Mehr als 3300 ungewünschte Schwangerschaften

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Notizen aus Namibia vom 15.1.2021

Auch in Namibia – trotz der aktuellen heißen Sommerzeit – kam die zweite Welle, eventuell durch die neue Variante aus Südafrika oder durch die schleichende Nachlässigkeit vieler Namibier sich an die gebotenen AHA-Regeln zu halten. Fakt ist jedoch, dass ca. zwei Wochen nach den vielen Wahlkampfveranstaltungen für die allgemeinen Landratswahlen Ende November die Neuinfektionen und die Anzahl der Verstorbenen deutlich stieg. Seit Weihnachten gibt es nun von abends 21 Uhr bis morgens 4 Uhr eine Ausgangssperre und der Schulanfang wurde vorsichtshalber um zwei Wochen verschoben, aktuelle 7-Tage-Inzidenz ca.120. Nun warteten alle Namibier gespannt auf die für den 13. Januar angekündigte Regierungserklärung zur Corona-Situation.
 
Die Ausgangsbeschränkung wird nun aufrechterhalten, die AHA-Regeln noch einmal verschärft, Touristen können weiterhin mit einem negativen Corona-Test einreisen und es gibt keinen neuen landesweiten Lockdown. Auf die Frage eines Journalisten WARUM?, antwortete der Gesundheitsminister sinngemäß: Das Virus sei nun in allen Gegenden Namibias angekommen, so mache ein Lockdown wie vor einem halben Jahr keinen Sinn mehr.
Mutmaßlich hatte man sicherlich noch andere Fakten im Hinterkopf: viele einfache Arbeiter wurden entlassen, die Gelegenheitsarbeiter fanden keine Arbeit mehr, vielen Familien rutschten in die völlige Armut und viele Kinder und Jugendliche hatten durch die geschlossenen Schülerheime und Schulen kein stabiles Umfeld mehr. Das Erziehungsministerium gab im November bekannt, dass mindestens 3300 schulpflichtige Mädchen schwanger wurden und nicht in ihre Schule im September zurückgekehrten. Diese ungewollten Schwangerschaften entstanden hauptsächlich durch nahe Verwandte, da die Familie im Lockdown sehr eng zusammenlebte.

In der Regierung Namibias scheint sich die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass die Gegenwart des Virus Realität ist und die menschlichen „Kollateralschäden“ schlimmer sind als die direkten Folgen des Virus.

Für uns als Namibia-Unterstützungsverein heißt das nun, dass die Projekte 2021 weiterlaufen. Wir finanzieren dieses Jahr 75 Schüler in den Schülerheimen, zwei Suppenküchen, die Toy-Library und mehrere andere kleinere Projekte in Okombahe. Vielleicht müssen wir auch coronabedingt einige Vorkehrungen treffen oder größere Notlagen abfedern.
Falls Sie bei den Projekten des Vereins mithelfen wollen, dann können Sie gerne auf unser Vereinskonto überweisen:
Sparkasse Hohenlohekreis, IBAN: DE57 6225 1550 0220 0211 06
Schreiben Sie uns unter kontakt@namibia-verein.de und wir nehmen Sie gerne in die Liste für Interessierte mit auf. Dann bekommen Sie in unregelmäßigen Abständen neue Informationen von den Projekten.
Mehr Informationen finden Sie unter der Vereinshomepage www.namibia-verein.de
Joachim Knoche, 1. Vorsitzender, Tel 07949 940269
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