Und ewig singen die Wälder, aber nicht im Gemeindewald Pfaffenhofen und anderen Gemeindewäldern im Stromberg

P.Kochert Holzernte ohne Rücksicht

Und ewig singen die Wälder? Ein alter Text aus einem Roman aus Norwegen, leider Vergangenheit und mit wenigen Ausnahmen nicht auf den Stromberg-Heuchelberg anwendbar!

Herr Rüter von der Forstaußenstelle Eppingen, Herr Krautzberger noch Revierleiter und der Nachfolger Herr Simon Zoller stellten am letzten Mittwoch in der Gemeinderatssitzung in Pfaffenhofen den Waldbericht für das Forstjahr 2018 vor. Die HN Stimme berichtete unter der Überschrift: Den Bäumen geht es nicht gut!

Besonders die Fichte hat unter der Trockenheit gelitten und mit dem Befall einer Borkenkäferart den Todesstoß bekommen. Auch das Eschentriebsterben schreitet weiter voran.

Leider wird auch der Gemeindewald Pfaffenhofen für wirtschaftliche Zwecke missbraucht. Der Wald steht zunehmend unter Druck. Die Holzpreise sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Plötzlich lohnt es sich Bäume zu fällen, die früher kein*e Förster*in angerührt hätte. Grund ist die gestiegene Nachfrage für die Energiegewinnung. Seit 2010 wird unser Holz mehrheitlich für Strom und Wärmeerzeugung verbrannt, anstatt es erst einmal als Bau-oder Werkstoff zu nutzen. Tendenz steigend. Dies verknappt den ökologisch wertvollen Rohstoff und verführt dazu, noch mehr Holz einzuschlagen.
Erntemaschinen ziehen nicht nur Stämme aus dem Wald, sondern ganze Baumkronen mit allem Geäst. Dabei ist gerade das Kronenholz besonders nährstoffreich. Dazu die schweren Holzerntemaschinen die den Waldboden auf lange Jahre in den Rückegassen so verdichten, dass Wasser nicht mehr in den Boden eindringen kann.

Für die biologische Vielfalt sind die Folgen der intensiven Holzernte fatal. Tiere, Pflanzen und Pilze die auf alte, dicke Bäume, viel totes Holz und natürlich absterbende Bäume angewiesen sind, finden immer weniger Lebensraum. Viele dieser Arten sind eher unscheinbar oder führen ein Leben im Verborgenen, so der Käfer Eremit und Heldbock, der Hexenbutterpilz oder die Lungenflechte.

Aber auch Vögel und Säugetiere, die für die Aufzucht ihrer Jungen große Baumhöhlen brauchen, sind bedroht. Denn es gibt immer weniger dicke Bäume, die Platz für solche Höhlen bieten. So stehen Baummarder, Grauspecht und zahlreiche Fledermausarten als (teilweise stark) gefährdet auf der Roten Liste.

Auch der Klimawandel und seine Folgen setzen dem Wald deutlich zu. Immer häufiger kommt es wie dieses Jahr zu langen Hitze und Trockenphasen sowie Stürme mit Orkanstärke. Dem halten die großflächig gepflanzten Fichten und Kiefernforste nicht stand. Dazu werden die geschwächten Bäume dann vom Borkenkäfer befallen.

Deshalb brauchen wir unbedingt Naturwälder ( Mischwälder ) die sich frei von menschlichen Eingriffen zu einer Waldwildnis entwickeln können. Nur diese Wälder bieten Lebensräume für Tiere, Pflanzen und Pilze. Außerdem speichern diese Wälder wesentlich mehr Wasser in den Waldböden.

Forstwirtschaft die nur auf Gewinnstreben aus ist, ist auf dem Holzweg!

Dieses Bild aufgenommen im heimischen Wald sagt schon vieles.
Abholzung pur ohne Sinn und Verstand. Hier wurde tabularasa durchgeführt. Hier kann jetzt erst richtig die Sonne einbrennen. Die jungen Buchen bräuchten viel Schatten um ein langsames Wachstum zu gewähren. Hier sieht man deutlich was die Waldwirtschaft anrichtet. Ein naturnaher Wald sieht anders aus!

Zum Abschluss seines Waldberichtes im Ratssaal von Pfaffenhofen hat Herr Rüter von der Forstamtaußenstelle Eppingen noch einige kritische Bemerkungen zu den Büchern von Förster Peter Wohlleben und seinem Bestseller "Das Geheime Leben der Bäume" angesprochen und im Gegenzug das Buch seines Kritikers Torben Halbe mit dem Titel "Das Wahre Leben der Bäume gelobt.

https://www.zdf.de/politik/frontal-21/wald-in-gefa...

1
Einem Autor gefällt das:
2 Kommentare
279
Peter Kochert aus Pfaffenhofen | 31.10.2018 | 23:37  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.