Hoch hinaus über Himmelsleiter und Chartaque und gerade aus der Linie nach

Die Spiegel oberhalb von Kürnbach ermöglichen einen etwas anderen Weitblick
 
Die BZG Eppingen des Heilbronner DAV hat diesen schönen Platz geschaffen und die Himmelsleiter renoviert.
Eppingen: Stellwerk West am Bahnhof | Immer wieder hatten d'Gaby un de Erich den Eppinger Linien Weg auf ihren Wanderungen im Grenzgebiet zwischen Baden und Württemberg gestreift. Ostern bot sich nun an zwei Etappen des Qualitätsweges zu erproben.
Am Karfreitag ging es vom Treffpunkt in Kürnbach aus in Fahrgemeinschaft nach Eppingen. Die erste Überraschung war eine Brückenbaustelle des DAV Eppingen, kurz vor der Himmelsleiter. Deren 202 Stufen hatten sie 2016 in 500 ehrenamtlichen Arbeitsstunden renoviert. Die Wanderleiter hatten die Etappe so gewählt, dass auch Zeit für Umwege und Aussichtplätze blieb. So lohnte sich der Abstecher zum Schillerplatz allein wegen der Massen von Wald-Schlüsselblumen. Gleich darauf wieder ein Stück vom Weg entfernt der Kraichgaublick. Alles gut ausgeschildert und leicht zu finden. Der sehr abwechslungsreiche und mit langen Abschnitten auf Waldpfaden versehene Weg hat die Auszeichnung als Qualitätsweg (wanderbares Deutschland) wirklich verdient. Der Ottilienberg wurde für eine spätere Rundwanderung rechts liegen gelassen und bald war die Chartaque erreicht. Besonders für die Mittwochswanderer ist es interessant, dass Marcel König den Wächter beim Turm erschaffen hat. Er ließ auch die Skulptur "Das höchste Gut" am Skulpturenweg im Köpfertal entstehen.
Ein Highlight folgt auf diesem Weg auf das andere. Zuerst die 15 Hügelgräber der Kelten, die ihre Toten in Hockstellung bestatteten. Dann wieder ein Umweg zur Fünflichs-Eiche. Diese steht als Naturdenkmal in einem Buchenwald, dessen Boden dicht an dicht mit Bärlauch übersäht ist.
Kaum hat der Wanderer diese Eindrücke in sich aufgenommen, schon ist die nächste Aussicht, der Schlettich erreicht. Und wer sich die Mühe macht und sich ein wenig umschaut, dem entgeht auch der wunderschöne Grillplatz nicht. Leider wurden am Karfreitag keine Cocktails an der Schlettich-Bar ausgeschenkt. Für Fledermäuse dagegen ist am Weg gesorgt, im Steinbruch sind einige Nistkästen angebracht.
Dann ein grausiger Fund. Entweder ein Fuchs oder ein Hund hatte kurz bevor die Gruppe kam eine Fehlgeburt. Der Fötus mit Mutterkuchen lag am Wegesrand.
Die nächste Station, das Bauernopfer, war schon von weitem zu sehen. Nun befanden sich die Wanderer auf dem Eppinger Linien RUNDweg, einem künstlerisch historischen Wanderweg. Am Alten Berg war man genau 300 Meter über dem Meeresspiegel, bei der Höhenmarke, aber gleich darauf direkt zwischen den Spiegeln am Weitblick. Kaum noch ein Stück den Weg hinunter, und schon musste die Gruppe die Eppinger Linien verlassen um nach Kürnbach zum Apothekergarten hinein zu kommen. Da führte der Weg am noch geschlossenen Märchengarten und am Minigolfplatz vorbei zum Wasserschloss und in die Altstadt mit ihren tollen Fachwerkhäusern.
Der Abschied sollte nicht schwer fallen, denn hier wird es am Ostermontag weiter gehen.

Etappe 2: Eppinger Linienweg von Kürnbach nach Maulbronn

Die Vorfreude und großen Erwartungen, die die erste Etappe hervorgerufen hatte, konnte die zweite am Ostermontag nicht erfüllen. Vom Minigolfplatz in Kürnbach aus ging es einen geteerten Weg hinauf. Leider führt der Eppinger-Linien-Weg von da ab oft über sogenannte "Waldautobahnen", also breite Forstwege. Dort wo der Pfad naturnah und schmal wird, ist er überwiegend von Mountain-Bikern zerfahren, was auch andere, entgegenkommende Wanderer, sehr bemängelten. Es gibt auf diesem zweiten Abschnitt auch nicht diese kurzweiligen Zwischenziele und Abzweige mit Schildern auf denen z. B. steht: "130 m bis zum Kraichgaublick". Dafür führt der Weg über Felder oder am Waldrand entlang, breit und geteert. Abwechslung bieten allerdings die Kunstwerke von Hinrich Zürn und der Schlossbergturm in Sternenfels, der aber mit einem sehr steilen Anstieg über Asphalt bezahlt wird. Oben stellte die Gruppe dann fest, dass es sich nicht, wie es von weitem anmutet, um einen historischen, sondern um einen sehr schön gestalteten Wasserturm handelt. Eine längere Pause um Kaffee am Kiosk und die herrliche Aussicht zu genießen haben die Vorwanderer verdient.
Eine weitere Enttäuschung bot sich dann am Scheuelberg. Hier ist die Bank am Aussichtpunkt abgebaut und durch einen Stacheldrahtzaun, der direkt am schmalen Weg, man möchte sagen, für Kinder schon fast gefährlich, entlang führt. Es scheint, als wäre hier ein angrenzender Grundstückseigentümer mit der Wegführung nicht einverstanden...
Später entschädigte aber noch ein schönes Waldstück oberhalb von Maulbronn und ein herrlicher Blick über den Ort und das Kloster. Das Ziel war erreicht. Die dritte und kurze Etappe wird die Gruppe in umgekehrter Richtung wandern, um sich zuerst in Mühlacker umschauen zu können und dann im Kloster genug Zeit zu haben, evtl. auch für eine Führung. Das an einem der kommenden Sonntage.
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