Landschaftsschutzgebiet Webert in Schwaigern ist bedroht

Gartenrotschwanz-Männchen, Webert Schwaigern
 
Siebenschläfer, Gast im Webert im Herbst in Vogelnistkästen u.Co.
Schwaigern: Streuobstwiese Webert | Wer in Schwaigern-Stadt noch Erholung in der Natur sucht, der kann dies nur noch im nahe gelegenen Landschaftsschutzgebiet Webert/Rohnsbach. Der Webert ist für die Bevölkerung daher ein unverzichtbares Naherholungsgebiet mit einer Mischung von Weinbergen, Streuobstwiesen und Gehölzen. Neben der Nachtigall brüten dort jedes Jahr einige Paare vom Wendehals und vom Gartenrotschwanz. Gerade der mittlere Weg dient für Spaziergänge der Erholung und nur von dort ist die Übersicht über die erquickende Landschaft besonders ansprechend. Das Zusammenwirken der strukturreich gegliederten Landschaft ist gleichermaßen für Mensch und Tier ein wunderbares Refugium. Entlang des mittleren Weges befinden sich auch noch wenige erhaltene und daher für die Natur unverzichtbare Trockenmauern, die gerne von Mauer- und Zauneidechsen angenommen werden.
Wen wundert es, dass dieses vortreffliche Gebiet als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist und dort auch einige besonders geschützte Biotope ausgewiesen wurden. Wie ist es möglich, dass eine Handvoll Weingärtner auch dieses noch nicht von einer Flurbereinigung beeinträchtigte Gebiet verändern wollen. Dabei ist angedacht, den für Erholungssuchende einzigartigen Weg zu streichen und die nicht von Streuobstwiesen und Erholungsgrundstücken bestehenden Teilgebiete dazwischen durch riesige Erdbewegungen im höheren Bereich und in der Nähe des Rohnsbachs mit bis zu 80 % Zuschüssen des Landes und unserer Stadt zu verändern. Schon für die Rebflurbereinigung im Vorderen Berg hat unsere Stadt 73000€ gerne zugeschossen. Auch wenn noch keine fundierten Pläne für den Webert und die mit umzulegenden Gebiete im Kagershardt und der Alten Burg vorliegen, muss unsere Stadt wohl mehr als 200.000€ zuschießen. Wer kann so eine Geldverschwendung verantworten? Im Webert gibt es keine Bereiche, die nicht mit weinwirtschaftlichen Geräten und Maschinen bewirtschaftet werden können, selbst Lesemaschinen und dergleichen können fast überall eingesetzt werden. Wo ist da der Nutzen für die Weingärtner und wo für die Allgemeinheit? Den Schaden für den Verlust der durch die Rebflurbereinigungsarbeiten verjagten Vögel und Tiere und damit des Erholungswertes für die Bevölkerung ist immens und müsste noch dazu addiert werden. Auch das Flurneuordnungsamt ist nicht bereit für uns eine Garantie derart zu geben, dass unsere Natur und Umwelt, vor allem dort noch vorhandene seltene Vögel und Tiere unwiderbringlich Schaden leiden. Nicht nur die Aktiven der Bürgerinitiative Pro-Webert sind der berechtigten Auffassung, dass eine Rebflurbereinigung im Webert reine Steuerverschwendung ist. Weingärtner sollten sich selbst auch Gedanken machen, ob der gesetzliche Flächenabzug, die eigene Kostenbeteiligung und des Ernteausfalls von nahezu 3 Wirtschaftsjahren sich eine Umlegung für sie wirklich rechnet. Dies gilt vor allem für Kleinbetriebsflächen.
Wer klug rechnen kann und dem der Erhalt dieses noch einzigartigen und schönen Gebietes am Herzen liegt, der lässt die Finger weg vom Webert, ein für alle mal.
Martin Feucht, 1. Vorstand des NABU Schwaigern u.U.
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