Burgen, Gärten und ein wollüstiger Satyr. Zwei Wanderer im Natur- und Fahrradparadies Taubertal.

Der Nymphenbrunnen im Burgpark der Gamburg. Mit der Darstellung eines wollüstigen Satyrs und einer Bacchantin, die angeblich die Geliebte des Künstlers darstellt.
 
Idyllische Tauber, auf fast jeder Brücke steht der Brückenheilige Nepomuk.
Das liebliche Taubertal zwischen Bad Mergentheim und Wertheim und weiter nach Miltenberg bietet einen wunderschönen Fahrradwanderweg am Rande unserer Region. Ein Klassiker der Fahrradwege. Alles ist hier auf die strampelnde und natürlich auch auf die elektrifizierte Klientel eingestellt. Man kann wohl zurecht von einem Paradies für Fahrradfahrer sprechen. So haben auch wir unsere, nur durch Muskelkraft zu bewegende, Drahtesel auf den Fahrradträger gepackt und ab ging es nach Tauberbischofsheim. Nicht aber, ohne auch unsere Wanderausrüstung eingepackt zu haben. Schließlich kennen wir die Gegend recht gut, haben wir doch viele Jahre in Gamburg, nahe dem Kloster Bronnbach, gewohnt und wissen, welch’ herrliche Wanderungen man dort machen kann.

So war dieser Ausflug nicht nur ein normaler Kurzurlaub, sondern auch ein nostalgischer Tripp in unsere eigene Vergangenheit. Erstaunlich, was sich dort in den 25 Jahren seit unserem letzten Besuch alles verändert hat.

Die Burg in Gamburg war zu unserer Zeit dort, sehr zum Leidwesen der Bevölkerung, nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Das änderte sich erst durch den Kauf der Burg durch die Familie von Mallinckrodt. Sie machte in vielen Jahren aus der dem Verfall preisgegebenen Ruine wieder ein Schmuckstück und Kulturerbe von europäischem Rang.

Erstaunlich, was die Mallinckrodts hier entdeckt und geschaffen haben. Unter dem Putz der Jahrhunderte legten sie, unter anderem, die ältesten weltlichen Wandmalereien nördlich der Alpen frei. Herrlich auch der Burgpark mit seiner botanischen Sammlung und dem Nymphenbrunnen mit der Darstellung eines wollüstigen Satyrs mit einer Bacchantin . Eine Führung mit dem launigen Burgherrn ist kurzweilig und offenbart viele Details aus der Historie der Burg, der Kunstgeschichte und dem Leben im Mittelalter. Sie ist absolut zu empfehlen.

Auch das Kloster Bronnbach lag damals noch im Dornröschenschlaf. Mit dem Erwerb durch den Main-Tauber-Kreis und einer aufwendigen Renovierung wurde der prächtigen Anlage wieder neues Leben eingehaucht. Nicht nur als Sehenswürdigkeit, sondern auch als Veranstaltungsort. Von der Hochzeit bis hin zu Tagungen werden die Räumlichkeiten genutzt. Interessanterweise liegt das Catering in den Händen eines Weinguts aus dem Weinsberger Tal.

Auf einer Tour von Bad Mergentheim nach Wertheim haben wir diese Perlen des Taubertals besichtigt. Aber auch Tauberbischofsheim und Wertheim, das mit der Burgruine und der Lage am Main ein bisschen an Heidelberg erinnert, haben Einiges zu bieten. Alte Ortschaften, zahlreiche Brücken, auf keiner darf der Brückenheilige Nepomuk fehlen, säumen den Weg. Typisch für die Region Tauberfranken sind auch die unzähligen Bildstöcke. Der Älteste, mit der Darstellung des Auferstandenen, steht in Gamburg und soll von 1493 sein.

Wandern kann man vor allem in den Wäldern und auf den Höhenzügen oberhalb des Taubertals herrlich. Wir fanden unsere alten Wege wieder, heute allesamt ausgewiesene Wanderwege und oft Teil eines der hier zahlreich durchführenden Fernwanderwege.

Vor allem das Naturschutzgebiet „Apfelberg“ oberhalb Gamburgs hatte es uns angetan. Als ältestes Naturschutzgebiet im Taubertal ist es ein wunderschönes Fleckchen Natur, das wir zu unserer großen Freude so vorgefunden haben, wie wir es in Erinnerung hatten. Ein weiteres, sehr schönes Naturschutzgebiet ist der Lindenberg. Hier habe ich einen Segelfalter entdeckt. Im Frühjahr blühen dort zahlreiche Orchideenarten.

Das Taubertal ist als Ziel für einen Kurzurlaub oder einen Tagesausflug, ob zum Fahrradfahren, zum Wandern oder für den Kulturbeflissenen, ein sehr lohnenswertes Ziel.
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15 Kommentare
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Heide Böllinger aus Bad Friedrichshall | 01.08.2021 | 12:25  
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Elke Pfeiffer aus Neckarsulm | 01.08.2021 | 13:24  
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Uschi Dugulin aus Neuenstein | 01.08.2021 | 15:08  
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Anneliese Herold aus Oedheim | 01.08.2021 | 16:40  
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Gudrun Vogelmann aus Bad Friedrichshall | 01.08.2021 | 17:31  
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Tanja Blind aus Brackenheim | 01.08.2021 | 19:04  
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Sigrid Schlottke aus Bad Rappenau | 01.08.2021 | 23:10  
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Gerhard Hölzel aus Neckarsulm | 02.08.2021 | 00:42  
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Hans Jürgen Krug aus Obersulm | 02.08.2021 | 08:56  
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Michael Harmsen aus Weinsberg | 02.08.2021 | 15:28  
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Schwäbischer Albverein, Ortsgruppe Weinsberg aus Weinsberg | 02.08.2021 | 16:31  
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Daniela Somers aus Untergruppenbach | 02.08.2021 | 19:40  
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Gudrun Schickert aus Künzelsau | 12.08.2021 | 18:02  
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Michael Harmsen aus Weinsberg | 13.08.2021 | 09:12  
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Gudrun Schickert aus Künzelsau | 13.08.2021 | 14:00  
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