Lernen am Ort des Grauens - Schülerinnen und Schüler des Robert-Mayer-Gymnasiums besuchen die KZ-Gedenkstätte Buchenwald

Gedenksteine für die ermordeten Sinti und Roma auf dem Lagergelände (Foto: Dustin Kreet)
In Träumen gejagt und verfolgt zu werden – das war die Vorstellung eines Schülers des Robert-Mayer-Gymnasiums, der an der Exkursion der beiden vierstündigen Geschichtskurse zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald teilnahm. Das war nicht aus der Luft gegriffen, denn die Herberge, in der die 34 Schülerinnen und Schüler mit ihren beiden Lehrern untergebracht waren, diente einst als Kaserne der SS-Wachmannschaften, also den Männern, die während der nationalsozialistischen Herrschaft Zehntausende Menschen verfolgt, gequält und in den Tod geschickt hatten. Besonders denkwürdig war die Führung über das Lagergelände, dessen Eingangstor die zynische Inschrift „Jedem das Seine“ trägt. Dabei kamen auch Einzelschicksale zur Sprache: Entweder man wurde als Inhaftierter für die Rüstungsindustrie ausgebeutet, für medizinische Zwecke missbraucht oder einem dahinsiechenden Dasein überlassen. Das ehemalige KZ Buchenwald ist heute ein Ort der mahnenden Erinnerung, der als solcher hoffentlich viele weitere Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken anregen wird. Am Ort des Grauens können sie dank hervorragender pädagogischer Betreuung ihr Bewusstsein für das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte schärfen - ohne in verstörenden Eindrücken oder schlechten Träumen unterzugehen.(Henri Mockler)
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