Polizei schickt hungrige Menschen nach Hause

Pastor /Keib und sein Frau Bianca
 
36 Hilfspakete (Foto: genehmigt)
Aktuelle Notizen aus Namibia 16. Mai 2020

Pastor Absalom /Keib und seine Frau Bianca leben in Omaruru, ca. 3 Stunden nordwestlich von Windkoek. Er ist dort Pastor der Evangelischen Lutherischen Kirche. In seiner Gemeinde leben viele bedürftige Menschen, die nun durch den strengen Lockdown der namibischen Regierung in große Not geraten. Alle Gelegenheitsarbeiter und Straßenverkäufer haben nun kein Einkommen mehr. Er organisiert dort mit seiner Frau eine regelmäßige Suppenküche für Kinder und Jugendliche, die auf eine regelmäßige Mahlzeit angewiesen sind. Schon in den letzten Jahren hatte ich bei meinen Reisen gelegentlichen Kontakt zu der Gemeinde und der Namibia Unterstützungsverein hat dadurch der Suppenküche sporadisch geholfen.

Nun kam letzte Woche ein Schreiben und ein Anruf von ihnen, dass durch die besonderen Bedingungen der Corona-Maßnahmen sehr großer Hunger in seiner Gemeinde besteht. Besonders 35 Haushalte benötigen dringend Unterstützung. Seine Bitte: Können wir nicht einmalig helfen? Es schrieb uns einen Brief mit Vorschlägen, was in einem Hilfspaket enthalten sein könnte: Maismehl, Zucker, Mehl zum Backen, Öl, Reis, Tee und Kaffee. Dies sollte 15€ pro Paket kosten. Im Ausschuss unseres Vereins waren wir uns schnell einig, dass wir – aufgrund auch IHRER Corona-Spenden - helfen sollten. In Absprache mit dem Lebensmittelladen vor Ort ergänzten wir diese Pakete mit haltbarem und getrocknetem Gemüse, etwas Obst und Seife und Waschpulver, so dass ein Paket nun 25€ kostete. Wir bestellten nicht nur 35 Pakete, sondern 36, damit das Pfarrerehepaar, dem zurzeit auch die Einnahmen weggebrochen sind, auch ein Paket für sich behalten könnte.
Zusätzlich zu den Esspaketen hat sich eine Frau der Gemeinde bereiterklärt, 100 waschbare Mundschutzmasken für je einen 1€ anzufertigen, um dadurch auch ein kleines Einkommen zu haben. Seit dieser Woche ist auch in Namibia der Mundschutz Pflicht.
Alles in allem kostete dieses Hilfspaket für 36 Haushalte nun 1000€.
Der Pastor verteilte diese Pakete zusammen mit seiner Frau bei den 35 bedürftigen Haushalten. Was er jedoch nicht so vorhergesehen hatte, war die Not der anderen vielen Haushalte, die nun nicht berücksichtigt wurden. Als diese von der Hilfsaktion hörten kamen sie zum Pfarramt, um auch noch etwas zu bekommen. Der Andrang war wohl so groß, dass sie sich abends nicht mehr anders zu helfen wussten und nur mit Hilfe der Polizei diese hungrigen Menschen nach Hause geschickt werden konnten.
Wenn ich das höre und weiß wie gut es vielen von uns geht, dann macht mich das sehr betroffen.
Ähnliche Situationen gibt es bestimmt bei Hilfsaktionen in vielen Ländern des globalen Südens. Viele kleine Hilfsorganisationen versuchen in den betroffenen Ländern die größte Not zu lindern. Beschäftigungs- und Verdienststrukturen, die in Folge der Pandemie gestört werden, müssen jedoch von den einzelnen Staaten selbst wiederhergestellt werden. Ich hoffe nur, dass die wohlhabenden Staaten diese Bemühungen mit ihren Gesetzen und Maßnahmen unterstützen. Konzepte, wie Fairtrade-Produkte oder die Öffnung von Handelsbeschränkungen, sind vorhanden. Wir müssen sie jedoch auch umsetzen!
Falls Sie bei den Projekten des Vereins mithelfen wollen, dann können Sie gerne auf unser Vereinskonto überweisen: Sparkasse Hohenlohekreis, IBAN: DE57 6225 1550 0220 0211 06
Schreiben Sie uns unter kontakt@namibia-verein.de und wir nehmen Sie gerne in die Liste für Interessierte mit auf. Dann bekommen Sie in unregelmäßigen Abständen neue Informationen von den Projekten.
Mehr Informationen finden Sie unter der Vereinshomepage www.namibia-verein.de
Joachim Knoche, 1. Vorsitzender Tel 07949 940269
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