Sonderseite in der Zeitung
Fliegenpilze im Fokus
- Fliegenpilze gibt es dieses Jahr viele. Diese schönen Exemplare hat Heimatreporterin Tanja Blind zwischen Brackenheim und Stockheim gefunden.
- Foto: Tanja Blind
- hochgeladen von Katja Bernecker
Die vielen Fliegenpilzfotos der Heimatreporterinnen Uschi Dugulin und Tanja Blind haben alle auf meine.stimme begeistert. Daraus ist jetzt eine Sonderseite für die Heilbronner Stimme, Kraichgau Stimme und Hohenloher Zeitung entstanden. Besonders interessant: Darauf werden die verschiedenen Stadien der Fliegenpilze erklärt.
Giftig und fotogen: Der Fliegenpilz
Die vielen tollen Fliegenpilzbilder haben die Redaktion dazu inspiriert, das Thema aufzugreifen. Der Volontär der Heilbronner Stimme, Thomas Biener, hat sich das getan und erklärt auf der Sonderseite, die am 20. November in der Zeitung zu finden ist, unter anderem die verschiedenen Stadien eines Fliegenpilzes. Diese sind in den Bildunterschriften der Fotos erklärt. Außerdem hat er natürlich mit Tanja Blind gesprochen. Uschi Dugulin hat er leider nicht erreicht.
Hier der Text von Thomas Biener:
"Pilze haben für mich etwas Mythisches an sich und sind ein tolles Herbstmotiv", sagt Tanja Blind. Sie ist Heimatreporterin auf dem Bürgerportal meine.stimme. Wahnsinnig gestaunt hat die Güglingerin, als sie eine riesige Ansammlung von Fliegenpilzen zwischen Brackenheim und Stockheim zufällig beim Spazierengehen mit Heimatreporterin Uschi Dugulin entdeckt hat. "Ich habe Ehrfurcht vor der Natur und etwas Demut verspürt, als ich die Pilze gefunden habe. Sie sind tolle Gebilde, welche die Schönheit der Natur zeigen, die wir viel zu oft kaputt machen."
Durch seine charakteristischen weißen Tupfen ist der rote Waldbewohner wohl der bekannteste Pilz schlechthin. Auch für Tanja Blind hat er etwas Markantes an sich – auch durch seine leuchtend rote Farbe. Das macht ihn für sie sehr fotogen. Übrigens: Sein Name stammt aus einer Zeit, als der Fliegenpilz ein Hausmittel gegen Fliegen war. Mit Milch und Zucker in einem Schälchen gemischt, soll er Fliegenproblemen schnell Abhilfe geschaffen haben. Auch als Symbol für Glück wird der Fliegenpilz immer wieder gerne verwendet.
Aufwändig in Szene setzen
Glück empfindet Tanja Blind auch, wenn sie im Nachgang ihre Fotos bearbeitet – auch wenn darin ziemlich viel Zeit steckt. "Man möchte das Beste aus dem Motiv herausholen, je nach Bild brauche ich eine bis 30 Minuten in der Nachbearbeitung." Manches entfernt sie aus dem Hintergrund, schärft den Pilz nach, bearbeitet das Licht und die Schatten. Um die Fliegenpilze besonders in Szene zu setzen, hat die Heimatreporterin eine Fotolampe dabei, mit der sie die Pilze von unten beleuchtet. "Ich bereite natürlich auch vor Ort schon etwas vor, damit das Foto später gut wird. Einen Grashalm der im Weg steht, den zupfe ich dann ab. Wichtig ist mir aber das natürliche Aussehen."
Insgesamt ist es ein sehr gutes Jahr für den Fliegenpilz, so der Pilzsachverständige Thomas Zupan von den Heilbronner Pilzfreunden. Das liege an den passenden Bedingungen, klima- wie wettertechnisch. Der Fliegenpilz ist ein Mykorrhiza-Pilz, so Zupan. Er verbindet sich unterirdisch mit den Wurzeln seiner Symbiosepartner. Dies sind vorzugsweise Fichten oder Birken. In Wäldern, in denen beide Baumarten vorkommen, wächst der Fliegenpilz besonders gut. Ideal sind saure Böden. Über sein Myzel erhält der Fliegenpilz vom Baum Zucker und gibt an diesen dafür etwa Zink und Wasser aus der Erde weiter. Baum und Pilz arbeiten also zusammen. "Ohne Baum kein Fliegenpilz", fasst Thomas Zupan das Phänomen zusammen.
Kurios: Tiere essen Fliegenpilze
Doch wie giftig sind Fliegenpilze eigentlich? Der Pilzsachverständige erklärt: Der Fliegenpilz enthält Ibotensäure, welche in Muscimol umgewandelt wird. Das Gift wirkt auf das zentrale Nervensystem, wobei die Folgen je nach Dosis unterschiedlich sein können. Es verursacht unter anderem Erbrechen, erhöhten Speichelfluss bis hin zum Kreislaufversagen oder Störungen der Wahrnehmung. Kurios ist dabei aber: Bei Tieren steht der Fliegenpilz hoch im Kurs. Rehe fressen ihn, um sich zu berauschen. Auch Schnecken lieben ihn. Da sie keine Leber haben, können sie sich nicht vergiften. Für alle Besorgten gibt Zupan unterdessen Entwarnung: Solange Menschen den Fliegenpilz nur anfassen und nicht verzehren, passiert nichts.
Thomas Zupan bietet unter anderem Pilzexkursionen an oder steht als Pilzsachverständiger mit Rat und Tat zur Seite, wenn sich Menschen bei ihren gesammelten Pilzen unsicher sind. Seine Erfahrung: "Bei mir war noch niemand, der den Fliegenpilz nicht erkannt hat. Manche sammeln ihn auf meinen Pilzführungen aber gezielt – mit einer anderen Intention. Da muss ich natürlich eingreifen."
Info: Viele der Heimatreporter des Bürgerportals meine.stimme sind gerne in der Natur unterwegs und begeisterte Hobbyfotografen. Auf der Themenseite meine.stimme.de/fliegenpilze sind weitere wunderschöne Fliegenpilzbilder zu entdecken. Viel Spaß dabei.
Team:Katja Bernecker aus Heilbronn |
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