Schnittgutsammlaktion in Oberstenfelder Streuobstwiesen erfolgreich abgeschlossen

Die Schnittgutsammelaktion trägt zur Verbesserung des Pflegezustands der Obstbäume und damit zum Erhalt der Streuobstwiesen bei. Blick auf die Gewanne Hagenloch und Lerchenberg.
 
Schnittgut-Haufen an einem Sammelweg im Gewann Hagenloch.
Die gemeinsam vom Landschaftserhaltungsverband Landkreis Ludwigsburg e.V. (LEV), der Gemeinde Oberstenfeld und der NABU-Ortsgruppe Oberstenfeld durchgeführte Schnittgutsammelaktion wurde letzte Woche erfolgreich abgeschlossen. Die Aktion bot den Streuobstwiesenbesitzern der Oberstenfelder Gewanne Hagenloch-Lerchenberg und Hummelsberg-Geschwindäcker die Möglichkeit, das bei der Pflege ihrer Streuobstwiesen anfallende Schnittgut kostenlos abtransportieren zu lassen. Bei der Aktion wurden ca. 280 Kubikmeter locker geschichtetes Schnittgut eingesammelt und zu Hackschnitzel verarbeitet.

Rund 15.500 Obstbaum-Hochstämme bilden das Rückgrat der Oberstenfelder Streuobstwiesen. Die Mehrzahl der Bäume wird – wie im ganzen Land – gar nicht oder nur unregelmäßig gepflegt. Aufgrund ihres schlechten Pflegezustandes droht den für Mensch, Flora und Fauna als Lebensraum gleichermaßen wichtigen Streuobstwiesen der schleichende Tod.

Vor diesem Hintergrund sollte der kostenfreie Abtransport des Schnittguts den Streuobstwiesenbesitzern die Pflegearbeiten an ihren Obstbäumen erleichtern. Außerdem bestand eine günstige Gelegenheit dazu, auch langjährig ungepflegte Obstbäume auf Vordermann zu bringen. Letztendlich sollte durch die Aktion der Pflegezustand der Oberstenfelder Streuobstwiesen verbessert und deren Erhalt gesichert werden. Als Nebeneffekt ergab sich gleichzeitig ein gewisser Ausgleich für die Schließung des Oberstenfelder Häckselplatzes und die dort entfallene Entsorgungsmöglichkeit.

An ausgewiesenen Sammelwegen wurden insgesamt rund 80 Schnittgut-Haufen unterschiedlichster Größe deponiert. Vom kleinen Backhaus-Büschele bis zur ausgewachsenen Ladung eines Pritschenwagens waren alle Größenordnungen vertreten. Das Angebot wurde von 55 Stücklesbesitzern angenommen, insgesamt wurde Schnittgut von 63 Flurstücken eingesammelt. Die tatsächlichen Zahlen liegen sicher höher, da zu einmal vorhandenen Schittgut-Haufen oft noch Material von weiteren Stücklesbesitzern dazukam.
Die an den Sammelwegen deponierten Schnittgut-Haufen wurden zunächst von kleinen wendigen Fahrzeugen aufgenommen und an für Großfahrzeuge gut erreichbare Standorte gebracht. Dadurch konnte auch Schnittgut aus schwer zugänglichen Bereichen eingesammelt werden. Das an den Sammelpunkten konzentrierte Schnittgut wurde dann, in einem zweiten Schritt, einer großen Häckselmaschine zugeführt. Das Ergebnis: Die 280 Kubikmeter Schnittgut ergaben 42 Kubikmeter Hackschnitzel. Da bei der Obstbaumpflege fast ausschließlich Schwachholz anfällt, handelt es sich dabei um eine beachtliche Menge! Die Hackschnitzel aus Oberstenfeld werden mit anderen
vermischt und im Heizwerk einer Schule in Steinheim einer energetischen Verwertung zugeführt.

Der LEV, die Gemeinde und der NABU übernahmen die Planung, Koordination und Betreuung des Pilotprojekts, die Finanzierung erfolgte durch den LEV und die Gemeinde. Das Sammeln und Häckseln des Schnittguts wurde vom Maschinenring Rems-Murr-Neckar-Enz e.V. durchgeführt.
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