Musikalische Hommage an Georg Elser mit dem Ensemble "Lautwärts"

Das Publikum in der voll besetzten Synagoge war beeindruckt von der Würdigung des Widerstandskämpfers Georg Elser anlässlich des 80. Jahrestags des Attentats auf Adolf Hitler am 8. November 1939. Das Ensemble „Lautwärts“ faszinierte mit szenischer Lesung literarischer Texte durch Julia Katterfeld und Frank Streichfuss sowie des Musikers Andreas Geyer, der mithilfe seiner Loop Station Klang-Collagen verschiedener Instrumente zauberte. Lebensweg und Entwicklung Elsers bis hin zum Attentat  wurden durch wörtliche Zitate aus Verhörprotokollen der Gestapo erlebbar. Bereits im Herbst 1938, als Millionen von Deutschen dem "Führer" huldigten, war der einfache Tischler und Kommunist überzeugt, „dass die Verhältnisse in Deutschland nur durch eine Beseitigung der augenblicklichen Führung geändert werden könnten.“ Im Vergleich zu dem nach dem Krieg als Attentäter des 20. Juli 1944 verehrten Graf von Stauffenberg, mochte sich kaum jemand an Georg Elser erinnern. Stauffenberg, zunächst als Unterstützer des Regimes erst spät vom Widerstand überzeugt, taugte wohl eher zum öffentlichen Helden als der spröde, eigensinnige Elser. 

                                                                                                                                     B. Erdmann
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