Heimatverliebt, Kapitel 17

Auf gehts
 
Blick zur Hohen Brach
Heimat neu entdeckt. Die Hörschbachschlucht

Als ich die ersten Anzeigen für das Buch „Heimatverliebt“ in der Heilbronner Stimme gesehen habe, war mir sofort klar: Das muss ich haben! Es hat dann aber doch eine ganze Weile gedauert, bis ich bei der Stimme auf der Allee vorbeiging, um es mir zu besorgen.

Wieder zu Hause, habe ich es gleich ausgepackt und war sogleich positiv überrascht. Es fühlte sich gut an. Das kommt dem Ein oder Anderen jetzt vielleicht seltsam vor. Ja, ich achte auch bei Büchern auf die Haptik. Dieses hatte es mir sogleich angetan. Bei Umschlag und Innenseiten wurde auf ein gutes Papier geachtet, dass zum Thema passt. Auch die Bindung ist tadellos. Natürlich, warm und angenehm liegt es in der Hand und lässt sich gut umblättern. Haptik ist mir sehr wichtig. Es ist Hochgenuss für mich, ein Laguiole Taschenmesser aus Olivenholz in der Hand zu halten. Qualität die man spüren kann. Der erste Eindruck zählt, sagt man. Das hat bei „Heimatverliebt“ schon mal gepasst.

Wenn man das Buch aufschlägt, schaut man sich natürlich zuerst die vielen Fotos an. Auch hier wurde eine gute Auswahl getroffen. Bunt, abwechslungsreich und originell, kaum eine Seite ohne Foto.

Das Layout ist konsequent, aber nicht statisch. Es wirkt modern und nie unruhig. Auch der freie Raum kommt zum Einsatz und gönnt dem Auge kurze Ruhepausen. Die mutige Auswahl verschiedener Schriften und Schriftstile setzt herrliche Akzente.

Äußerst abwechslungsreich kommt der Inhalt daher. Munter wechselt das Buch zwischen Wanderführer und Kochbuch, erzählt Geschichten, zitiert aus Kinderbüchern und Gedichten, erzeugt Stimmungen mit schönen Bildern und gibt praktische Informationen zu Wanderrouten, Anfahrt und wo man nach der Wanderung einkehren kann. Eingestreut immer wieder kleine Grafiken, Piktogramme und Karten. Es wird nie langweilig.

Die Texte sind mit viel Liebe und Sachkenntnis der Themen geschrieben. Man merkt, hier sind die Autoren mit Herz und Verstand bei der Sache gewesen.

So war nach erster Lektüre für meine Frau und mich klar, die Hörschbachschlucht bei Murrhardt muss es sein. Am letzten Mittwoch war es endlich so weit. Der Wetterbericht kündigte 30 °C an und es hat schon lange nicht mehr geregnet. Ideale Voraussetzungen für eine Schluchtenwanderung.

Die Anreise von Weinsberg dauerte ca. eine knappe Stunde. Vom Parkplatz P1 ging es los. An der Menge der Parkplätze und den vielen Hinweis- und Gebotsschildern lässt sich erahnen: Hier kann es auch sehr voll werden. Heute ist es aber eher ruhig. Nur bis zum Vorderen Wasserfall war etwas Trubel, eine Schar Kinder mit Badeklamotten genossen es kreischend, sich unter das kalten Wasser zu stellen.

Danach wurde es ruhiger. Langsam folgten wir den ausgetretenen Wegen. Lauschten dem Wald und seinen Geräuschen und fingen an zu genießen. Der Pfad mäandert mal links, mal rechts vom Bach und manchmal liefen wir auch im Bachbett selbst. Da der Hörschbach jetzt im Hochsommer wenig Wasser führt, ist das immer wieder ohne Probleme möglich, vorausgesetzt die Wanderschuhe halten dicht.

Ab und zu mussten verschlammt Passagen umgangen werden und es ging steil die Böschung hinauf. Etwas trittsicher sollte man schon sein, vor allem wegen der vielen Wurzeln, die aus dem Boden kommen. Wanderstöcke sind hier durchaus hilfreich. Umgestürzte Bäume versperrten den Weg und zwangen die Wanderin und den Wanderer zu kleinen Kletterübungen.

Trotz Ferien sind nur wenige Menschen unterwegs, so waren wir die meiste Zeit allein. Wir spüren die kühle der Schlucht und das freuen uns über das Schattenspiel der hochstehenden Sonne, in der Mittagszeit, deren Strahlen durch das Blätterdach jetzt bis auf den Talboden dringen. Dass dort oben außerhalb der Schlucht die Sonne gnadenlos herunter brennt, merken wir hier unten nicht.

Höhepunkt am Ende der Schlucht ist der Hintere Wasserfall. Bestimmt gibt es Zeiten, da fällt hier mehr Wasser herunter. Aber dann kommt man sicher nicht so entspannt durch die Schlucht.

Nach einer kleinen Rucksackvesper geht es auf dem Höhenweg zurück zu unserem Auto. Den ursprünglichen Plan einer größeren Rundwanderung verwerfen wir. Da wir etwas zu spät von zu Hause losgekommen sind, wird die Zeit knapp und wir wollen noch einen Bummel durch Murrhardt machen.

Das Städtchen Murrhardt überrascht uns mit seinen vielen wunderschönen Fachwerkhäusern und dem gemütlichen Marktplatz. Leider ist mittwochs das Naturparkzentrum geschlossen. Dafür genießen wir ein großes Eis, das haben wir uns verdient und treten die Heimreise an.

Wir kommen bestimmt wieder und hatten Dank „Heimatverliebt“ einen wunderschönen Tag.
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13 Kommentare
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Elke Pfeiffer aus Neckarsulm | 30.07.2020 | 19:56  
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Angelika Di Girolamo aus Künzelsau | 30.07.2020 | 20:28  
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Sigrid Schlottke aus Bad Rappenau | 30.07.2020 | 23:11  
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Erwin Weigend aus Güglingen | 31.07.2020 | 15:34  
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Erwin Weigend aus Güglingen | 31.07.2020 | 15:58  
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Michael Harmsen aus Weinsberg | 31.07.2020 | 16:20  
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Erwin Weigend aus Güglingen | 31.07.2020 | 16:37  
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Michael Harmsen aus Weinsberg | 31.07.2020 | 17:01  
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Sigrid Schlottke aus Bad Rappenau | 31.07.2020 | 17:35  
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Gudrun Vogelmann aus Bad Friedrichshall | 31.07.2020 | 19:33  
2.040
Michael Harmsen aus Weinsberg | 01.08.2020 | 09:08  
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Gudrun Vogelmann aus Bad Friedrichshall | 01.08.2020 | 09:34  
2.040
Michael Harmsen aus Weinsberg | 01.08.2020 | 13:56  
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