Wanted! Wir suchen „Little Zorro“, den Gartenschläfer

Haben Sie einen Gartenschläfer gesehen? Bitte melden unter www.gartenschlaefer.de! Tot oder lebendig! (Foto: bund.net, Jiri Bohdal)
 
Der Gartenschläfer wird wegen seiner Gesichtszeichnung auch "Kleiner Zorro“ genannt. (Foto: bund.net, Jiri Bohdal)

Derzeit läuft landesweit eine große „Fahndung“ nach einem kleinen, nachtaktiven Nager: dem Gartenschläfer. Der BUND, die Uni Gießen und die Senckenberg Gesellschaft wollen weiter erforschen, wo genau die kleine Schlafmaus überhaupt noch vorkommt und warum sie in kürzester Zeit aus vielen Regionen verschwunden ist. Dabei sind wir auf Ihre Hinweise angewiesen.

Der kleine Gartenschläfer gehört wie der Siebenschläfer und die Haselmaus zur Familie der Schlafmäuse, auch Bilche genannt. Den Namen "kleiner Zorro" verdankt er der markanten schwarzen Fellfärbung um seine großen Knopfaugen. Auch die großen Ohren sind für den Nachtschwärmer hilfreich. Sein rotbraun-graues Rückenfell tarnt ihn gut, nur die Flanken und Unterseite sind weiß. Akrobatische Manöver an Baum und Mauer gelingen ihm dank seines langen Schwanzes mit der Quaste am Ende. Die pelzige „Balancierstange“ ist mit bis zu 14 cm oft genauso lang, wie der restliche Körper der Schlafmaus. Den Tag verbringen Gartenschläfer in ihren kuscheligen, kugeligen Nestern in Baum- und Felshöhlen, Nistkästen, aber auch im Gebüsch. Die Nacht ist ihre Zeit. Dann sind sie auf flinken Pfötchen auf der Pirsch nach Insekten, Spinnen, Würmern, Schnecken und Eiern, aber auch nach Früchten, Samen und Knospen.

Der Anpassungskünstler wird selten

Vor nicht langer Zeit kam der kleine Nager noch im Süden und Südwesten Deutschlands in vielen Wäldern (z. B. Hunsrück, Fichtelgebirge, Bayerischer Wald) vor. Aber er fühlte sich auch in Gärten, Weinbergen und Streuobstwiesen daheim. In der Mitte und im Osten Deutschlands ist er in den Hochlagen der Mittelgebirge, etwa dem Brocken im Harz, und in Fichtenwälder unterwegs gewesen. Allesamt also ziemlich unterschiedliche Lebensräume, in denen er früher anzutreffen war. Dabei mag er aber am liebsten steiniges und felsiges Revier. Seit einiger Zeit werden aber immer weniger Gartenschläfer gesichtet. Der Rückgang ist alarmierend. Insbesondere, da ein wichtiger Teil der weltweiten Gartenschläfer-Population bei uns in Deutschland vorkommt. Noch gibt es einige Vorkommen der Knopfaugen in West- und Mitteldeutschland. Gerade in den Mittelgebirgen schwinden aber die Zahlen stark. In Baden-Württemberg ist der kleine Nager noch im Schwarzwald am häufigsten, wenngleich er auch sporadisch in anderen Landesteilen vorkommt.

Tot oder lebendig: Bitte melden!

Es ist allerhöchste Zeit, dem rätselhaften Rückgang der Zorro-Bilche auf die Spur zu kommen, um Schutz und Erhalt der possierlichen Tiere zu garantieren. Es gilt offene Fragen zu klären: Auf welche Lebensräume ist der Gartenschläfer angewiesen? Gibt es Krankheiten, die ihm zusetzen? Wie steht es um das Nahrungsangebot? Und vieles mehr.

Und deshalb brauchen wir Ihre Mithilfe: Und deshalb brauchen wir Ihre Mithilfe: Wenn Sie Gartenschläfer in Ihrem Garten, bei Spaziergängen beobachten oder ihre Rufe vernehmen, dann melden Sie Ihren Hinweis und helfen somit, den Bilch zu schützen. Besonders während der Paarungszeit im Frühjahr ist die Spurensuche einfach: Dann können die Gartenschläfer-Männchen schon mal recht laut werden. Ihr Quieken, Pfeifen, Tschilpen und Murmeln ist teilweise die ganze Nacht hindurch zu hören. Alle Informationen rund um die Gartenschläfer und die Kontaktseite für Ihre Meldung finden Sie unterwww.gartenschlaefer.de. Auf der Website gibt es auch Hörproben vom Gartenschläfer.

Um Krankheitsursachen, Parasiten oder Gifte ermitteln zu können, ist es auch von zentraler Bedeutung, dass die toten Bilche von fachkundigen Tierärzten untersucht werden. Die Experten sind daher dankbar für jeden geborgenen Fund, der idealerweise gut verpackt im Froster gelagert wird. Die BUND-Gruppen vor Ort organisieren dann einen Transport an die Universität Gießen. Bitte melden Sie sich bei uns oder bei Ihrer BUND-Gruppen vor Ort sowie unter gartenschlaefer@vetmed.uni-giessen.de.

Was kann ich für den Gartenschläfer tun?

Aber jeder und jede kann jetzt schon etwas für den Gartenschläfer tun:
  • Versteckmöglichkeiten mit Bäumen, Wildsträuchern und Steinhaufen schaffen.
  • Lebensräume  wie z. B. Streuobstwiesen und Höhlenbäumen schützen und erhalten.
  • Regentonnen und Kellerschächte abdecken, um Gartenschläfer vor dem Ertrinken bzw. Verhungern zu schützen.
  • Auf Rattengift und Pflanzenschutzmittel in Gärten verzichten
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