„Landlust oder Landfrust, die Zukunft des Wohnens im ländlichen Raum“

Der CDU Ortsverband Schöntal veranstaltete am Mittwoch dem 13.04.2022 im Saal des Gasthofes Zur Post in Kloster Schöntal einen Vortrag zum Thema „Landlust oder Landfrust, die Zukunft des Wohnens im ländlichen Raum“ mit Stefan Setzer, Baudezernent der Stadt Backnang.
Im gut besetzten Saal begrüßte die Ortsverbandsvorsitzende Sandra Dohmann die interessierten Zuhörer und stellte Parallelen fest, die Schöntal im ländlichen Raum mit der Millionenmetropole Singapuri verbindet, das ist der Platzbedarf für neuen Wohnraum und die dafür benötigten Flächen, welche nicht in unendlichem Maße zur Verfügung stehen, und übergab anschließend das Wort an Stefan Setzer.
In seinem Vortrag erläuterte Stefan Setzer anhand von Grafiken die Entwicklung der Wohnsituation im ländlichen Raum.
Die Einpersonenhaushalte nehmen zu, die Haushaltsgrößen sinken, doch der Flächenbedarf des Wohnraumes bleibt gleich hoch.
Die Reduzierung des Flächenverbrauches ist somit ein politisches Ziel für die Zukunft,
denn auch im ländlichen Raum wird der Wohnraum zunehmend knapper. Der Preisanstieg beim Bauen ist nicht nur auf die steigenden Rohstoffpreise und Materialkosten zurückzuführen, steigende Kosten für die Erschließung von Baugebieten und auch der Umstand dass die Nachfrage nach Baugrund größer ist als das Angebot an Bauland das zur Bebauung zur Verfügung steht lassen das Bauen teurer werden.
Auch die Zunahme an Anfragen von Bauwilligen aus städtischen Bereichen lassen die Grundstückspreise steigen, da diese auf dem Land für Bauherren doch noch erschwinglicher sind als in den Städten oder im Stadtrandgebiet.
Anhand von Beispielen zeigte Setzer wie es möglich ist den Flächenverbrauch zu verringern, denn das großflächige Wohnen wird man sich in Zukunft auf Grund von Platzmangel und steigender Preise nicht mehr leisten können und dürfen.
Im ländlichen Raum dominiert noch das Dorf mit seinen kompakten Strukturen wobei die Neubaugebiete in den Dörfern in der Vergangenheit großzügig angelegt wurden.
Zukünftig könnte man Flächen einsparen, in dem man Neubaugebiete kompakter durch verdichtete Wohnbebauung gestaltet.
Man könne brachliegende Flächen im Ortskernen nutzen, ungenutzte Scheunen und Ställe sowie über längere Zeiträume leerstehende alte Häuser abreißen, umbauen oder sanieren.
Dies könne man auch mit moderner Architektur umsetzen ohne dass die regionale Baukultur und der Dorfcharakter verloren ginge indem man historische Bauformen zeitgemäß interpretiere.
Im Anschluß an den Vortrag beantwortete Stefan Setzer noch die fragen der Zuhörer. Dabei kam auch zur Sprache, dass Gemeinden bei Ausweisen von neuen Baugebieten, sei es für den privaten Wohnbau als auch für Gewerbegebiete, im Gegenzug Ausgleichsflächen für den Umwelt- und Naturschutz zur Verfügung stellen müsse und so auch das Angebot an zur Verfügung stehenden Flächen begrenzt werde.
Mit regen und sachlichen Diskussionen ließen die Teilnehmer die Veranstaltung ausklingen.
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