3-Schlösser-Führung in Bad Friedrichshall-Kochendorf

Kurze Verschnaufpause bei den letzten Sonnenstrahlen
Bad Friedrichshall: Greckenschloss - Kochendorf | Am 24.09.2020 begrüßte Frau Schmidt 14 Teilnehmer des LandFrauenvereins
Neuenstadt-Clev.-Stein zu einer 3-Schlösser-Führung in Bad Friedrichshall-Kochendorf.
Sie erläuterte uns im Schlosspark Lehen, wie der Name Friedrichshall mit dem Zusatz
"Bad" entstand, wie sich der Name der Grecken ableitet, warum es überhaupt 3 Schlös-
ser gibt und Kochendorf bereits in der Reformationszeit protestantisch wurde. Im ehe-
maligen Wasserschloss Lehen besuchten wir das Wappenzimmer und anhand der
Wappen erklärte sie uns die wechselvolle Geschichte der Herren von Greck.
Am alten Rathaus vorbei machten wir kurz Halt in der Sebastianskirche. Hier erfuhren
wir einiges über die Kirche und die damaligen strengen Sitten. So mußten die von der
Feldarbeit müden Bauern abends beim Glockenläuten die Kirche besuchen. Von einem
Kirchendiener, genannt "Dusler", wurden sie dann mit einem langen Stecken am Ein-
schlafen gehindert. Vielleicht kommt ja da das Wort duseln her. Nun erklommen wir
unzählige am Greckenschloß am Hang vom Lindenberg, das von 1599 bis 1602 in
schwerer Fronarbeit aufgebaut wurde. Die Beschwerden darüber reichten bis vors
Reichskammergericht. Wir konnten über sehr viele unterschiedliche Ansichten und
Ausblicke nur staunen. Es wurde sehr aufwendig in den 2000er Jahren renoviert.
Heute sind darin die Grundschule, Musikschule usw. untergebracht. Einzelne Wand-
Fragmente sind erhalten geblieben, so daß man die ursprüngliche Ausführung noch
begutachten kann. Sogar beim Dachgebälk konnte man erkennen, wie alte und neue
Balken gut zusammengefügt wurden.  So eine Restaurierung würden wir uns für den Türnitzbau in Neuenstadt auch wünschen, damit dieser erhalten bleibt und evtl. für
gemeinnützige Zwecke genutzt werden kann.
Zum Schluß kamen wir noch zum St.André'schen Schlösschen, das bis 1710 von den
Freiherrn von St. André erbaut wurde, denen zeitweise auch ein Drittel von Kochendorf
gehörte. Dann kam es ab 1830 für ca. 150 Jahre in den Besitz der Glockengießerei
Bachert, bevor es in den 80er Jahren von der Stadt übernommen und renoviert wurde.
Heute kann man es u.a. auch als Standesamt nutzen. Die Anekdoten von L. Hintermeier,
der in Kochendorf bzw. im Greckenschloß aufgewachsen ist, rundeten diese sehr
interessante und gelungene Stadführung ab.
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