Wanderwoche in der Fränkischen Schweiz

Vor der Kreuzigungskapelle über Pottenstein (Foto: Bernhard Weigand / wei)
  Zum Bier weg nach Oberfranken

In Bamberg begann die Wanderwoche des SAV, Ortsgruppe Beilstein, am 15.Oktober mit einer Stadtführung in der Weltkulturerbestadt. Die gebürtige Bambergerin zeigte den interessierten Zuhörern „ihre“ Stadt und begeisterte mit einem umfangreichen Wissen zu allen Themen. Nach einer süßen Einkehr ging es nach Ebermannstadt, dem ersten Quartier.

Pünktlich um 9.00 Uhr verließ die Gruppe das noch stille Städtchen und stieg auf die Höhen der Fränkischen Schweiz. Sonnenstrahlen erwärmten die Luft und beleuchteten einen stillgelegten Steinbruch, den sich die Natur schon wieder zu eigen gemacht hat. Vorbei an der roten Marter und -etwas später- dem Denkmal für sechs Kinder, welche 1993 auf dem Schulweg an dieser Stelle erfroren , ging es nach Kalteneggolsfeld, wo unter einer 1200 Jahre alten Linde Rast gehalten wurde. Am späten Nachmittag ließ sich die Gruppe gerne im Biergarten einer kleinen, aber feinen Brauerei nieder und konnte dann, gut gestärkt, unbeschwert den Weg zum Hotel in Heiligenstadt antreten.

Der Montag wurde als Rundwanderweg gestaltet. Nach dem Aufstieg zur Burg Greifenstein. Die Stammburg der Stauffenbergs, die hier auch noch wohnen, ist in einem sehr guten Zustand und bietet sehenswerte Einrichtungen. Über Felder und Wälder führte der Weg erst zum Schloß Oberaufseß, dann weiter nach Aufseß. Hier wurde zur Mittagseinkehr in einer Brauerei Halt gemacht. Freundliches Personal und gute fränkische Küche erfreuten das Herz. Hinter dem Ort und nach dem Schloß Nieraufseß ging es zurück nach Heiligenstadt.

Am Dienstag startete die Gruppe in Hollfeld. Der kleine Ort, in dem sich einige Künstler niedergelassen haben und den Ort damit auch prägen, ist auch noch durch die liebevoll angelegten Terrassengärten bekannt. Aus dem Tal der Wiesent führte der Weg hinüber ins Tal der Lochau nach Schönfeld. Der mäandernde Bach ist einer der wenigen, nicht begradigten Gewässer in Deutschland. Herrlich anzusehen für das Auge und ein gemütlicher Wiesenweg zum Wandern. Über den Plankenstein (481m) mit seiner wunderschönen Aussicht auf das weite Land ging es dem Endziel in Waischenfeld zu.

Am nächsten Morgen war die Burg Rabenstein das erste Ziel. Vollständig erhalten thront sie auf einem Felsvorsprung über dem Ailsbachtal. Dieses musste durchwandert werden, was bedeutete: erstmal 100 Höhenmeter hinunter, auf der anderen Seite die gleiche Distanz auf schmalen Wegen wieder hinauf. Trotz der Anstrengung eine schöne Erfahrung, kamen doch auch die ersten Felsblöcke in der Landschaft zum Vorschein. Die letzte Stunde durch das Marienthal hinunter nach Pottenstein war für die Wanderer ein landschaftlicher Genuss: der kleine Bach, die massiven Felsen und die Enge des Tales beeindruckten sehr.
Am Donnerstag danach die ersten Tropfen auf dem Weg hinauf zur Burg Pottenstein. Verbunden damit wieder ein herrlicher Ausblick in die Landschaft
und das Erlebnis der Kreuzigungskappelle. Von dort über Feld und Flur hinüber nach Gößweinstein mit seiner beeindruckenden Basilika. Auf einem anspruchsvollen, aber landschaftlich sehr interessanten Steig hinab ins Wiesenttal und weiter durch das Aufseßtal. Der Dauerregen machte die Wege nass und rutschig und auch die Lust am Wandern schwand zusehends. So waren alle froh, als sie nach einem letzten steilen Aufstieg und danach stetigem Bergab Muggendorf erreichten.

Der letzte Wandertag war eine gemütliche Halbtagestour zurück zum Ausgangsort Ebermannstadt, das nach knapp drei Stunden erreicht war. Auf schmalen Waldwegen, durch Fluren und über Brücken führte der Weg durch das Wiesenttal. Vielfältige Eindrücke von der Landschaft, von Speiss und Trank und viele freundliche Begegnungen mit den Einwohnern machten die Woche zu einem sehr schönen Erlebnis für alle, die dabei waren.

Bernhard Weigand
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