Arno Stern und die Welt der malenden Kinder

Vortrag von Sylke Neuffer beim LandFrauenFrühstück
Lauffen: Weingärtnergenossenschaft | Dem in Frankreich lebenden Pädagogen und Forscher Arno Stern fiel bei der Betreuung von Kriegswaisen auf, dass Kinder anders malen, wenn sie weder belehrt noch bewertet werden. Malen macht Kinder glücklich und stark – wenn sie spontan, unbeschwert und spielerisch mit Pinsel und Farbe ihre eigene Ausdrucksweise finden dürfen. Aus dieser Erkenntnis entwickelte er den „Malort“ als geschützte Umgebung, wo wie in gemeinsamem Spiel in einer Gruppe ausdrucksstarke Bilder entstehen, aber im Gegensatz zu Kunst vollkommen unabhängig von Druck und Erwartungen. Aber auch nicht als hemmungsloses Austoben, sondern unter Einhaltung der Malort-Regeln. Die Bilder werden anschließend im Malort aufbewahrt, um sie auch vor späterer Bewertung oder Kritik zu schützen.
Zum Vortrag beim LandFrauenFrühstück hatte Sylke Neuffer eine Diapräsentation mitgebracht mit Fotos aus dem Leben von Arno Stern, seinem Pariser Malort und ihrem eigenen. Sie hat nach einer Ausbildung in Paris einen Malort in Lauffen eingerichtet und bezeichnet sich als dienende Malbegleiterin, d.h. sie sorgt dafür, dass ihre Kursteilnehmer – Kinder und Erwachsene – optimale Rahmenbedingungen haben. Gemalt wird im Stehen, das Papier mit Reißnägeln an die Wand geheftet, in der Mitte steht der Palettentisch mit den 18 Farbtöpfen und Pinseln. Die 90 Frühstücksgäste lauschten fasziniert dem Vortrag und betrachteten begeistert die intensiven Farben der Bilder – so manche hätte gerne sofort zum Pinsel gegriffen.
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