Odyssee im Zabergäu

Das kleine, aber mit zum Teil außergewöhnlichen Exponaten ausgestattete Römermuseum in Güglingen an der Zaber war Ziel einer Fachexkursion des Latein-Abiturkurses des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Wo heute nur noch ein Bächlein sichtbar ist, floss vor 2000 Jahren so viel Wasser, dass dort Schiffe fahren konnten. So gelangten kostbare Waren aus dem Mittelmeerraum über Nordsee, Rhein, Neckar und Zaber bis nach Güglingen. Da die Zaber Richtung Westen nicht weiter schiffbar war, entstand am Umschlaghafen ein kleiner Marktort.
Der Germanist und Historiker Frank Merkle führte uns durch die Ausstellung. Gleich im Eingangsbereich staunten wir über eine steinerne Darstellung von Szenen aus der homerischen Odyssee, die zu einer römischen Villa aus Güglingen-Frauenzimmern gehörten. Auf einer Reliefplatte waren Odysseus und seine Gefährten gerade dabei, dem Kyklopen Polyphem sein einziges Auge mit einem glühenden Pfahl auszustechen: Eines von vielen faszinierenden Beispielen für die Belesenheit und den Kunstsinn eines Römers aus der Zeit um 200 n. Chr.!
Den Abschluss bildete eine ganz andere Sicht auf die Irrfahrten: darauf, welche Stationen der Odyssee mit konkreten Örtlichkeiten im Mittelmeerraum verknüpft werden können. (FMB)

Eingestellt von: Martin Dierolf
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