Namibia-Unterstützung bringt Hilfspakete nach Okombahe.

Beim Austeilen (Foto: genehmigt)
 
Das Komitee (Foto: genehmigt)
Aktuelle Notizen aus Namibia 20-4-26
Wie ich Ihnen in den letzten „Notizen aus Namibia“ berichtet habe, gibt es nun seit einer Woche in Namibia einen landesweiten strengen Lock-Down mit strikten Ausgansbeschränkungen. Die Folge ist, dass alle Personen, die kein festes Gehalt bekommen, nun mehr keine Möglichkeit haben, durch Gelegenheitsarbeiten oder Straßenverkäufe etwas Geld zu verdienen. Letzte Woche schrieb ich von dem bemerkenswerten Hilfsleistungen der Regierung, die ca. 150 000 Personen zum Überleben helfen. Noch kurz vor dem Lock-Down fuhren nun einige Personen auf ihre kleinen privaten Familienfarmen, aber viele bleiben eben doch auch in Okombahe zurück.
Nach meinen Informationen kamen die Regierungshilfen jedoch bisher im ländlichen Okombahe nicht an. Albertina, eine unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, rief uns an und bat uns, an die ca. 30 Familien mit ihren Suppenküchenkindern zu denken, die im Augenblick gar nichts mehr haben. Unsere beiden Suppenküchen und auch die staatliche Schulspeisung für Grundschulkinder stoppte Mitte März als alle Schulen geschlossen wurden und sich größere Menschengruppen nicht mehr versammeln durften. Nach kurzer Rücksprache fuhr Albertina nach Omaruru zum monatlichen Einkauf, und kaufte so ein, dass sie zusammen mit Desiree, einer Sekretärin vom Bürgermeisteramt, den Einkauf in 30 einzelne Tüten abpackte. Augustinus, der Konrektor der Grundschule, der ebenso die Situation der Kinder sehr gut einschätzen kann, vervollständigte das Gremium, um diese 30 Päckchen zusammen mit etwas Suppe und Fleischbällchen zu verteilen.

In der Zwischenzeit habe ich von Deutschland aus mit dem amtierenden Bürgermeister von Okombahe, Simson Ochumub, den wir auf unserer Reise im März kennengelernt haben, Kontakt aufgenommen. Er sollte nun weitere 30 Haushalte bestimmen, die unter der jetzigen Situation besonders leiden und Nahrungshilfe für die kommenden zwei Wochen benötigen. Der Ausschuss des Namibia Unterstützungsvereins genehmigte weitere Gelder (ca. 700€) für ein kleines Soforthilfeprogramm. Mit diesem Geld und den guten Beziehungen zu den Lebensmittelläden nach Omaruru konnte ich mit dem Inhaber, Kai Griebel, vereinbaren, bis Freitagfrüh weitere 30 Pakete mit haltbaren und frischen Lebensmitteln (ca. 23€ pro Essenspaket) zu packen. Diese wurden dann vom Bürgermeisteramt zusammen mit Albertina, Desiree und Augustinus am Freitag abgeholt. Den ganzen Samstag über wurden, auch mit Mona-Lisa, der Sekretärin vom Landratsamt in Okombahe, diese 30 großen Pakete sehr gewissenhaft an die ausgewählten Haushalte verteilt. Dabei wurden Familien mit Kindern, Alte, Behinderte und Schwangere besonders berücksichtigt.

Helfen ist gut und sinnvoll, aber nicht immer einfach. Wem soll geholfen werden? Wie entstehen möglichst wenig Neid und Missgunst, wenn nicht jeder etwas bekommt? Wer wählt die entsprechenden Haushalte aus? Das sind schwierige Fragen und so ist es gut, dass Albertina vom Bürgermeisteramt, vom Landratsamt und von der Grundschule Unterstützung bekam. Wie oft habe ich schon erlebt, dass gutgemeinte Hilfsleistungen zurückgehalten werden, weil nicht jeder etwas bekommt und keiner die Verantwortung dafür übernehmen will. Von den zugeschickten Bildern sehe ich, wie ernsthaft das Komitee sich Gedanken gemacht hat, wer etwas benötigt und auch das Verteilen sehr gewissenhaft zuging. Mir wurde bestätigt, dass am Abend alle Essenspakete verteilt waren.

Falls sich herausstellen sollte, dass die Not doch größer ist, als wir sie bisher einschätzen können, dann müssen wir eben wieder handeln. Ich bin gewiss, dass es Menschen in Deutschland geben wird, die uns dabei finanziell unterstützen werden.
Falls Sie mithelfen wollen, dann können Sie gerne auf unser Vereinskonto überweisen: Sparkasse Hohenlohekreis, IBAN: DE57 6225 1550 0220 0211 06
Schreiben Sie uns unter kontakt@namibia-verein.de und wir nehmen Sie gerne in die Liste für Interessierte mit auf. Dann bekommen Sie in unregelmäßigen Abständen neue Informationen von den Projekten.
Mehr Informationen finden Sie unter der Vereinshomepage www.namibia-verein.de
Joachim Knoche, 1. Vorsitzender Tel 07949 940269
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