Seniorenwandergruppe Abstatt, Winterwanderung 18.02.2018 Wüstenrot

  Wüstenrot: Wellingtonienplatz | Seniorenwandergruppe Abstatt
Winterwanderung am 18.02.2018 in Wüstenrot

Um 11 Uhr trafen sich 25 Wanderer an der Wildeckhalle Abstatt um mit Wanderführer Walter Huber eine obligatorische Winterwanderung in Wüstenrot durchzuführen.
Beim Start in Abstatt war der Himmel grau und die Sonne konnte man nur ahnen, angekommen in Wüstenrot schien die Sonne strahlend vom Himmel herab. Es gab Schnee, Sonne, blauer Himmel, was will man mehr. Man fühlte sich wie in einem Wintersportort in den Alpen, nur dass es keine so hohen Berge gab.
Die Wanderung begann beim Parkplatz in der Nähe der Kirche, vorbei am alten Rathaus, jetzt Heimatmuseum ging es über den Raitelberg zum Wellingtonienplatz zu den Mammutbäumen.
Über schneebedeckte Wanderwege ging es hinab nach Stangenbach, unterwegs gab es noch einen Erfrischungsstopp um in Stangenbach den Aufstieg, vorbei am Silberstollen nach Wüstenrot schaffen zu können. Die verdiente Einkehr fand im Restaurant Schönblick statt.
Die Seniorenwandergruppe Abstatt bedankt sich bei Wanderführer Walter Huber für diese schöne Wanderung..
Klaus Schiedewitz
Geschichte:
In der Nähe der heutigen Gemeinde liegt der Obergermanische Limes, dennoch wurde die Gegend zu römischer Zeit noch nicht besiedelt. Die erste überlieferte Erwähnung einer Ortschaft im Gemeindegebiet ist 779 die Schenkung eines Besitzes in Stangenbach an das Kloster Fulda. Wüstenrot wurde erst 1325 erstmals erwähnt.
Während des 11. und 12. Jahrhunderts gehörte die Gegend den Grafen von Löwenstein. 1277, nach dem Ende der Staufer, erwarben die Grafen von Hohenlohe, die Herren von Weinsberg und die Schenken von Limpurg Einfluss. Die Burg Maienfels über dem Brettachtal fiel an die Herren von Weinsberg, die auch die nahe Burg Böhringsweiler (auf heutiger Gemarkung von Großerlach) besaßen.
Im 14. Jahrhundert besaß ein Rittergeschlecht, das sich nach der Burg benannte, Maienfels. Noch im 14. Jahrhundert starben die Ritter von Maienfels aus, und die Burg fiel 1390 an Wolf von Wunnenstein, genannt „Gleißender Wolf“. Dessen Sohn unternahm Raubzüge gegen reichsstädtische Handelszüge, bis er durch die Stadt Rothenburg gefangen genommen wurde.
Wüstenrot fiel 1504 an Württemberg, während das um 1511 gegründete Finsterrot zu Hohenlohe gehörte. Das Dorf entstand in einer Rodung, die Wendel Hipler, hohenlohischer Kanzler, vornehmen ließ. Zu dieser Zeit gewann die Glasherstellung, die sich der reichen Holzvorräte der umliegenden Wälder bediente, an Bedeutung. Ortsnamen wie Neuhütten erinnern noch heute an diesen Wirtschaftszweig, der bis in das 19. Jahrhundert bestand. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Orte im Mainhardter Wald wie in ganz Württemberg stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Bevölkerung ging teils auf die Hälfte zurück und erreichte erst Jahrzehnte später wieder den alten Stand.
1772/73 erfasste ein „Silberrausch“ Wüstenrot und Umgebung. Dem naturwissenschaftlich interessierten Prälaten Oetinger aus dem nahen Murrhardt waren Erzproben aus der Wüstenroter Pfaffenklinge überbracht worden. Ein selbsternannter betrügerischer „Bergrat Riedel“ aus Sachsen, der sich damals bei Oetinger aufhielt, behauptete, diese hätten einen hohen Silbergehalt, und konnte Oetinger davon überzeugen, sich für den Betrieb eines Bergwerks an dieser Stelle einzusetzen. Durch den Einsatz Oetingers wurde das Bergwerk namens Unverhofftes Glück genehmigt, der Verkauf von Kuxen finanzierte es. Riedel gelang es, Offiziere und Soldaten aus Ludwigsburg, darunter Schillers Vater Johann Kaspar Schiller, zur Finanzierung eines weiteren Stollens neben dem ersten zu gewinnen, der den Namen Soldatenglück erhielt. Auch in den benachbarten Orten Erlach und Neulautern legte man Silberbergwerke an. Silberfunde blieben jedoch überall aus, und trotz einer Bergwerkspredigt Oetingers am 25. Juli 1773, die zum Ausharren ermahnte, wuchsen die Zweifel an Riedel, der schließlich in Löwenstein verhaftet wurde. Der Betrieb der Bergwerke wurde eingestellt, das Inventar verkauft. Seit 1986 steht die Pfaffenklinge mit den Stollen als flächenhaftes Naturdenkmal unter Schutz.[7]
Im 18. und frühen 19. Jahrhundert war die Familie Wenzel weit in Wüstenrot verbreitet. Aus ihr entstammten mehrere Schultheiße und Gastwirte sowie vor allem zahlreiche Hüttenmeister der Glashütte in Neulautern. Der Bundeskanzler Helmut Schmidt, dessen Vater anfangs noch den Nachnamen Wenzel trug, stammt von dem um 1800 aus Wüstenrot nach Hamburg verzogenen Christian Heinrich Wenzel ab.[8]
Während der Umordnung der Region zu Napoleons Zeit kamen die Orte Finsterrot, Maienfels, Neuhütten und Neulautern an Württemberg. Im Laufe der Märzrevolution 1848 kam es in der Ritterschaft Maienfels, die zwar keine hoheitlichen Rechte mehr hatte, jedoch als Landbesitzerin immer noch Abgaben von den Bauern erheben konnte, zu Aufständen. Not, Elend und Misswirtschaft der Orts-Schultheißen trieben die Einwohner zur Auswanderung und führten dazu, dass 1855/56 alle fünf Gemeinden unter Staatsaufsicht gestellt wurden, die in Wüstenrot bis 1864 andauerte, in Neulautern bis 1876. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Industrieansiedlungen errichtet, die neben der Landwirtschaft, der Glasherstellung und der Holzwirtschaft für weitere Erwerbsmöglichkeiten in der Region sorgten.
1921 gründete Georg Kropp in Wüstenrot die Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde, aus der sich die spätere Wüstenrot Bausparkasse entwickelte. Schon 1930 siedelte das Unternehmen nach Ludwigsburg über, behielt aber den Namen Wüstenrot bei. Die daraufhin von einem ehemaligen Kropp-Mitarbeiter 1931 in Wüstenrot gegründete Bausparkasse Deutsche Erde erwies sich als kurzlebig und wurde 1933 wieder aufgelöst.
Wikipedia
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