Schadstoffe in Windkraftanlagen

Wunderschönes Michelbach am Wald!
 
Unterwegs auf der Karlsfurtebene
 
Unterwegs auf der Karlsfurtebene
Liebe Bürgerinnen und Bürger,

unsere BürgerinitiativeGegenwind Waldenburg-Michelbach-Öhringen e.V. hat
sich zur Aufgabe gemacht, unsere einmalige Naturlandschaft und den Wald als intakten Rückzugsort für Menschen und Tiere zu erhalten und zu schützen.
Generell spielen Wälder beim Klimaschutz eine sehr wichtige
Rolle. Gerade in der heutigen Zeit bedarf dem Wald besonderer Schutz.
Dass durch Stürme, Waldbrände sowieanhaltende Trockenheit bereits unzählige Waldflächenverloren gingen, ist kaum zu übersehen. Auf Grund dieser Erkenntnisse soll der Wald und die noch vorhandeneherrliche Naturlandschaft für uns und die nachkommenden Generationen geschützt werden, indem wir „aufforsten statt abholzen!“
Wussten Sie schon, dass Ende diesesJahres über 5.000 „kleinere“ Windkraftanlagen aus denAnfangsjahren der Energiewende das Ende ihrer 20-jährigen Förderzeit nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz(EEG) erreichen werden? Viele dieser Anlagen dürften
danach mangels Rentabilität abgebaut werden.
Für denRückbau der Windkraftanlagen wurde jetzt dazu übergegangen, diese vor Ort zu sprengen – eine Fallsprengung. Fraglich ist, ob diese Vorgehensweise auch für Windräder mit einer Nabenhöhe von 165 m möglich ist
und insbesondere, wenn diese Windräder im Wald stehen? Die Rotorblätter von Windkraftanlagen bestehen
zu einem erheblichen Anteil aus Glas- und Kohlefasern,die mit Kunstharzen, Lacken, Schäumen und Tropenholz zu einem nahezu unlöslichen Verbund verarbeitet
werden.
Die Blätter sollen über Jahrzehnte allen Witterungseinflüssen trotzen. Was während der Nutzungszeitein unabdingbarer Vorteil ist, wird bei der Entsorgungzu einer der zentralen Herausforderungen: Die riesigen
Rotorblätter lassen sich bisher kaum wiederverwerten,
sie werden meist geschreddert und verbrannt
und belasten dabei die Elektro-Staubfilter der Öfen.
Wie lassensich die einzelnen Bestandteile aber wieder voneinander
trennen, damit sie erneut eingesetzt werden können? DieRecycling-Industrie steht hier vor einem Problem, dennein unglaublich stabiles Rotorblatt kann zum jetzigen
Zeitpunkt nicht bzw. nur mit hohem Aufwand fachgerecht recycelt werden. Es fehlen zu diesem Thema nocheine Vielzahl unabhängiger Studien, dennoch möchten
wir die Materialien beschreiben, die für Windkraftanlagen, wie sie in der Karlsfurtebene Nähe der Viehweide
zwischen Öhringen-Michelbach, Waldenburg und Neuenstein
mit allen Teilgemeinden geplant sind, benötigtwerden.
Folgende Material- und Gewichtsanteile für eineinzelnes Rotorblatt sind teilweise bekannt:
Ca. 10 Tonnen Epoxidharz, das Bisphenol A enthält. Dieses kannbei einer Freisetzung (Crash, Brand, Abbau, Recycling) bei Menschen und Tieren wie ein hormonähnlicher Stoffwirken. Weiterhin Polyurethan-Schaum, der ebenfalls
giftige Härter-Komponenten enthalten kann. Außerdem enthalten ist ca. 1 Tonne (=10 m³) Balsaholz, dasim tropischen Regenwald wächst und dort abgeholzt
wird
(Mittelamerika, Peru, teilweise auch in Afrika undAsien; wird auch in Monokulturen angebaut). Zu den
weiteren Materialinhalten gehören u.a. Kohle- und Glasfaserstoffe, Öle, Fette, sowie Frostschutzmittel.
WelchenCO2-Fußabdruck hinterlassen diese Materialien, ihre
Verarbeitung und der laufende Betrieb der Windräder
tatsächlich?

Windkraftanlagen werden meistens (z.B. inden Medien) als klimaneutral und umweltfreundlich bezeichnet. Für das einzelne Windrad isoliert betrachtet
mag dies stimmen, aber Windkraftanlagen werden in unserem Strom-Netz betrieben, für das gesicherte Leistung
benötigt wird. Da ein Windrad diese gesicherte Leistungnicht dauerhaft zur Verfügung stellen kann, werden sehr
häufig CO²-unfreundliche Kohlekraftwerke parallel zu
den Windkraftanlagen betrieben, die die CO²-Bilanz erheblich verschlechtern. Die durch die Windkraftanlagen
freigewordenen CO²-Zertifi kate werden im europaweiten
Emissionshandel an „schmutzige“ Kraftwerke verkauft
und zehren so die CO²-Einsparungen weiter auf. Leider
unterliegen Windräder als „große Bauwerke“ keiner unabhängigen Fremdüberwachung von z. B. TÜV oder DEKRA und somit keiner Zertifizierung nach der DIN ISO
9001 bzw. Umweltmanagement nach ISO 14001.

Wirdjedoch ausschließlich der Rückbau sowie das „Recycling“ einer Windkraftanlage nach 20 Jahren betrachtet ist
durchaus bekannt, dass durch das Sprengen der Anlagen
und teilweise Zersägen der Rotorblätter vor Ort scharfkantige, spitzige, möglicherweise mit Umwelthormonenkontaminierte Glas- und Kohlefaserfasersplitter entstehen, die in die Umwelt gelangen können. Dies bedeuteteine enorme Gefahr für die gesamte Tierwelt, das gesamte Ökosystem. Ebenso für die Bäche sowie für das
Grundwasser.
In einigen EU-Ländern (auch in Deutschland) wurde beschlossen, dass brennbare Bestandteilenicht in Deponien entsorgt werden dürfen. Aufgrund der
Brennbarkeit von Epoxidharzen sind in Zukunft andere
Entsorgungsmethoden erforderlich. Die Zahl der bisher
demontierten Windkraftanlagen ist bislang sehr gering.
Darum gibt es kaum Erfahrungen mit der Behandlungvon epoxidharzhaltigen Rotorblättern am Ende ihres Lebenszyklus.
Generell ist auch fraglich, ob die Windwirtschaft überhaupt genügend Geld zur Verfügung hat, umeinen geordneten Rückbau zu bezahlen. Schließlich gehört dazu nicht nur der sichtbare Teil eines Windrades,sondern auch das Stahlbetonfundament, das bis zu 30
Meter tief in den Erdboden reichen kann.
Es existierenFälle, bei denen im Rahmen eines Rückbaus lediglich
die oberen zwei bis drei Meter der Fundamente abgetragen wurden. Das soll reichen, um darüber wieder Landwirtschaft zu betreiben? Wie wird diese Vorgehensweisedann in Waldgebieten ausgelegt und genehmigt? Könnenin diese Standortbereiche Bäume für eine Wiederaufforstung gepflanzt werden?


Ob der Rückbau in dieser Form rechtens ist, bleibt fraglich und dürfte bald die Gerichte beschäftigen. Es weißheute noch niemand genau, was einmal mit den Altlastender Energiewende am Ende geschehen wird.
Werden siemöglicherweise als Ruinen in unserer Landschaft herumstehen? Vielleicht landen ihre Teile auch irgendwann im
Ausland, nachdem sie als „Ersatzteile“ deklariert wurden. 

Weitere Artikel, Videos und Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter "Presse"
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