet der Windkraftwahn wie der Dieselskandal?“

PRESSETEXT UNSERER INTERVIEWS VOM SAMSTAG , den 15.Mai 2021, AUF DEM MARKTPLATZ IN WALDENBURG

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LINK: Windpark Öhringen Karlsfurtebene verhindern (gegenwind-waldenburg.de)

VORWORT aktualisiert:

Die Pressevertreterin von "Geschwätz" und "Echo", hatte uns am Samstag, den 15. Mai 2021 besucht und interviewt. Der von ihr erarbeitete Pressetext wird im Magazin "Gschwätz" veröffentlicht. Der Text wurde mit dieser Ausgabe aktualisiert und vervollständigt, sowie mit einem Video verlinkt.
"WEGEN DER HOHEN NACHFRAGE"
wurde auch am Samstag, den 22. Mai 2021, durch die Bürgerinitiative wieder, am Waldenburger Marktplatz, eine Infoveranstaltung durchgeführt und über den geplanten Windpark informiert und für den Schwäbisch-Fränkischen Wald gekämpft. 

„WIR SIND NICHT GRUNDSÄTZLICH GEGEN WINDRÄDER“,
stellt Wolfgang Bommes, Mitglied im Verein Gegenwind, auf einer Informationsveranstaltung der Initiative am vergangenen Samstag, den 15.Mai 2021, in Waldenburg klar. Aktivistinnen und Aktivisten klären dabei über den geplanten Windpark im Schwäbisch-Fränkischen Wald auf und äußern ihre Bedenken.
Auch Gemeinderat und Stadtverwaltung sprechen sich gegen Windräder an gerade diesem Standort aus. Bürgermeister Bernd Herzog: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen Windkraftanlagen, wir sind nur mit dem geplanten Standort nicht einverstanden. Der Standort, an dem diese Anlagen gebaut werden sollen, liegt im Wald und in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten. Wir sehen da eine konkrete Brandgefahr.“

"SIE STELLEN EINE GEFAHR DAR"
„Wir sind gegen Windräder im Wald. Erst recht, wenn sie so nah an Wohngebieten stehen. Wenn ein Windrad brennt, kann man es nicht löschen. Man kann es nur kontrolliert abbrennen lassen. Uns geht nicht ein, wie man im Wald ein Windrad kontrolliert abbrennen lassen kann. Unter diesen Umständen könnte sich die Feuerwehr dem Windrad nämlich überhaupt nicht nähern. Wenn sich die Feuerwehr nicht nähern kann, brennt der Wald. Tausend Meter vom Wald entfernt leben Menschen. Diese wären diesem Waldbrand in der Folge ungeschützt ausgesetzt. Deshalb kämpfen wir gegen die Windräder im Wald bei uns in Waldenburg. Wir tun das nicht, weil wir sie nicht schön finden, sondern, weil sie eine Gefahr darstellen.“

"DAS ÜBERZEUGT MICH NICHT"
Rolf-Dieter Kempis ist Mitglied des Waldenburger Gemeinderates.
Im Sinne der Aufklärung über den geplanten Windpark
steht er gemeinsam mit den Aktivistinnen und Aktivisten an der Waldenburger Stadtmauer und steht Interessierten Rede und Antwort. „Ich als Gemeinderat habe mir das Brandschutzgutachten für den geplanten Windpark natürlich durchgelesen. Da kann ich nur sagen: Das überzeugt mich nicht. Da steht beispielsweise nichts darüber drin, wie wir unsere Bürger in Waldenburg bei einem Waldbrand schützen können. Ich möchte den Wald erhalten und Natur und Menschen geschützt haben. Das ist der Grund, aus dem wir uns hier in Waldenburg positionieren und unsere Meinung kundtun. Wir (als Gemeinderat) unterstützen die Arbeit des Vereins Gegenwind völlig. Wir möchten diese Windräder nicht in unserem Wald haben, weil sie uns einfach zu gefährlich sind.“

"DER ENERGIEERTRAG IST NICHT GEWÄHRLEITET"
Ich engagiere mich mich schon über zwei Jahre im Widerstand gegen den Windpark im Schwäbisch-Fränkischen Naturpark“, erklärt Ralf Neumeier.
Als Entwicklungsingenieur, der unter Anderem Ventilatoren für Belüftungsanlagen für Tunnel und Windkanäle entwickelt hat, ist der Waldenburger absoluter Spezialist auf dem Gebiet der Aerodynamik und Strömungsakustik. Obwohl Neumeier anfänglich Befürworter dieser Form der Energiegewinnung war, hat er seine Meinung, nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema Windkraft, mittlerweile überdacht. Der Energieertrag der Windräder in Waldenburg sei, so Neumeier, nicht gewährleistet. „Unter diesen Umständen macht es auch keinen Sinn, den Schwäbisch-Fränkischen Wald hektarweise abzuholzen, freizuräumen und autobahnbreite Schneisen in den Wald zu bauen. Das macht absolut keinen Sinn.“

"DAS MACHT ABSOLUT KEINEN SINN"
Neumeier unterfüttert seine Argumente mit Zahlen: „Es waren neun Windräder geplant, vier davon wurden bereits abgelehnt. Ob die anderen fünf im Sinne der Stromerzeugung Sinn machen würden, hängt von der Wirtschaftlichkeit der Stromerzeugung ab.“ „Ich habe das ausgerechnet. Die fünf Windräder, die weiterhin zur Debatte stehen, produzieren gerade einmal so viel Strom, wie ein Windrad unter Nennleistung. Ein Windrad, also eine 230 m große Windturbine, erzeugt 3,6 Megawatt Strom bei Nennleistung. Da wir aber hier eine schwache Windhöffigkeit haben, arbeiteten die Windräder, die Turbinen, gerade einmal bei 15-20% der Nennleistung. Somit macht das Vorhaben aus wirtschaftlicher Sicht absolut keinen Sinn.“ Im Oxford-Wörterbuch wird Effizienz übrigens folgendermaßen definiert: „So, dass mit möglichst wenig Aufwand ein möglichst großes Resultat erzielt wird.“ Welchen Anspruch ABO-Wind also in dieser Hinsicht an sein Projekt in Waldenburg hat, ist den Mitgliedern der Bürgerinitiative noch ein Rätsel.

"GRÜNE AKTIEN SIND SEXY"
Neumeier erklärt sich die Motivation für das Bauvorhaben im Schwäbisch-Fränkischen Wald aus Sicht der Investoren folgendermaßen: „Investoren stehen bei den Betreibern, den Planern und den Windturbinenbauern quasi Schlange. Grüne Aktien sind sexy. Jeder möchte an der grünen Energie gewinnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Windräder später viel oder wenig Strom erzeugen. Wenn wenig Strom erzeugt wird, wird das über die EEG-Umlage von der Gemeinschaft, von uns allen, bezahlt.“

"DAS IST EINE LÜGE"
Der Betreiber habe, so Neumeier, versprochen, mit den Windrädern 26.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. „Das ist unwahr. Das ist schlichtweg eine Lüge“, attestiert der Entwicklungsingenieur. „Hier wird mit Windgeschwindigkeiten agiert, die in Waldenburg nicht vorliegen. Das haben wir auch bei der Erörterung vor zwei Jahren schon klargestellt. Uns wurde schließlich zugestimmt, dass der prognostizierte Wind viel zu hoch sei.“

"DIE WINDRÄDER WERDEN ABGEBAUT, WEIL KEINE SUBVENTIONEN MEHR FLIEßEN"
Des Weiteren sieht Neumeier die Nachhaltigkeit dieses Projektes kritisch. „Wenn die Windräder weniger Strom erzeugen, beziehungsweise abgeschaltet werden müssen, weil sie zu laut sind, werden den Investoren über die EEG-Umlage dennoch Subventionen zuteil, sodass sie 20 Jahre mit der Rendite rechnen können. Nach 20 Jahren laufen die EEG-Umlagen aus, die wir Steuerzahler zahlen, und die Windräder verlieren an Rentabilität. Man sieht aktuell vielerorts in Deutschland, dass Windräder nach 20 Jahren abgebaut werden. Nicht, weil sie keinen Strom mehr erzeugen oder alt sind, sondern vielmehr, weil keine Subventionen mehr fließen. Dieses perfide System macht absolut keinen Sinn. Deswegen wehren wir uns und zeigen Widerstand gegen den geplanten Windpark.“

"DAS GLEICHE PRINZIP WIE BEIM DIESEL-SKANDAL"
Neumeier sieht außerdem beim Vorgehen der ABO Wind AG. Parallelen zum Vorgehen beim Diesel-Skandal. „Die Sache mit den Messverfahren - das ist das gleiche Prinzip, wie mit den Schadstoffausstößen beim Diesel-Skandal. Beim Diesel-Skandal wurden die Messungen ebenso von den Autoherstellern selbst durchgeführt. Die Unternehmen haben die Zahlen dann auch selbst der Genehmigungsbehörde vorgelegt. Es wurde schließlich blind irgendwelchen Zahlen vertraut. Das halte ich für problematisch.

"SIND DIESE MESSUNGEN GRUNDSÄTZLICH AUSSAGEKRÄFTIG?"
Beim Windpark war das Vorgehen prinzipiell ähnlich: Der Projektierer (ABO Wind AG) hatte Messungen zur vorhandenen Windstärke in der Karlsfurtebene, sowie deren Auswertungen, selbst gemacht. Dem Landratsamt, als Genehmigungsbehörde, wurden daraufhin Tabellen vorgelegt, die dieses noch nicht einmal verifiziert hat. Ich habe bei der Verwaltungsbehörde beantragt, in den Bericht, in dem die Messungen der ABO Wind AG zur Windstärke in unserem Wald festgehalten wurden, Einsicht zu nehmen. Ich wurde mit der Begründung abgewiesen, dieser Bericht liege entweder nicht vor oder unterliege der Geheimhaltung.“ Doch, so Neumeier, sei infrage zu stellen, ob diese Messungen grundsätzlich aussagekräftig sein könnten.

"DER PROJEKTPLANER HAT NUR AN EINER POSITION GEMESSEN"
„Der Hammer ist außerdem, dass in dem Gutachten über Standorteignung und Turbulenzsituation in Waldenburg festgestellt wurde, dass das Gelände des geplanten Windparks eine orographisch komplex Oberflächenstruktur aufweist. Sprich: Hier liegen komplexe landschaftliche Bedingungen vor. Die Windräder sollen am Hang aufgestellt werden, wo Aufwinde herrschen. Nach einer internationalen Kommission für Normung gibt es die Vorgabe, dass, in orografisch „komplexem“ Gelände, die Messungen zur vorhandenen Windstärke über ein Jahr lang an mehreren verschiedenen Positionen durchgeführt werden muss. Es ist absolut nicht nachvollziehbar, dass der Projektplaner eigenhändig und unter Verschluss nur an einer Position gemessen hat.“

"DER PROJEKTIERER HAT DIE MESSUNGEN NOCH NICHT NACHGEREICHT"
„Interessant zu noch anzumerken, dass vor zwei Jahren dieses Thema bereits in der Erörterung kontrovers besprochen wurde und ABO Wind zugesichert hatte, die Messungen über die Windmessungen nachzureichen. Bislang kam jedoch nichts. Nachzulesen im offiziellen Protokoll vom Landratsamt.“

"KRITISCH  IST NICHT NUR DAS HÖRBARE GERÄUSCH" 
Fragwürdig seien, so der Entwicklungsingenieur, auch die Konsequenzen, die man aus dem die Windräder betreffenden Schallgutachten ziehe. „Das Schallgutachten für den Windpark wurde von einem externen Beratungsbüro erstellt. Da werden verschiedene Frequenzbänder geprüft. Der hörbare Bereich geht von 20Hz bis 20KHz. Man hat das Gutachten bis auf 50Hz herunter gemacht. Das Kritische an diesen Windturbinen ist nicht allein das hörbare Geräusch, die Blattfrequenz. Das ist die Frequenz des hörbaren Luftschlags, wenn sich ein Flügel dreht und unten am Turm vorbeikommt.

"PROBLEM IST NICHT NUR DER INFRASCHALL"
Problematisch ist vor allem der Infraschall. Das ist der Frequenzbereich zwischen null und zwanzig Hz. Den hören wir nicht, aber wir nehmen ihn unbewusst wahr. Nun ist bei diesen, unter Umständen harmonischen, Frequenzen auch die 8-Hz-Frequenz dabei. Unsere Organe haben eine Eigenresonanz von etwa acht Hz. Mit diesen Frequenzen werden also unsere Organe angeregt. Jetzt kommt der interessante Punkt: Wir hören diese Frequenzen zwar nicht, nehmen sie jedoch unbewusst deutlich wahr. Unser System kann das erst einmal gar nicht einordnen und reagiert auf diesen unbekannten Impuls. Wenn man nicht weiß, was das ist, können bei sensiblen Personen durch diese Frequenz Angstzustände, psychische Probleme, Schlafstörungen und Depressionen hervorgerufen werden. Es gibt mittlerweile weltweit unzählige Studien, die diesen Zusammenhand nachweisen.

"DER RATTENSCHWANZ IST UNGLAUBLICH"
Weil der Infraschall so tieffrequent ist, kann er sich außerdem über den Boden 20 km weit ausbreiten. Das ist wie mit den Lautsprechern im Haushalt. Tiefe Frequenzen hört man durch das ganze Haus. Diese tiefen Frequenzen dringen in die Häuser ein und können sogar mit den Wänden resonieren. Der Rattenschwanz, den so ein Eingriff in unser System nach sich ziehen würde, ist unglaublich.“

„GRÜN IST FÜR MICH NUR NOCH DIE NATUR - NICHT MEHR DIE POLITIK“,
sagt Carola Neumeier. „Denn die grüne Politik entfernt sich immer mehr von Natur und Umwelt. Rücksichtnahme auf die Natur und das Leben darin wird von immer mehr blindem Aktionismus in der Energiewende einfach verdrängt. Das ist traurig. Wir jedoch kämpfen für die Natur und nicht dagegen. Dafür setzen wir uns ein und gehen für einen sinnvollen Umgang mit den Ressourcen unserer Natur auf die Straße.“

"DAS BRANDSCHUTZKONZEPT IST FÜR UNS NICHT ÜBERZEUGEND"
Auch Bürgermeister Bernd Herzog sprach die potenzielle Brandgefahr an. Obwohl zahlreiche Argumente wie beispielsweise die Störung der Sichtachse gegen das Bauprojekt sprechen, sei der entscheidende Punkt die Brandgefahr. „Diese Gefahr wollen wir nicht hinnehmen. Gestern in der Gemeinderatssitzung haben wir dieses Thema umfassend mit allen relevanten Informationen und vielen Details erörtert. Das Brandschutzkonzept, das für den geplanten Windpark vorgelegt wurde, ist kaum individualisiert und für uns nicht überzeugend.“

"ES KANN NICHT POLITISCHER WILLE SEIN, DEN WALD ZU ZERSTÖREN"
Auf die Frage, wie Herzog die Chancen, das Großprojekt zu verhindern, sehe, antwortet
dieser: „Auf einer meiner Folien der gestrigen Gemeinderatssitzung war ein Bild der
Koalitionsverhandlungen der Landesregierung abgebildet. (Regierung in Baden-Württemberg: Kretschmann und Strobl unterzeichnen Koalitionsvertrag – Baden-Württemberg – Stuttgarter Nachrichten (stuttgarter-nachrichten.de))
Man sieht darauf die Herrschaften (Winfried Kretschmann und Thomas Strobl) den Koalitionsvertrag in die Kamera halten. Auf der ersten Seite ist das Bild eines Waldes abgedruckt. Windräder verändern die Umgebungssituation nachhaltig. Im Falle Waldenburgs würde dadurch der Wald nachhaltig durch Generatoren
geschädigt – und das ohne Schutzkonzept. Es kann nicht politischer Wille sein, den Wald zu zerstören und Menschen in Gefahr zu bringen. Unsere Regierung sagt, sie sei für Mensch und Natur. Insofern vertraue ich darauf, dass der Bürgerwille gehört wird.“

"JEDER BÜRGER SOLLTE SEINE MEINUNG MIT EINER EINWENDUNG KUNDTUN"
Die Entscheidung, ob der Windpark gebaut wird, trifft das Landratsamt. „Wir versuchen, die Menschen vor Ort sauber und sachlich zu informieren“, sagt Herzog. „Dass durch die Corona Verordnungen die Möglichkeit, Informationsveranstaltungen zu initiieren, eingeschränkt ist, ist unserer Sache natürlich nicht zuträglich. Aber wir sehen nichtsdestotrotz auch eine Handlungsmacht beim Bürger. Hier geht es um so eine wichtige Sache. Jeder Bürger sollte sich informieren und, wenn er dagegen ist, seine Verantwortung wahrnehmen und dem Landratsamt seine Meinung mit einer Einwendung kundtun. Ich persönlich habe auch das Landratsamt angeschrieben und meine Meinung zu diesem Thema zum Ausdruck gebracht.“

"WEITERE INFORMATIONEN"
Auf der Website der Initiative Gegenwind sind ausführliche und weiterführende
Informationen, sowie eine Hilfestellung beim Verfassen einer solchen Einwendung zu finden:
LINK: Windpark Öhringen Karlsfurtebene verhindern (gegenwind-waldenburg.de)
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