Die Geschichte von Melusine und dem Grafen von Gamburg

5
Das geheimnisvolle Schlösschen in Eulschirben.
Diese Geschichte wird so, oder so ähnlich, in vielen Regionen Deutschlands, aber auch in Frankreich und vielen anderen Ländern Europas erzählt. Ihr Ursprung geht wohl auf antike, keltische und asiatische Sagen zurück.

Im Taubertal soll sie sich in Gamburg und der Eulschirbenmühle zugetragen haben:

Einst hat der Burgherr auf Burg Gamburg mit seinen Mannen einen Jagdausflug unternommen. Nach der Jagd kehrten sie in der Eulschirbenmühle, die nur wenige Kilometer entfernt von der Burg direkt an der Tauber gelegen ist, ein.

Dort erblickte er eine wunderschöne Magd, und sofort war es um ihn geschehen. Er hatte sich Hals über Kopf in das hübsche Mädchen verliebt.

Vom Müller der Mühle erfuhr der Graf, das Melusine, so hieß das Mädchen, jeden Morgen pünktlich zur Arbeit erschien, außerordentlich fleißig und klug sei, aber jeden Abend im Dunkel der Nacht verschwand. Niemand wußte wohin sie geht und wo sie wohnt.

Das weckte des adligen Burgherren Neugier und er lauerte ihr am Abend auf, um zu sehen, wohin die geheimnisvolle Schöne verschwand.

Zu seiner Überraschung sah er wie Melusine ihre Kleider auszog, sie in einem Gebüsch versteckte und in die schwarze Tauber sprang. Kaum hatte sie das Wasser berührt, verwandelte sich ihr Unterleib in einen schuppigen Fischschwanz. Sie war eine Flußnixe.

Der liebestolle Ritter stahl Melusines Kleider, und so ward sie durch einen alten Zauber ihm verfallen. Der Herr der Gamburg ließ neben der Mühle ein kleines schlossähnliches Gebäude errichten. Dort verbrachte er mit Melusine viele schöne Tage. Noch heute steht dieses geheimnisvolle Schlösschen an der Tauber.

Natürlich entging der Gräfin das frevelhafte Treiben ihres Mannes auf Dauer nicht. Zusammen mit dem eifersüchtigen Müller gingen sie zum Abt des Klosters Bronnbach, um ihm von dem ruchlosen Treiben zu berichten.
Dieser übergab den beiden ein geweihtes Siegel. Sie legten dieses auf die Treppe, die von der Tauber in das Lustschloss führte. Als Melusine tags darauf aus dem Wasser stieg, um zu ihrem Geliebten zu gelangen, erblickte sie das heilige Siegel. Mit einem Schrei des Entsetzens sprang sie laut wehklagend in den Fluß und ward nie wieder gesehen.

Der Graf konnte diesen Verlust nicht überwinden und starb kurz darauf an seinem Liebeskummer. Die Gräfin gründete ein Kloster, das alsbald von einem Hochwasser zerstört wurde. Auch der Müller kam in den Fluten ums Leben.

Das war die Rache von Melusine, der Wasserfrau.
5 13
2 10
2 6
17
Diesen Autoren gefällt das:
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
15 Kommentare
10.166
Anneliese Herold aus Oedheim | 03.08.2021 | 17:44  
6.157
Michael Harmsen aus Weinsberg | 03.08.2021 | 18:13  
2.523
Uschi Pohl aus Heilbronn | 03.08.2021 | 18:24  
2.702
Uschi Dugulin aus Neuenstein | 03.08.2021 | 18:25  
6.157
Michael Harmsen aus Weinsberg | 03.08.2021 | 18:33  
2.702
Uschi Dugulin aus Neuenstein | 03.08.2021 | 18:39  
2.523
Uschi Pohl aus Heilbronn | 03.08.2021 | 19:03  
1.871
Tanja Blind aus Brackenheim | 03.08.2021 | 19:16  
6.157
Michael Harmsen aus Weinsberg | 03.08.2021 | 19:21  
5.147
Heide Böllinger aus Bad Friedrichshall | 03.08.2021 | 20:04  
2.279
Monika Breusch aus Ellhofen | 03.08.2021 | 20:05  
6.093
Gudrun Schickert aus Künzelsau | 03.08.2021 | 21:14  
2.825
Elke Pfeiffer aus Neckarsulm | 04.08.2021 | 10:00  
8.137
Gudrun Vogelmann aus Bad Friedrichshall | 04.08.2021 | 12:44  
9.405
Sigrid Schlottke aus Bad Rappenau | 04.08.2021 | 19:47  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.