Zwei syrische Jungen auf dem Weg zum Abitur

Anas Oyoun im Deutschunterricht
Von Syrien in den Libanon, vom Libanon in die Türkei und von dort aus nach Deutschland. Das war die lange Reise des 17-jährigen Anas und seines ein Jahr älteren Bruders Obada Oyoun im Jahr 2015, nachdem sie aus ihrem Heimatland flüchten mussten. Im nahegelegenen Neudenau fanden sie ein neues Zuhause und gingen ab November 2015 auf die Realschule in Möckmühl. Im Sommer 2018 hatten sie erfolgreich die 10. Klasse und somit ihren Realschulabschluss geschafft. Doch statt die Schule hinter sich zu lassen, entschlossen sich die beiden ehrgeizigen Jungen noch einen Schritt weiterzugehen und informierten sich am Jagsttal-Gymnasium in Möckmühl über die Möglichkeit, ihr Abitur zu machen. Anfang des Schuljahres 2018/19 begrüßte sie Schulleiter Marcus Dunke und sie begannen ihre Laufbahn am Gymnasium. Anas möchte Arzt werden, Obada Informatik studieren. Um sie bei diesen Lebenszielen zu unterstützen, werden sie am Jagsttal-Gymnasium intensiv gefördert. Diese Chance, über die Realschule das Abitur am Allgemeinbildenden Gymnasium zu absolvieren, steht unter bestimmten Bedingungen selbstverständlich auch anderen Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund offen. Voraussetzung für die Zulassung zur Kursstufe (Klasse 11 und 12) ist der Nachweis einer zweiten anerkannten Fremdsprache und ausreichende Deutschkenntnisse. Da die beiden Brüder durch ihren bisherigen schulischen Werdegang keine der in Deutschland üblichen zweiten Fremdsprachen mitbringen, dürfen sie gegen Ende dieses Schuljahres eine Prüfung in ihrer Muttersprache Arabisch ablegen. Deutschlehrerin Liesa Buechau ist sich sicher, dass Anas und Obada das Abitur in zwei Jahren bewältigen können: „Sie müssen weiterhin mit Ehrgeiz und Arbeitseifer ihr Ziel verfolgen, dann steht ihnen auf dem Weg zum Abitur nichts im Weg. Wenn ich mir überlege, dass beide erst seit 2015 in Deutschland sind, dann wird mir bewusst, was sie schon alles geleistet haben. Davor habe ich großen Respekt und ich bin mir sicher, dass sie auch das Abitur schaffen können.“
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