Löwenzahn ein Geschenk der Natur.

Für viele Unkraut. Aber nicht für mich. Ich finde sie wunderschön
 
Eine tolle Blüte ohne das sie umsorgt werden muss.
Der Löwenzahn, eine ganz wichtige Pflanze in meinem Garten. Mein Lieblingsgedicht von Heinz Erhardt handelt auch von dieser tollen Pflanze:

Löwenzahn ist schon seit jeher
als höchst kriegerisch verschrien,
denn er lässt bei gutem Winde
Fallschirmtruppen feindwärts ziehn.
Und ich sitz auf der Veranda
und verzehre meine Suppe
und entdecke in derselben
zwei Versprengte dieser Truppe.

Botanischer Name:
Taraxacum officinale, bzw. mittlerweile: Taraxacum ruderalia
Pflanzenfamilie: Korbblütler, Asteraceae
Verschiedene Volksnamen: Augenmilch, Augenwurz, Bärenzahnkraut, Bayrischer Enzian, Beddschìssa, Bettpisser, Blindblume, Brummer, Butterblume, Butterstecker, Eierkraut, Franzosensalat, Hahnenspeck, Hundeblume, Judenblume, Kettepösch, Kettenblume, Kuhblume, Kuhlattich, Kuhscheiß, Laternenblume, Lichtbloom, Märzblume, Maiblume, Marienzahn, Melkdistel, Milchdistel, Milchstöck, Pappenstiel, Pfaffenkopf, Pfaffenplatte, Pferdeblum, Pusteblum, Röhrlkraut, Schäfchenblume, Schweineblume, Saurüssel, Sonnenwurzel, Teufelsblume, wilde Zichorie
Woher kommt der Name, Assoziationen zum Erscheinungsbild: Löwenzahn ist eine der Pflanzen mit den meisten Volksnamen.
Die oben genannten sind nur eine kleine Auswahl; es soll über 500 Bezeichnungen für ihn geben!
Sein lateinischer Name könnte auf "tarakshaqum" aus dem Arabischen deuten und bedeutet: bitteres Kraut. "Bettpisser" weist auf seine harntreibende Eigenschaft hin; "Bayrischer Enzian" ist die spöttische Bezeichnung für die überall häufige Pflanze, "Brummer" nannte man ihn, weil sich aus den hohlen Stängeln Blasinstrumente herstellen lassen; "Hahnenspeck", weil die Blätter von Hühnern mit Vorliebe gefressen werden; "Schäfchenblume" nach dem "wolligen" Fruchtstand; die "Pferdeblum" wurde als Pferdearznei verwendet. Vom "Kuhscheiß" kriegen Kühe von großen Mengen Durchfall... "Blindblume", weil man glaubte, dass die Fruchthaare des Löwenzahns blind machen, wenn sie ins Auge geraten. "Franzosensalat" schließlich steht im Zusammenhang mit der seit Februar 1871 in der Schweiz internierten Franzosen der Boubaki-Armee, die den verachteten Löwenzahn zu würdigen verstanden. Weil die Juden im Mittelalter durch die gelbe Farbe gekennzeichnet waren: "Judenblume".
Butterblume weil man früher mit seiner Hilfe Butter eingefärbt hat.
(In der engeren Verwandtschaft gehört der Löwenzahn zu den Cichoriengewächsen (Cichorieae).)
Die Gattung der Löwenzahngewächse (Taraxacum) wird in der botanischen Wissenschaft unterschiedlich gehandhabt. Es gibt mehrere Quellen, in dem mehr als 1.000 verschiedene Löwenzahnarten aufgelistet werden. Andere Quellen hingegen fassen den Löwenzahn in Sektionen zusammen, die in der Regel nach der Region oder nach dem Vorkommen bezeichnet wird.
Der Name taraxacum scheint von den griechischen Wörtern taracos: Störung oder taraxis: Entzündung und akos: Gegenmittel oder akeomai: „ich heile“ entstanden zu sein. Was auf die lange Verwendung der Pflanze zu Heilzwecken hinweist, verstärkt noch durch das Artepitheton officinalis. Es lässt darauf schließen, dass es sich um eine alte Arzneipflanze handelt, denn die „Offizin“ ist der Verkaufsraum einer Apotheke und ‚officinalis’ bedeutet: in den Apotheken gebraucht. Die Pflanze wurde schon seit der griechischen Antike als blutreinigendes und harntreibendes Mittel eingesetzt. In Großbritannien wurde im 19. Jahrhundert aus Löwenzahnblättern eine Art Bier als ländliches Stärkungsmittel gebraut. Aus den Blüten machte man Löwenzahnwein.
Der Botanische Name Taraxacum officinale (lange gültiger Name) wird heute oft vorsichtig als Taraxacum sect. ruderalia bezeichnet. Beim Wiesen-Löwenzahn handelt es sich um ein Aggregat zahlreicher Kleinarten, die heutzutage in der Sektion ‚Ruderalia’ zusammengefasst werden. Ruderalia deutet also auf die Ruderalstandorte hin.
Besonderheiten: weißer, klebriger Milchsaft, Sowohl die Stängel als auch die Leitgefäße der Blätter enthaltenden den charakteristischen Milchsaft. Generell gilt, dass die Menge des Milchsafts mit dem Alter der Pflanze zunimmt. Der Milchsaft schützt die Pflanze durch die enthaltenden Bitterstoffe vor Wildfraß und schützt gleichzeitig vor Infektionen. Die weiße Milch des Löwenzahns enthält bis zu 10 % Kautschuk. Während es zweiten Weltkriegs wurde eine zentralasiatische Art als Kautschuklieferant angebaut. Heute gibt es neue Versuche Löwenzahn als Rohstoffquelle für Kautschuk zu nützen.
Löwenzahn ist eine Wetterpflanze. Schließt er seine Blüten, ist Regen zu erwarten. Bleiben sie trotz Bewölkung offen, kann man den Regenschirm zu Hause lassen.
Auf der Rückseite der 500-DM-Banknote war ab 1992 ein Löwenzahn aus einem Buch von Maria Sibylla Merian von 1679 abgebildet, auf dem eine Raupe und ein Falter sitzen.
Beschreibung und Aussehen der Pflanze: krautig, mehrjährig, winterhart, Stängel blattlos und hohl. Sie hat eine sehr ausgeprägte Pfahlwurzel.
Blätter: Blätter stehen als Rosette und sind länglich, unregelmäßig tief eingeschnitten, unbehaart und glatt. Gezackt, gezahnt, gesägt, tief eingeschnitten bis fiederspaltig,
Blütenfarbe: gelb
Blütenform: . Blütenkörbchen bestehen aus zahlreichen gelben Zungenblüten. Hüllblätter zurückgeschlagen. 200 bis 300 einzelne gelbe Zungenblüten bilden eine Scheinblüte.
Früchte/ Samen: fliegende Schirmchen. Samen mit Flughaaren ausgestattet. (Pappus mit Achänen).
Blütezeit: April bis Juli. Häufig auch eine zweite Blütezeit im Spätsommer.
Sammelzeit: März bis Juli
Pflanzenhöhe: 10-25 cm
Vorkommen: weltweit. Nord und Südhalbkugel. Brachflächen genauso wie Acker, Wiesen, Stadtgrünflächen, Gärten, praktisch überall wo sich ein bisschen Erde finden lässt.
Standortansprüche: Anspruchslos, im Prinzip überall. Am liebsten aber auf nährstoffreichen, durchlässig, humosen Böden. Sonnig bis halbschattig.
Wie vermehrt sie sich: über Samen der vom Wind verbreitet wird. Lichtkeimer.
Die kleinen Zungenblüten werden zu kapselförmigen Samen mit jeweils einem durch einen kleinen Stiel hervorgehobenen, feinhaarigen Flugschirm (Pappus). Die weißlichen Schirmchen bilden gemeinsam einen flauschigen Ball an der Pflanzenspitze. Durch den Wind werden die Löwenzahn-Früchte als Schirmflieger-Samen vom bald kahl dastehenden Pflanzenkopf gelöst und manchmal kilometerweit verbreitet.
Welche Teile können genutzt werden: Wurzeln, Blattmasse, Blüten
Geschmack: bitter, herb. Knospen angebraten haben ein nussiges Pilzaroma.
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Flavonoide, Triterpene, Phytosterole,hoher Kaliumgehalt, Vitamin C. In der Wurzel Fructose und Inulin.
Die Blätter haben mit 500 Milligramm pro 100 Gramm einen höheren Kaliumgehalt als viele andere Gemüsesorten. Der Vitamin-C-Gehalt liegt mit 65 Milligramm sogar über dem einer Zitrone.
Volksmedizinischer Gebrauch: Die Wirkung von Löwenzahn kann mit folgenden Eigenschaften beschrieben werden: appetitanregend, stoffwechselanregend, entwässernd, krampflösend, Förderung des Gallenflusses (choleretisch), magensaftanregend, entzündungshemmend.
Diese Wirkungen macht sich die Heilkunde zusammenfassend für folgende Beschwerden zu Nutze:
Gallen- und Leberbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, Wasseransammlung, Pickel, Ekzeme, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen, Blasen- und Nierenbeschwerden, Stoffwechselbeschwerden, Rheuma. Außerdem zur Erhöhung der Harnmenge und damit zur Durchspülung der Harnwege unterstützend bei leichten Harnwegsbeschwerden.
Pharmazie: Anerkanntes Heilkraut für Harntreibende und Verdauungsfördernde Präparate unter Anderem gegen Leber- und Gallenbeschwerden, sowie Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blähungen.
Nutzen für kosmetische Produkte: Tee, Tinkturen, Essig die wiederum in Hautreinigungsprodukte benutzt werden können. (Gesichtswasser, Reinigungsmilch)
Verwendungsarten: Blätter: Gemüse, Pesto, als Beigabe in Salat, Kräuterquark, Frischkäse, Tee. Blüten: Gelee, Sirup, Honig, Likör. Knospen ähnlich wie Kapern eingelegt oder leicht in der Pfanne angebraten. Wurzeln als Kaffeeersatz oder als Likör. Tieren als Futterpflanze, Imkern als Bienenweide für ihre Bienen.
Schirmchen als Spielerlebnis für Kinder

Rezepte:
ich nutze die Blätter am Meisten auf meinem Käse-Vesperbrot als frische Beilage. Also als Salatersatz. Damit das Käsebrot nicht ganz so fade schmeckt.

Aperitif aus Löwenzahnblüten: 30 Gramm Blüten in einen halben Liter trockenen Weißwein legen und eine Stunde ziehen lassen. Danach ab filtern und etwa eine halbe Stunde vor dem Essen genießen. Hat eine verdauungsfördernde Wirkung.
Löwenzahn als Kaffee-Ersatz: Wurzeln in kleine Stückchen schneiden und zum Trocknen auslegen. Diese dann in einer Pfanne oder auf dem Backblech rösten, bis sie gut duften und gleichmäßig dunkel geworden sind. In einer Kaffeemühle mahlen und daraus einen Kaffee aufbrühen. Soll der Verdauung förderlich sein und das Herz stärken! Einen Teelöffel Pulver mit einer Tasse Wasser aufkochen und sofort wieder absieben. Wenn er zu lange zieht, wird er zu bitter!
Sirup und Honig: 2 Hand voll Löwenzahnblüten, 1 kg Zucker, abgeriebene Zitronenschale, kristalline Zitronensäure.
Die Löwenzahnblüten werden in einem Kochtopf knapp mit Wasser bedeckt und langsam zum sieden gebracht. Danach gießt man diesen mattgelben Sud durch einen Kaffeefilter in einen Messbecher. Nun auf einen Viertelliter entstandener Flüssigkeit ein kg Zucker, etwas Zitronenschale und ein bis zwei Teelöffel kristalline Zitronensäure
zufügen. Danach in einem Topf gut durchkochen lassen. Stoppt man den Kochvorgang kurz bevor der Saft eingedickt ist, erhält man einen schönen Sirup. Lässt man den Sirup länger kochen, ergibt es einen aromatischen, dunklen Honig.
Rezept eingelegte Löwenzahnkapern: 3 Handvoll Löwenzahnknospen, ¼ TL Meersalz, 150 ml Weißweinessig.
Löwenzahnknospen mit Salz vermischen und in ein Weckglas füllen. 24 Std. ziehen lassen. Danach Essig aufkochen und heiß über die Kapern gießen. Das Glas gut verschlossen 2 Wochen an einem dunklen Ort ziehen lassen.
Löwenzahn-Likör: Zutaten: 150 g offene Löwenzahnblüten, 300 g Kandiszucker,
2 Zitronen, 250 ml Wasser, 1,5 Liter Korn.
Die gewaschenen und getrockneten Löwenzahnblüten werden in Scheiben geschnitten und in ein Gefäß gegeben. Der Kandiszucker wird im Wasser aufgelöst und ebenfalls dazu gegeben. Weiterhin gibt man Saft und Schale der Zitronen dazu. Das Gefäß lässt man nun eine Woche in der Sonne stehen, wobei 2-mal täglich umgeschüttelt wird.
Nach dieser Zeit seiht man ab, gibt den Korn dazu und füllt in Flaschen ab.
Blütentee zur Äußerlichen Anwendung - als Schönheitskur im Frühjahr:
Aus den Blüten einen Tee zubereiten. Er wirkt wie ein klärendes Gesichtswasser, regt die Durchblutung und den Hautstoffwechsel an – die Haut wird weich und geschmeidig.
Zwei Hände voll Löwenzahnblüten mit ¼ Liter heißem Wasser übergießen, den Tee auf Körperwärme abkühlen, die Blüten leicht ausdrücken und als Packung auf das Gesicht legen! Mindestens 10 Minuten lang liegen lassen! Anschließend das Gesicht mit dem Löwenzahntee nachwaschen, den Rest des Tees abends als Gesichtswasser auftupfen.
Sommersprossen-Öl: Zutaten: 4 mittelgroße saftige Löwenzahn-Blätter, 5 Eßl. Rizinusöl
Man wäscht die Löwenzahnblätter, schneidet sie klein und gibt sie zusammen mit dem Rizinusöl in einen kleinen Topf. Im Wasserbad 10 Minuten sieden. Danach noch
3 Stunden ohne Erwärmung stehen lassen, dann absieben.
Dieses Öl bleicht und entfernt hartnäckige Sommersprossen, braune Altersflecken und kleine Leberflecken.
Warnhinweise: Menschen, die nachgewiesen eine Kontaktallergie mit dem Milchsaft haben, sollten auf Presssäfte und Tinkturen verzichten. Unter Umständen können auch Magenbeschwerden auftreten. Meist geschieht dies, wenn der Tee zu lange zieht oder die Anwendung über einen sehr langen Zeitraum erfolgt. Nicht anwenden bei Entzündungen oder Verschluss der Gallenwege oder Darmverschluss. Werden Löwenzahnkraut, Löwenzahnblätter oder Löwenzahnwurzeln zur Durchspülungstherapie verwendet, muss reichlich Flüssigkeit getrunken werden. Bei Nierenerkrankungen dürfen Löwenzahnzubereitungen nicht eingenommen werden.
Verwechslungsgefahr: Genau hinschauen, im frühen Wachstum leicht zu verwechseln. Mit Wegwarte (Blatt rau und behaart). Und mit Schaftlöwenzahn und dem Gewöhnlichen Ferkelkraut. Im Gegensatz zum hier beschriebenen Löwenzahn sind die Stängel dieser beiden Pflanzen nicht hohl. Allerdings sind auch diese Pflanzen essbar.
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3 Kommentare
4.170
Gudrun Vogelmann aus Bad Friedrichshall | 24.03.2020 | 18:53  
1.941
Daniela Somers aus Untergruppenbach | 24.03.2020 | 19:40  
4.170
Gudrun Vogelmann aus Bad Friedrichshall | 25.03.2020 | 11:03  
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