DER KULTURWANDERWEG JAGST: DIE ZWEITE ETAPPE VON NEUDENAU NACH MÖCKMÜHL

Start in Neudenau am Friedhof mit schönem Blick auf die St. Laurentius Kirche und das Altstadt-Ensemble.
 
Brückenheiliger auf der Jagstbrücke.
Welch ein Kontrast zu unserer Nebelwanderung der ersten Etappe. Es war zwar bitterkalt am Dienstag in der Frühe, aber die klare Luft und ein strahlend blauer, ja fast schon langweiliger Himmel, ließen auf eine schöne Wanderung und auf ebenso schöne Fotos hoffen.

Start war auf dem große Parkplatz am Friedhof von Neudenau. Ein kurzer Ausflug zum jüdischen Friedhof war leider ein Reinfall. Die kleine Anlage ist zur Zeit wegen baulicher Sicherheitsmängel geschlossen.

Überhaupt war es mit den Sehenswürdigkeiten auf dieser Etappe so eine Sache. Die Wallfahrtskapelle St. Gangolf ist im Winterhalbjahr geschlossen und sonst auch nur Sonntags geöffnet. Auch mit den anderen sogenannten Sehenswürdigkeiten auf dieser Etappe hat der Wanderer wenig Glück.

Schloss Domeneck ist als Privatbesitz nur von außen zu bewundern und so verhält es sich auch mit der Burganlage in Möckmühl. Wenn ich Schlossherr wäre, würde ich es sicher ähnlich machen. Wer will schon dauernd wildfremde, schnatternde und fotografierende Menschen in seinem Heim haben. Wenigstens hat man von außen einen schönen Blick auf die Anlagen. Das entschädigt ein bisschen.

Ärgerlicher ist der Fall beim Schloss Assumstadt. Um dorthin zu gelangen, muß man den Kulturwanderweg verlassen und ein ganzes Stück nach Züttlingen laufen, und dann natürlich auch wieder zurück auf den Wanderweg.

Doch eine böse Überraschung erwartet den Kulturbeflissenen. Durchgang verboten! Privat! Kein Eingang! Parken Verboten! Fahradfahren Verboten! An jeder Ecke ein Verbotsschild. Das Schild „Vorsicht Selbstschussanlage“ habe ich vermutlich übersehen.

Nicht mal von außen ist ein schöner Blick auf das durch einen Park geschützte Schloss zu erhaschen. Eine Sehenswürdigkeit die ich nicht sehen = besichtigen kann, ist doch keine Sehenswürdigkeit. Warum also wird das Schloss Assumstadt in der Wanderbroschüre der Touristikgemeinschaften Hohenlohe und Heilbronner Land als Sehenswürdigkeit aufgeführt? Ich empfehle dringend, Schloss Assumstadt aus der Broschüre zu streichen. Das ist sicher auch im Sinne des Schlossherrn, der ja eh’ keine Besucher will.

Daher meine dringende Warnung an alle Wanderer: Bitte keinen Abstecher nach Züglingen zum Schloss machen. Das ist Frust pur.

So, jetzt habe ich mir das von der Seele geschrieben und wir gehen nun auf die Kulturwanderung ohne Kultur.

Erstes Highlight ist die St. Gangolfs-Kapelle mit ihren schönen, mit historischen Hufeisen geschmückten Türen. Danach steigt der Weg sanft an zum Losberg mit herrlichem Fernblick. Die qualmenden Schlote vom Kraftwerk Heilbronn, aber auch die Südzucker, wo zur Zeit die Zuckerrübenkampagne läuft, und sogar der Dampf über dem Kühlturm von Neckerwestheim sind zu sehen und erinnern uns daran: es ist eine Wanderung in der Region, ganz nah an Zuhause.

Am steilen Rebhang von Siglingen machen wir eine erste Pause auf einer sonnenbeschienenen Bank mit Blick ins Tal. Die Seele baumeln lassen. Aber bald geht es weiter. Der Weg wechselt zwischen offener Landschaft, Äckern und Wiesen und schönen Waldstücken. Kurz vor Schloss Domeneck versinkt der Kulturwanderweg in Matsch und Modder. Die Zuckerrübenkampagne hat hier voll zugeschlagen.

Bis zum Schloss Domeneck sind wir bisher keinem Menschen begegnet. Nur ab und zu in der Ferne mal ein Spaziergänger mit Hund. Nicht jeder hat halt soviel Zeit wie wir und kann am hellichten und herrlichen Dienstag wandern gehen.

Auf schönen Wald- und Wiesenwegen geht es nun Richtung Möckmühl. Auffallend oft stöbern wir hier oben Rehe auf. Scheint ein gutes Revier zu sein.

Bald schon taucht Möckmühl auf. Wir bekomen einen grandioser Blick auf die Altstadt und die Burg. Der Zug fährt in einer Stunde, so haben wir noch Zeit und bummeln durch die Gassen des hübschen Städtchens und hoch zur Burg. Am Bahnhof endet dann diese zweite Etappe des Kulturwanderwegs Jagst.

Interessantes Detail am Rande: ein Schild am Bahnhof zeigt an, hier beginn der Hauptwanderweg Nr. 40 des Odenwaldklubs. Er führt 68 Kilometer von Möckmühl über Mosbach, Kloster Lobenfeld nach Heidelberg-Rohrbach. Da kommt mir doch gleich eine neue Idee.  ;-)

Die zweite Etappe ist recht gut ausgeschildert. Allerdings weicht der zum Download bereitgestellte Track etwas von der ausgeschilderten Strecke ab, was aber kein großes Problem darstellt.
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13 Kommentare
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Uschi Dugulin aus Neuenstein | 25.11.2021 | 10:07  
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Anneliese Herold aus Oedheim | 25.11.2021 | 10:15  
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Gerhard Hölzel aus Neckarsulm | 25.11.2021 | 13:04  
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Michael Harmsen aus Weinsberg | 25.11.2021 | 13:35  
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Moni Bordt aus Weinsberg | 25.11.2021 | 14:35  
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Monika Breusch aus Ellhofen | 25.11.2021 | 15:40  
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Gudrun Vogelmann aus Bad Friedrichshall | 25.11.2021 | 16:08  
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Michael Harmsen aus Weinsberg | 25.11.2021 | 17:12  
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Heide Böllinger aus Bad Friedrichshall | 25.11.2021 | 18:59  
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Michael Harmsen aus Weinsberg | 25.11.2021 | 19:13  
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Heide Böllinger aus Bad Friedrichshall | 25.11.2021 | 20:02  
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Tanja Blind aus Brackenheim | 25.11.2021 | 23:00  
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Sigrid Schlottke aus Bad Rappenau | 26.11.2021 | 21:12  
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