Der Kulturwanderweg Jagst: Die erste Etappe von Bad Friedrichshall nach Neudenau

Herbst am Schachtsee
 
Idyllischer Schachtsee
Zeitig aufstehen war angesagt, schließlich wird es jetzt Abends früh dunkel und die Etappe hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Wo wir gleich bei der ersten wären. Das Besucherbergwerk in Bad Friedrichshall/Kochendorf. Seit geraumer Zeit wegen Corona geschlossen und ganz ehrlich, ein Besuch dort wäre für einen Wandertag echt zu viel. Das ist ein extra Ausflug.

So nun geht es aber los. Das Auto geparkt am Bahnhof in Bad Friedrichhall und schon nach wenigen Metern taucht im dichten Nebel der kleine Schachtsee auf. Da wir uns hier noch auf dem historischen Salzweg befinden, gibt es einige Hinweistafeln zu der Geschichte des Salzabbaus. Ein altes Tretrad steht am Wegesrand. Ob wohl davon der Ausdruck in der „Tretmühle stecken“ kommt?

Nachdem wir den Ort verlassen, wird es auch gleich sehr idyllisch. Ziegen, Hühner und ein pittoresker Truthahn auf einem Grundstück geben ein schönes Fotomotiv ab.

Vorbei an voll mit Misteln bewachsenen Bäumen führt der Weg bis zur Anna-Kapelle (Kreuzkapelle). Sie ist durch ein Gitter verschlossen, so kann man trotzdem einen Blick hineinwerfen. Vorbei an dem historischen Wasserkraftwerk geht der Weg entlang der Jagst (mit Abstand) bis nach Heuchlingen. Das Deutschordens-Schloß ist die nächste Sehenswürdigkeit. Der Weg an der Jagst war bisher so ruhig und idyllisch, dass uns der lärmende Autoverkehr hoch in den Ort abschreckt, außerdem sind wir schon jetzt mit der Zeit etwas im Verzug, ich knipse halt zu viel. So begnügen wir uns mit einem nebelverhangenen Blick von unten, um schnell wieder in die Stille des Jagsttals einzutauchen.

Nach einer kurzen Rast bei Untergriesheim nehmen wir den Aufstieg zum Hungerberg in Angriff. Ein Schild warnt uns: „Benutzen der Treppe auf eigene Gefahr“. Nicht ganz zu unrecht, sehr steil, mit schmalen Stufen und bei diesem Wetter auch glitschig führt dieser Abstecher weg vom eigentlichen Wanderweg, über Privatgelände hoch Richtung Höchstberg zur Wallfahrtskapelle „Unserer Lieben Frau vom Nussbaum“.

Vorher erwartet uns aber noch eine Überraschung. Die Lourdes Grotte. Diese befindet sich in Privatbesitz, durch Zufall treffen wir dort auf die Eigentümerin und ihren Schwiegersohn, die gerade dabei sind, den Platz zu reinigen und die Grotte neu zu schmücken. Sie erzählt uns die Geschichte ihres Großvaters (siehe Foto Nr. 27).

Übrigens befindet sich neben der Grotte ein überdachter Tisch mit zwei Bänken, Platz für 4-6 Wanderer und eine gemütliche Vesperpause.

Weiter geht es vorbei an der Bergscheuer, einem Gebäude mit 900 Jahren Geschichte, zur Wallfahrtskapelle. Die Nebelschwaden wabern so dicht auf dem Berg, dass wir regelrecht erschrecken, als die Kirchenglocken läuten. Wir waren nur wenige Meter entfernt und haben sie nicht gesehen.

Leider entpuppt sich der Weg, den ich mir in meiner Outdoor-App rausgesucht hatte, um wieder auf den Kulturwanderweg zu kommen, als ziemliches Schlammloch. So entscheiden wir uns, ein kurzes Stück auf der Straße hinunter zur Jagst zu gehen.

Wir haben den Eindruck, es wird schon langsam wieder dunkel (hell war es ja heute nie) und wir wollen noch hoch zum Herbolzheimer Kreuzweg. So legen wir einen Zahn zu, um nicht noch in die Dämmerung zu gelangen. Unterwegs noch ein interessantes Denkmal für einen 1943 abgestürzten Jagdflieger-Piloten.

Entlang des Kreuzwegs geht es dann hinunter nach Neudenau. Den im Prospekt versprochenen Blick auf Herbolzheim gibt es leider nicht. War wohl ein Marketing-Gag oder sollte es am Nebel gelegen haben? ;-))

Wir erreichen Neudenau passend für die Bahn, die im Ein-Stunden-Takt nach Bad Friedrichshall fährt.

Wenn man unterwegs die beschriebenen Sehenswürdigkeiten besuchen will, muß man ordentlich Zeit einplanen. So haben wir Herbolzheim ausgelassen, der Weg führt auch nicht dort durch. Offiziell sind es 13 Kilometer, aber mit den Abstechern und unserem Irrweg in Höchstberg kam einiges mehr zusammen. Wir waren 7 Stunden unterwegs und rechtschaffend müde, als wir wieder das heimische Weinsberg erreichten.

Die nächste Etappe geht von Neudenau nach Möckmühl. Wir sind schon sehr gespannt was uns da erwartet.
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19 Kommentare
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Uschi Pohl aus Heilbronn | 07.11.2021 | 19:52  
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Uschi Dugulin aus Neuenstein | 07.11.2021 | 21:30  
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Karl-Heinz Wachtler aus Leingarten | 07.11.2021 | 22:06  
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Tanja Blind aus Brackenheim | 08.11.2021 | 07:24  
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Monika Breusch aus Ellhofen | 08.11.2021 | 07:55  
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Hans Peter Schmitt aus Bad Friedrichshall | 08.11.2021 | 08:39  
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Michael Harmsen aus Weinsberg | 08.11.2021 | 08:43  
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Michael Harmsen aus Weinsberg | 08.11.2021 | 08:48  
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Sigrid Schlottke aus Bad Rappenau | 08.11.2021 | 09:33  
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Michael Harmsen aus Weinsberg | 08.11.2021 | 09:42  
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Wander Gaby aus Heilbronn | 08.11.2021 | 12:06  
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Michael Harmsen aus Weinsberg | 08.11.2021 | 16:55  
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Gudrun Schickert aus Künzelsau | 08.11.2021 | 20:50  
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Michael Harmsen aus Weinsberg | 09.11.2021 | 17:14  
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Magnus Diller aus Oedheim | 09.11.2021 | 17:16  
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Gudrun Vogelmann aus Bad Friedrichshall | 09.11.2021 | 18:34  
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Michael Harmsen aus Weinsberg | 09.11.2021 | 18:36  
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Gerhard Hölzel aus Neckarsulm | 09.11.2021 | 22:02  
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Gudrun Vogelmann aus Bad Friedrichshall | 10.11.2021 | 10:49  
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