Zum Valentinstag: Von Herzen (giftfreie) Grüße verschenken

Die Rosen, die im Winter bei uns verkauft werden, stammen meist aus Kenia, wo sie unter Einsatz von Pestiziden und schlechten Arbeitsbedingungen produziert werden (Foto: pixabay.com)

Ob zum Valentinstag, Muttertag, Geburtstag oder einfach nur mal so: Blumen gehören einfach dazu. Und die Auswahl ist riesig: Aber wie umweltfreundlich ist der Blumengruß eigentlich? Der BUND rät gerade zum Valentinstag Blumen mit dem Fairtrade-Siegel oder einem Bio-Siegel zu verschenken. Denn insbesondere Rosen, die in Deutschland im Winter angeboten werden, sind oft mit Pestiziden belastet.

Starke Pestizidbelastung

Der Großteil der Rosen, Nelken oder Lilien auf dem deutschen Markt kommt aus dem Ausland. Rosen werden im Winter vor allem aus Kenia eingeflogen, in 2020 hat Deutschland rund 300 Millionen von dort importiert. Ungefähr 2/3 aller Zimmer- und Zierpflanzen werden im globalen Süden kultiviert oder vorgezogen, was häufig mit intensivem Pestizideinsatz einhergeht. Auf getesteten Rosen sind oftmals Rückstände mehrerer Pestizide nachweisbar (Ökotest 2017, Global 2000 – 2013). Diese Stoffe schädigen vor allem die Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter im Rosenanbau, die zumeist unter schlechten Bedingungen tätig sind. Einige der eingesetzten Mittel gegen Pilzerkrankungen oder Schadinsekten bei Blumen sind krebserregend, schädigen das Nervensystem oder beeinträchtigen das Hormonsystem. Auch im Wiederverkauf können die Rückstände in Rosen noch ein Gesundheitsproblem sein.

Fairtrade ist besser

Wenn das Siegel "Fairtrade" auf dem Blumentopf, der Rose oder dem Blumenstrauß erkennbar ist, so verläuft die Blumenzucht nach besseren sozialen und ökologischen Standards als bei herkömmlichen Produkten: Die Beschäftigten werden fair entlohnt, auch Regeln zum Gesundheits- und Umweltschutz sind umfangreicher als bei "Standard-Blumen".

Besser zu Tulpen greifen

Als giftfreies Geschenk eignen sich Tulpen besser als Rosen. Pestizidrückstände werden hier seltener festgestellt, zudem wachsen diese Blumen meist in Mitteleuropa und die Transportwege sind kürzer – auch das schützt die Umwelt. Wunderschön sind auch Kirsch- oder Forsythienzweige, die in der warmen Wohnung vorzeitig zu blühen beginnen. Sie sind hierzulande heimisch, unbelastet und halten sogar länger als jede Schnittblume.

Bio und regional: die beste Wahl

Die beste Wahl sind Bio-Blumen oder Bio-Pflanzen, die möglichst noch aus der Region stammen. Sie werden ohne den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden und ohne Mineraldünger produziert. Auch chemische Hemmstoffe, die die Pflanzen klein halten, sind tabu, ebenso wie Gentechnik. Im Bio-Zierpflanzenanbau werden Schadinsekten mit Nützlingen wie Schlupfwespen, Raubmilben oder Marienkäfern reduziert, statt bienengefährliche Insektizide einzusetzen. Der Abstand zwischen den Pflanzen ist oft etwas größer, so kann die Feuchtigkeit reduziert werden mit dem Vorteil, dass weniger Pilzkrankheiten auftreten. Um die Abwehrkräfte der Pflanzen zu stärken, erhalten sie Pflanzenstärkungsmittel auf biologischer Grundlage. Achten Sie auf die Label Demeter, Bioland und Naturland oder das EU-Biosiegel. Verkauft werden sie in Naturkostläden, in Bio-Gärtnereien, auf Märkten oder in Hofläden direkt vom Produzenten. Jetzt im Frühling sind bereits Ranunkeln, Anemonen, Narzissen und Tulpen zu haben.
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3 Kommentare
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Uschi Dugulin aus Neuenstein | 09.02.2022 | 09:36  
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Magnus Diller aus Oedheim | 09.02.2022 | 18:46  
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Daniela Somers aus Untergruppenbach | 09.02.2022 | 21:57  
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