Jahresbericht 2018

Sozialminister Manfred Lucha besuchte das Weinsberger Tal in diesem Jahr gleich drei Mal.

Das erste Mal im Januar anlässlich der zentralen Gedenkfeier des Landes für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Weißenhof. Dabei weihte er eine neue Gedenktafel am Mahnmal ein, die an die 908 Menschen der damaligen „Heil- und Pflegeanstalt“ erinnert, die nach Grafeneck gebracht und ermordet wurden. So etwas darf nie wieder geschehen. Die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar.

Das zweite Mal war Manne Lucha im Lebenshaus der Aufbaugilde. Dabei würdigte er die Hilfsangebote für Menschen mit ehemaliger Alkoholsucht. 16 ehemalige Bewohner haben es geschafft: Sie arbeiten wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Das dritte Mal war er wieder auf dem Weißenhof, diesmal aber, um den neuen Landespsychiatrie-Plan vorzustellen. Hilfsbedürftige Menschen sollen möglichst selbständig bleiben können, ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten sollen stärker berücksichtigt werden und sie sollen am gesellschaftlichen Leben weiterhin teilnehmen können. 170 Mitarbeiter aus Weinsberg, Winnenden und Wiesloch waren dabei anwesend.

Im Mai fand der „Zukunftskongress Mobilität in der Region Heilbronn-Franken“ der Fraktion Grüne/Linke/ÖDP statt. Der stellvertretende Vorsitzende der Regional-Verbands-Versammlung, Armin Waldbüßer, moderierte mit anderen den Kongress mit kompetenten Referenten:

Regional-Verbands-Direktor Klaus Mandel machte darauf aufmerksam, dass die geplante Elektrifizierung der Hohenlohe-Bahn zur Folge haben wird, dass der Güterverkehr auf der Strecke zunehmen wird, bevorzugt nachts. Wir Grünen begrüßen das, allerdings darf das nicht zum Nachteil für die Anwohner gereichen. Wir fordern deshalb rechtzeitig entsprechende Maßnamen zum Schallschutz.

Der Geschäftsführer des HNV, G. Groß, arbeitet daran, dass es einen ÖPNV aus einem Guss gibt, zu dem auch Car-Sharing gehört und eine Mitfahrer-App.

C. Link vom Verkehrs-Club Deutschland (VCD) rechnete vor, dass die vereinbarten Klima-Ziele nur zu erreichen sein werden, wenn der ÖPNV um 50% zunimmt. Er regte an, dass der ÖPNV für Schüler kostenlos sein sollte.

Der OB von Neckarsulm, S. Hertwig, stellte den ausgehandelten Mobilitätspakt für die Region vor, der auch Fahrgemeinschaften (Drive-Sharing über eine Mitfahrer-App), Taktverdichtung des ÖPNV und einen Radschnellweg durchs Weinsberger Tal beinhaltet.

Der Betriebsrats-Vorsitzende von Audi, R. Klotz, erklärte, dass der DGB sich zu den Pariser Klimaschutz-Zielen bekennt. Er machte darauf aufmerksam, dass flexible Arbeitszeiten die Bildung von Fahrgemeinschaften und die Abstimmung des ÖPNV erschweren.

MdL Daniel Renkonen von den Grünen erläuterte das ÖPNV-Konzept der Landesregierung: Im Mittelpunkt steht eine Mobilitäts-Garantie für alle Bürger: Von 5-24 Uhr mindestens ein Stundentakt. Schnelle Regio-Busse sollen gefördert werden, die zudem behindertengerecht sind. Ab Dezember 2018 wird es einen landesweiten BW-Tarif geben, der die Fahrkarten billiger macht.

D. Maier von der Nahverkehrs-Beratung Südwest machte deutlich, dass die Versorgung des ländlichen Raumes am einfachsten mit einer Kombination von E-Bike und Zügen gewährleistet werden kann. Dazu müssen lediglich abschließbare Fahrradboxen an den Bahnhöfen aufgestellt werden.

Silke Ortwein (DGB-Regions-Sekretärin) schließlich machte sich für die Beibehaltung des Mobilitäts-Tickets im Landkreis stark.

Insgesamt war das ein sehr informativer Nachmittag mit hochkarätigen Referenten.
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