Schenken mit Sinn und Verstand

Haben Sie sich mal Gedanken darüber gemacht, woher Ihr Weihnachtsgeschenk kommt und unter welchen Bedingungen es gefertigt wurde?

Vermutlich wissen Sie, dass die meisten „erzgebirgischen“ Dekoartikel nicht in Familienwerkstätten in Annaberg oder Seiffen, sondern in chinesischen Fabriken hergestellt wurden.
Prinzipiell spricht in einer globalisierten Welt ja nichts dagegen, dass im Globalen Süden Beschäftigte ihren Lebensunterhalt verdienen mit der Produktion von Gegenständen, die uns hier in Europa erfreuen. Aber wie steht's dort um die Arbeits- und Menschenrechte? Meistens ist das unklar.
Wenn Sie in einem Weltladen ein Geschenk finden, können Sie sicher sein, dass es nach den Grundsätzen des Fairen Handels produziert und vertrieben wird. Dazu gehören Ausschluss von ausbeuterischer Kinderarbeit und Zwangsarbeit, Geschlechtergleichheit, Versammlungsfreiheit, keine Diskriminierung, bessere Arbeitsbedingungen, partnerschaftliche Handelspraktiken und Zahlung fairer Preise. Unsere Lieferanten kaufen direkt bei den Produzenten ein und können für die Einhaltung dieser Standards garantieren aufgrund eigener regelmäßiger Besuche und Kontrollen durch unabhängige Zertifizierungsstellen. Unsere Großhändler – die bekanntesten gepa, el puente und dwp weltpartner - arbeiten nicht mit Gewinnabsicht, ihre Hauptgesellschafter sind kirchliche Entwicklungs- und Jugend-Organisationen, sowie Produzentenorganisationen. Und in den Weltläden sind die Mitarbeiter fast ausnahmslos ehrenamtlich tätig. Kurz gesagt - der Mensch, nicht der Profit steht bei uns im Mittelpunkt.
Deshalb brauchen wir uns auch nicht vor einem deutschen Lieferkettengesetz zu scheuen, wir fordern es – im Einklang mit Leitprinzipien der Vereinten Nationen - vielmehr schon lange. Alle Staaten müssen wirksame Maßnahmen treffen, um Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen zu verhindern und zu ahnden. Entsprechende Mechanismen gelten bereits in Frankreich, Großbrittanien und den Niederlanden und am 29. 11. gab’s dazu in der Schweiz eine Volksabstimmung. Deutschland ist noch zurückhaltend. Erst 42 Unternehmen und u.a. die beiden großen Kirchen haben sich für ein solches Gesetz ausgesprochen.
Macht ein Geschenk nicht mehr Freude, wenn Sie mit gutem Gewissen sagen können, dass es nicht nur schön aussieht, vielleicht auch nützlich ist, sondern auch nachhaltig und fair hergestellt und vertrieben wurde?
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