Heilbronn im Mittelpunkt des Mädchen-Eishockeys

Zwei Tage lang trainierten mehr als 30 Eishockey-Spielerinnen aus ganz Deutschland in der Eishalle am Europaplatz.

Sie waren völlig erschöpft, aber glücklich, als das Trainingscamp nur für Eishockey-Spielerinnen zu Ende ging. Zwei Tage lang nahmen der Cheftrainer Toni Hauert und seine fünf Co-Trainer sie richtig ran, scheuchten sie über das Eis, ließen sie Purzelbäume auf dem Eis schlagen, Slalom vor- und rückwärts fahren oder Torszenen üben. Es wäre ein normales Trainingscamp auf hohem Niveau in der Eishalle am Europaplatz in Heilbronn gewesen, wäre nicht etwas anders als sonst gewesen: Manche Schläger oder Schnürsenkel waren pink. Hin und wieder schaute ein Pferdezopf unter dem Helm heraus.
Zwei Tage lang fand in Heilbronn das Trainingscamp von GirlsEishockey.de e.V. statt. „Wir sind der einzige Eishockeyverein in Deutschland, der sich ausschließlich an Mädchen richtet“, berichtet Brigitte Hauert-Betz, die sich im Vorstand des Vereins für Mädcheneishockey einsetzt und die selbst zwei Kinder hat, die in der Jugend des Heilbronner EC spielen. „Viele Eishockeyvereine öffnen sich heute für Mädchen. Das ist auch gut und richtig. Aber dort spielen die Mädchen in der Regel in Mannschaften, die die Jungs dominieren. Wir bieten die Möglichkeit, dass Mädchen ganz unter sich trainieren und spielen. Und das tut ihnen unglaublich gut.“
Seit dem Jahr 2015 gibt es den Verein GirlsEishockey.de. Er organisiert Trainingscamps und nimmt an Turnieren teil. Häufig treten die Mädchen gegen Jungenmannschaften oder gemischte Teams an. 350 Mädchen aller Altersklassen sind dort Mitglied, neben ihrer Mitgliedschaft in einem örtlichen Eishockeyverein. Viele Spielerinnen, die mit dem Verein groß geworden sind, spielen in den Auswahlmannschaften, etwa der Frauen-Nationalmannschaft. Einige von ihnen haben Ende August an der Frauen-Weltmeisterschaft in Calgary teilgenommen.
Der Zuspruch zum Mädchen-Camp war überwältigend groß. 25 Feldspielerinnen und 8 Torwarte nahmen daran teil. Sie kamen aus ganz Deutschland, aus Nürnberg, Hannover, Frankfurt, Krefeld, Bad Nauheim, Mannheim, Berlin und selbstverständlich auch aus Heilbronn. Ein Mädchen reiste sogar aus den Niederlanden an. Auch waren alle Altersklassen vertreten. Die jüngste Teilnehmerin war gerade einmal 5 Jahre alt, die älteste 27 Jahre.
Am Samstagvormittag begann das Camp mit einem 90-minütigen Eistraining, bei dem die Trainier das Tempo sehr hochhielten. Danach gab es nur während des Umziehens eine kurze Verschnaufpause und etwas Obst zur Stärkung. Danach ging es sofort an das Athletiktraining, das wegen des Regens auf den Tribünen der Eishalle stattfand. Anschließend ging es wieder für 90 Minuten aufs Eis. So kamen die Mädchen an einem Nachmittag auf fast 5 Stunden intensives Training. Der zweite Tag verlief ähnlich anspruchsvoll mit ebenfalls zwei Eiseinheiten und einem Athletiktraining.
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