Weltbodentag 5. Dez - Leichtfertiger Umgang mit dem Schatz der gemäßigten Breiten

Voilà, das neue Gewerbegebiet
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Weiteres Gewerbegebiet bei Pfaffenhofen ist eine unvernünftige Zumutung

Seit 2002 wird am 5. Dezember weltweit an die schwindende Ressource Boden mit dem Weltbodentag erinnert. Das von der Internationalen Bodenkundlichen Union (IUSS) gesetzte Alarmzeichen muss auch das Zabergäu hören.

Der Schatz, den Europa hat, sind die wenig verwitterten Böden mit vielen Mineralien. Die gemäßigten Breiten bieten ein für die Böden schonendes Klima, welches die Humusbildung fördert und Verwitterung bremst. In unseren Böden sorgt ein komplexes Ökosystem mit Mikroorganismen, Pilzen, Regenwürmern, Springschwänzen und Maulwürfen für den Aufschluss der Mineralien, Wasserleitbahnen und Durchlüftung. So entsteht natürliche Bodenfruchtbarkeit für gesunden Ackerbau, Wasser- und Kohlenstoffspeicher. Organischer Dünger ernährt die Bodenbewohner für weitere Humus- und Nährstoffbildung.

Dieser Schatz wird immer noch leichtfertig überplant. Im fruchtbaren Zabergäu wird am Ausbau der Entwicklungsachse Lauffen – Zaberfeld festgehalten, obwohl sich der Landstrich mit den gewachsenen Industrie- und Gewerbegebieten nicht mehr unterentwickelt darstellt und längst unter den Zumutungen des Ausbaus leidet. Eine neue Straße kommt nicht allein, gleich wird noch ein Gewerbegebiet dazu geplant. So auch zwischen Güglingen und Pfaffenhofen an der geplanten Umgehungsstraße. „Cappishaupt“ soll einen der letzten offenen Abschnitte belegen, der jetzt noch einen Weitblick vom Radweg aus auf das Dorf und Weinlandschaft ermöglicht und von Fuchs, Hase, Fasan, Feldlerche und Amphibien bewohnt wird. Auf Bundesebene hat man längst erkannt, dass es mit dem Flächenfraß so nicht weiter gehen darf. In der Konsequenz muss eine Wirtschaftsweise gedacht werden, die sich an bestehende Grenzen anpasst. Förderlich sind kleinere, dezentrale Strukturen. Wirtschaft findet zu dem auch in der Landwirtschaft und in den Orten integrierten Betrieben statt.

Matthias Böhringer und Peter Kochert vom BUND Pfaffenhofen waren anläßlich des Weltbodentags mit der roten Stele des BINN und dem Aktionsschild des BUND "Bodenschutz statt Betonschmutz" vor Ort am Radweg Pfaffenhofen - Güglingen und zeigen auf die für das Gewerbegebiet vorgesehene Fläche mit Pfaffenhofen und Weinbergen im Hintergrund.

DIe anderen Bilder zeigen die Anbindung der umstrittenen Straße beim Layher Werk2 und die Planfeststellung 2017 mit der bereits geplanten Ausfahrt zum Gewerbegebiet. So wird die Straße mehr Erschließung von Gewerbe als Umgehung sein und weiteren Verkehr anziehen.  Zudem wird auf 800 Meter das Gleis der Zabergäubahn verdrängt und Pfaffenfoden wird im südlichen Bereich durchfahren und nicht umgangen.

Voilà, das neue Gewerbegebiet
Rote Stele für Bodenschutz statt Betonschmutz
Doppelte Belastung und Einschnitt: Straße und Gewerbegebiet
Von einem Gewerbegebiet zum nächsten Gewerbegebiet. Das Zabergäu wird geschlossen mit Gewerbegebieten zugepflastert, man kriegt den Hals nicht voll.
Privatperson:

Matthias Böhringer aus Pfaffenhofen

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