Beeindruckendes Anti-Kriegs-Theater am Robert-Mayer-Gymnasium

Sarah-Ly Brinkmann, Lucie Gatzmaga und Klara Ruprecht in der Aufführung von Arrabals Stück "Picknick im Felde" am RMG

Mit großer Eindringlichkeit präsentierte die Theater-AG des RMG in der Keplerhalle das so beklemmende wie schwarzhumorige „Picknick im Felde“ von Fernando Arrabal (*1932).

Der doppeldeutige Titel spielt mit den paradoxen Elementen der grotesken Situation: Der Soldat Zapo, in seiner noch fast kindlichen und doch desillusionierten Jugendlichkeit großartig gespielt von Klara Ruprecht (7d), erhält Besuch von seinen kleinbürgerlich-spießigen und völlig naiven Eltern (glänzend: Lucie Gatzmaga als Mutter, Sarah-Ly Brinkmann als Vater, 9d). Sie wollen als Sonntagsausflug im Schützengraben mit Zapo picknicken. Dazu kommt ein feindlicher Soldat, ebenfalls hervorragend dargestellt von Emily Degott (9d). Daran, dass es ihm in allem exakt so ergeht wie Zapo, zeigt sich die Absurdität des Krieges, doch als nach der Verbrüderung gerade alle ausgelassen tanzen, fallen sie einem Angriff zum Opfer, ebenso wie die Sanitäter (Linda Hu, 9d, Christian Weidemann, 9b), die makabrerweise immerzu endlich Tote finden wollen. AG-Leiterin Stephanie Adamis hat dem ästhetisch klar inszenierten Stück einen Spielleiter hinzugefügt (souverän: Argjend Sadiku, Kl. 11), der mit einer Fernbedienung die Ereignisse zu steuern schien und zu Beginn und am Ende bewegende Worte gegen den Krieg sprach. Begeisterter Beifall.
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