Sensibilität des Öhringer Oberbürgermeister Thilo Michler zum Thema Brandschutz - Windpark Karlsfurtebene

Der Investor Abowind AG, Wiesbaden, plant auf der Gemarkung Öhringen/Waldenburg (Karlsfurtebene) insgesamt 9 Windräder zu bauen und hat dafür beim Landratsamt Hohenlohe die Baugenehmigung beantragt. Da diese Windräder inmitten eines geschlossenen Waldgebietes gebaut werden sollen, was dazu noch teilweise unter Naturschutz steht, gibt es seit Jahren erheblichen Widerstand gegen diese Baumaßnahmen.
Dem Antragsteller Abowind wurde auferlegt, u. a. ein Brandschutzgutachten erstellen zu lassen, damit geprüft werden kann, unter welchen Auflagen eine Genehmigung der Anlagen aus Feuerschutzgesichtspunkten ggf. möglich wäre. Dieses, aus unserer Sicht inhaltlich sehr bedenkliche Brandschutzgutachten, liegt seit Ende November 2019 vor und wurde sowohl der Stadtverwaltung in Öhringen als auch Waldenburg zugeschickt. Die Gemeinden sollen klären, ob die darin geforderten Brandschutz- und Brandbekämpfungsanforderungen von den örtlichen Feuerwehren zu leisten wären. Eine Rückmeldung an das Landratsamt ist notwendig.

Aufgrund der Initiative unseres Vereines "Bürgerinitiative Gegenwind Waldenburg-Michelbach-Öhringen e. V." fand am 07. Juli 2020 ein Gespräch mit der Verwaltung Waldenburg sowie dem Gemeinderat statt in dem beschlossen wurde, detailliert auf dieses Brandgutachten einzugehen und aufzuzeigen, ob die beschriebenen Anforderungen erfüllt werden können.
In einem Brief an den Öhringer Oberbürgermeister Thilo Michler vom 18. Juni 2020 hat unser Verein ebenfalls um einen Termin mit der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat gebeten, um abzuklären, ob die Feuerwehr Öhringen in der Lage wäre, die Anforderungen zu erfüllen.
Bei einem Brand eines Windrades kann dieses selbst nicht gelöscht werden, sondern nur „kontrolliert“ abbrennen. Ein Windrad mit 230 m Höhe kann brennende Teile bis zu 1.000 m weit wegschleudern sowie thermisch aufsteigende, brennende und glühende Aschepartikel über große Entfernungen bis 1.000 m horizontal je nach Windeinfluss transportieren und somit einen Wald komplett in Brand setzen und auch gleichzeitig großflächig einen Vegetationsbrand auslösen. Da der Ortsteil Obersteinbach und das Albert-Schweitzer-Kinderdorf weniger als 1.000 m von den geplanten Windrädern entfernt liegen, bestünde hier im Brandfall Lebensgefahr für diese Bürger.
Die Gefahr für das Leben und die Gesundheit der Menschen sowie deren Sachgüter erstreckt sich weiter über die Gebiete Öhringen (Teilort Michelbach am Wald) sowie  Waldenburg und dessen Teilorte.
All das haben wir auch im Brief an Oberbürgermeister Thilo Michler und den Öhringer Gemeinderat thematisiert.
Die Antwort von Herrn Michler auf unseren Brief war:  "Wie Sie wissen, ist das Landratsamt dafür zuständig. Beim Thema Brandschutz verlassen wir uns voll auf unseren sehr guten Kreisbrandmeister…. Wir haben uns darüber nicht ausgetauscht. In der Regel ist das auch nicht notwendig."

Der Gesetzgeber hat laut Brandschutz-, Hilfs- und Katastrophen- Gesetz (BHKG), die Gemeinden zu Aufgabenträgern für den Brandschutz und Hilfeleistung bestimmt. Einzig die Gemeinden sind hierzu berechtigt und zugleich verpflichtet.
Für eine Diskussion steht Herr Michler nicht zur Verfügung.

P.S. Diese Antwort ist aus unserer Sicht an Ignoranz und Sorglosigkeit gegenüber den Bürgern nicht zu überbieten.
Vielleicht liegt es daran, dass prozentual zu wenig Bürger des Verwaltungsgebietes Öhringen durch einen möglichen Brand gefährdet würden und andere Bürger ihn nicht interessieren. Er legt dann aber den Begriff "volksnahe" Bürgervertretung falsch aus und praktiziert eine Delegierung der Verantwortungslosigkeit.

Vorstand,
Bürgerinitiative Gegenwind Waldenburg-Michelbach-Öhringen e.V.
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logo laga aus Eberstadt | 10.07.2020 | 15:06  
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