Weinbaumuseum Erlenbach-Binswangen
Führung durch die Geschichte des Weinbaus
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- Foto: Ursula Hamann
- hochgeladen von Ursula Hamann
Ich besuchte mit Freunden das Weinbaumuseum Erlenbach-Binswangen. Das Museum besteht schon seit den achtziger Jahren in der Deutschordenskelter aus dem Jahr 1574, die ursprünglich als Zehntscheuer errichtet wurde. Nach dem Zusammenschluss der Weingärtnergenossenschaften Heilbronn, Erlenbach und Weinsberg wurde das Gebäude nicht mehr zum Keltern der Trauben benötigt und so entstand die Idee ein Museum einzurichten.
Durch die Jahre etwas in Vergessenheit geraten, wurde die Ausstellung nun durch eine Erweiterung der Exponate und Auffrischen der Einrichtung wieder attraktiv gemacht. Verantwortlich zeichnet hier der Förderkreis Weinbaumuseum Erlenbach-Binswangen mit seinem ersten Vorsitzenden Thomas Herrmann.
Die Restaurierung der originalen, wertvollen Dachkonstruktion aus dem Baujahr 1574, die um das Jahr 2020 erfolgte, ist eine Meisterleistung. Man erkennt das alte Holz und die neuen Teile, die in historischer Weise eingebaut wurden. Untersuchungen haben ergeben, dass die Tannen im Schwarzwald im Winter 1572 geschlagen, und auf Enz und Neckar bis Heilbronn geflößt wurden. Beachtlich ist, dass über eine Grundfläche von 450 Quadratmetern die Konstruktion ganz ohne Bodenpfeiler auskommt.
Herr Herrmann führte uns durch die Ausstellung und man spürte, dass in diesem Projekt sehr viel Engagement und Herzblut fließt.
Es ist unglaublich was alles zusammengetragen wurde und sich bis zum heutigen Tag noch findet. Eine Spritzpumpe zum Treten mutet als Vorgängerin zu heutigen Fitness-Geräten an, Leiterwagen, Schlepper, eine riesige 250 Jahre alte Baumpresse, eine vollständige Küferei und allerlei Gerätschaften rund um den Weinbau sind hier zu bestaunen. Interessante Anekdoten mit Humor gewürzt, dürfen nicht fehlen.
Beeindruckend ist auch die Sammlung alter Weinbauverordnungen und Vorschriften, historische Ausgaben von Zeitschriften wie „Rebe und Wein“, und vieles mehr. Alte Fotos zeugen von der beschwerlichen Handarbeit im Weinberg und über allem wacht die Statue von Urbanus, des Schutzpatrons für den Weinbau.
Das Museum dient ebenfalls als Ort für verschiedene kulturelle Events. Besonders sei noch erwähnt, dass auch für demenzkranke Menschen Veranstaltungen durchgeführt werden, und dabei manchmal erstaunliche Erinnerungen zutage kommen.
Selbstverständlich gibt es bei einem Besuch im Weinbaumuseum auch noch viel Genuss. Sei es ein Glas Sekt oder eine kleine Weinprobe, mit oder ohne Käsebegleitung.
Meine Gäste und ich, allesamt mit Wurzeln aus dem Weinbau kommend, waren sehr begeistert und konnten unser Wissen bereichern und ergänzen.
Ein Besuch mit Führung ist auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Diese wird durch verschiedene Mitglieder des Fördervereins durchgeführt.
Privatperson:Ursula Hamann aus Weinsberg |
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