Die Winterzeit war immer schön

der Kindergarten unter Schnee
Jahrgang 1947 /48 Stein am Kocher.
Die Winterzeit hatte für uns Kinder seinen besonderen Reiz.
Damals waren die Wintermonate meist mit reichlich Schnee, oder mit starkem Frost ausgestattet. Der Autoverkehr war damals noch sehr Überschaubar und aus diesem Grund wurden auch nur die Hauptstraßen von Schnee und Eis befreit. So konnten wir Kinder uns die Weißbaumstraße fürs Schlittenfahren präparieren. So schleppten wir dann abends im Dunkeln mit Wasser gefüllte Eimer zur Strecke damit sie durch das Eis schneller wurde. Erwischen lassen durften wir uns allerdings nicht. Nach dem Schulunterricht trafen sich dann viele Kinder um dann gemeinsam das Schlittenfahren zu genießen. Da wurden dann alle Schlitten durch einhaken der Füße miteinander verbunden um ordentlich Schubkraft für eine lange Fahrt zu erreichen. Der größte Schlitten befand sich am Ende und alle die keinen Schlitten hatten befanden sich darauf. Da wurde keiner stehen gelassen, notfalls wurden sie noch auf die Rücken der Einhakler verteilt. So kann man aus heutiger Sicht sagen, es hat sich damals schon ein Zusammengehörigkeitsgefühl gebildet, das bis in die Heutige Zeit bestand hat. Bei Dauerfrost ohne Schnee ging´s auf den Schlossgraben zum Eishockey spielen. Welche hatten Schlittschuhe, aber viele auch nicht, die wurden so gerecht es ging an die Mannschaften verteilt. Es wurde sowieso mit einem Tennisball gespielt da hatten dann auch die Rutscher eine Chance. Winterzeit war auch die Zeit der Hausschlachtungen. Die meisten Familien die keine Landwirtschaft betrieben hatten trotzdem einen Schweinestall, in dem ein bis zwei Schweine bis zur Schlachtung gefüttert wurden. Das Haushatsgeld in den Familien war knapp und der Metzger teuer. Am ersten Tag kam der Hauschlachter und das Schwein kam an die Leiter, jetzt musste erst der Trichinenschauer eine Untersuchung vornehmen die mit einem Stempel auf dem Schinken dokumentiert wurde. Am zweiten Tag zerlegte der Schlachter das Schwein und die Wurst wurde gemacht. Das Fleisch was Gekocht werden musste kam in den Großen Waschpott in dem auch Würste gekocht wurden. Die Flüssigkeit (Suppe) die daraus entstand nannte man Kesselsuppe. Wir Kinder hatten nun die Aufgabe, mit der Milchkanne, diese Suppe zu den Verwandten und guten Freunden zu bringen. Je nach Beliebtheitsgrad wurde noch die ein oder andere Wurst mit beigelegt. Da sprang für uns Kinder dann auch ein Ordentliches Taschengeld heraus. Darum freuten sich die meisten Kinder auf das Schlachtfest.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.