Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen
„Tagebuch der Armut“
- die Referentinnen Maria Daver und Anne Meier (von links)
- Foto: FrauenRäume
- hochgeladen von FrauenRäume e.V., KulturKommunikation
Die Frauenräume Heilbronn griffen bei ihrem Sonntagsfrühstück im November die Thematik des Tages auf und stellten das „Tagebuch der Armut“ von Carolina Maria de Jesus vor. Die Autorin, die nur zwei Jahre formale Schulbildung genossen hatte, beschreibt darin ungeschönt und eindrücklich das Leben als alleinerziehende Mutter in einer Favela in Sao Paulo. Maria Daver berichtete über die Lebensstationen von Carolina, während Anne Meier einzelne Passagen aus dem Buch vortrug. Mit viel Empathie lauschten die Zuhörerinnen Carolinas Beobachtungen, die die Härten und Kämpfe derjenigen spiegeln, die Tag für Tag struktureller Gewalt ausgesetzt sind. Nach seiner Veröffentlichung im Jahr 1960 wurde das Buch zu einem internationalen Bestseller und inspiriert als bewegende Gesellschaftskritik auch heutige Leserinnen zu Hoffnung und Widerstand. Der Gedenktag am 25. November bezieht sich ebenfalls auf ein Ereignis aus dem Jahr 1960: In der Dominikanischen Republik wurden die drei Schwestern Mirabal ermordet, die im Widerstand gegen den Diktator Trujillo organisiert waren. Erfreulicherweise gewinnt der auch Orange Day genannte Tag immer mehr an Bedeutung, indem er alle Formen von Gewalt gegen Frauen sichtbar macht und das öffentliche Bewusstsein schärft, wirkungsvoll dagegen anzukämpfen.
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